Ach du dickes Ei!!

Hallo Ihr Lieben,

Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich den Blog schwer vernachlässigt habe, sozusagen völlig aus den Augen verloren habe. So etwas geht natürlich gar nicht! Ich entschuldige mich bei allen in aller Form, die mir zwischen Ende 2016 bis jetzt geschrieben haben und keine Antwort erhielten. Schaut bitte mal in den nächsten Tagen herein, ich kann heute Abend unmöglich alle durchlesen und sichten, aber das hole ich in den nächsten Tagen für jeden Kommentar nach, das verspreche ich euch. Ich schreibe euren Namen und das Eingangsdatum dazu, damit ihr euren Post wiederfindet :).

Was mein langes Schweigen angeht, so war ich nie wirklich abwesend, Matt ist nur unmerklich immer mehr aus meinem geistigen Fokus gerutscht. Wie und warum das so ist, das kann ich gar nicht begründen, ich weiß nur, dass er sich als literarische, also nicht real existierende Person wieder hier mit Geschichten melden wird, weil er durchaus noch da ist. Mal sehen, vielleicht bringt mich das Lesen und Beantworten eurer Kommentare ja endlich wieder auf eine zündende Idee. Ohne echte und wahre Ideen fangen die Geschichten nicht an, zu leben in euren Köpfen, es muss schon um eine wirklich zündende und in Bereich zwischen Kopfkino und der Realität angesiedelte Thematik gehen, sonst wird die Geschichte unglaubwürdig.

Also, ihr Lieben, ich melde mich in ein paar Tagen hier noch einmal zu Wort, wenn ich alle Kommentare beantwortet habe.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Abend und eine noch schönere Nacht…. Denkt euch einfach, ihr steht in der Dunkelheit an einer Bushaltestelle. Ihr müsst dringend irgendwo hin, und euer Auto hat euch den Dienst versagt. Deswegen seid ihr an diesem einen Abend auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Ihr steht an einer Hauswand und seid unmerklich durch euer Treten von einem Bein auf das andere vor einen dunklen, schmalen Spalt zwischen zwei Häusern geraten. Ihr habt ihn gar nicht bemerkt, ihr seht ja nach vorne, und würdet ihr euch umsehen, dann wäre er einfach nur schwarz, weil das Licht der Bushaltestelle eure Augen zusätzlich blenden würde. Aber ihr habt euch noch gar nicht umgesehen. Dann spürt ihr, wie sich so etwas wie eine Kette, so etwas wie schmales, kühles Metall um euren Hals legt und sich langsam zuzieht. Ihr zieht überrascht Luft, es ist kein Metall, stellt ihr fest, sondern Leder, ein schmales, kühles Lederband, das euch an Ort und Stelle hält und euch langsam die Luft zu nehmen beginnt. Und dann spürt ihr einen leichten Zug eures Körpers zurück an einen anderen, harten Körper, und warmer Atem streicht euch sachte über das Dekolletee….

Schlaft schön, ich melde mich wieder!

Liebe Grüße, euer Matt

Bolero (Charlene), Teil 11

(Und jetzt geht es auch weiter, genießt einfach die Musik… 🙂 )

In dieser Geschichte greife ich die Fäden aus den Geschichten „Zufällige Begegnung“ um Julia und der zweiten um Charlene zusammen und schildere, wie der Rest der Nacht für Charlene und Matt verläuft. Matt ist noch zu unruhig, um zu einer seiner Lieblingsbeschäftigungen zurück zu kehren. Er braucht etwas Neues oder Anderes in dieser Nacht.

Für alle, die neu dazu gekommen sind, man müsste diese beiden Geschichten vorher lesen, um Bescheid zu wissen! 🙂 )

***

Matt sah auf und lächelte Charlene leicht und liebevoll an, als er Julia sorgfältig auf das breite Bett legte und zudeckte. Julia sah erst zu Charlene hin, dann flatterte ihr Blick unruhig zu Matt, der ernst auf sie herunter sah. „Hier bist du sicher, Kleines“, beruhigte er sie und setzte sich zu ihr an den Bettrand, „und jetzt musst du schlafen! Ich werde Charlene hier bitten, dir etwas zu geben, das nimmst du bitte ein. Damit wirst du bis morgen gut schlafen. Charlene und ich sind noch eine Weile lang unterwegs, für diese Zeit habe ich dir eine Krankenschwester bestellt, die sich ausschließlich um dein Wohlergehen kümmern soll. Ist dir das so Recht, Liebes?“ Julia sah ihn unter schweren, leicht verschwollenen Augenlidern an und nickte nur. Aus ihren Augen leuchtete Dankbarkeit und Vertrauen. Matt sah auf, aber Charlene kehrte schon mit leisen Schritten wieder, eine Tablette und ein Glas Wasser in der Hand. Sie reichte Matt beides an. Matt richtete Julia liebevoll halb in seinem Arm auf und legte ihr erst die Tablette und dann den kühlen Rand des großen Wasserglases auf die Lippen. Julia leckte sich die kleine Tablette in einer unbewusst reizvollen Art wie ein Kätzchen mit der Zungenspitze von der Unterlippe und trank dann das ganze Glas Wasser fast gierig aus. Matt behielt sie so im Arm und streichelte ihr erschöpftes Gesicht, ihre schwarzen Haare flossen über seinen ganzen Arm. Sie sah zu ihm auf, mit einer schwer fassbaren Mischung aus erwachsener Ernsthaftigkeit und jugendlicher Verletzlichkeit, dann fielen ihr langsam die Augen zu. An der Wohnungstür klingelte es leise, er hörte, wie Charlene sich entfernte und die Tür öffnete. „Kommst du wirklich wieder?“, fragte ihn Julia derweil mit schon leicht lallender Stimme. „Läßt du mich nicht alleine?“ Matt hatte ihr diese Fragen schon ausführlich beantwortet und schob sie dem aufkommenden Gefühl der Entspannung und des Wohlgefühls zu, das sich durch die Tablette in Julias Körper und Geist ausbreitete. Sie half ihr, all das Vorgefallene los zu lassen, zumindest für diesen Augenblick. „Aber ja, mein Liebling!“, erwiderte er leise, „und jetzt träume schön!“ Julia lächelte leise. „Das alles ist wie ein Traum“, hauchte sie und sah ihm noch einmal in die Augen. „Du…du kümmerst dich um mich, obwohl du…“ Matt schüttelte sofort den Kopf. „Pschhht“, machte er nur leise. Dann fielen Julia endgültig die Augen zu. Matt gingen ihre letzten Worte noch im Sinn herum, ihm wurde wieder bewusst, wie jung und unerfahren Julia war. Er war ihr gegenüber eine Verpflichtung eingegangen, die er auch zu halten gedachte. Das hier war die Realität. Julia würde sich daran gewöhnen müssen, nicht mehr zu träumen, nicht in Filmen, nicht in Büchern, nicht in Blogs. Die Welt hielt sich nicht an Träume, mochten sie auch noch so lebendig und schön sein.

Matt legte die schlafende junge Frau sanft ins Kissen zurück und deckte sie selber gut zu. Dann erhob er sich und verließ leise das Zimmer. Vor der Tür stand Charlene mit der Schwester. Die professionell wirkende Frau in mittleren Jahren wirkte wie auf dem Schlaf gerissen, sie sah Matt aber mit wachen Augen an und nickte ihm zu. Matt reichte ihr die Hand. „Wagner“, stellte er sich leise vor. „Cramer“, antwortete sie. „Ich bin von Ihrer Frau ins Bild gesetzt worden. Ich kann hier bleiben, bis Sie wiederkehren.“

Matt nickte nur und griff Charlene wortlos bei der Hand. Sie folgte ihm mit leichten Schritten, als er zielstrebig ihre Wohnung und das Haus verließ, und nichts anderes erwartete er auch von ihr. Draußen wartete eine schwarze Limousine. Der kleine Nissan war fort. Matt komplementierte Charlene mit leichter Hand in den Fonds, umrundete den Wagen und genoss dabei die milde Abendluft, die ihm mit sanften Schwingen in die Haare griff. Er setzte sich zu Charlene und nahm sie fest in den Arm, während die Tür leise und satt neben ihm zuschlug. „In den Park, bitte!“, wies er den Chauffeur an. Während der Fahrt verlor er kein einziges Wort mehr, aber seine angespannten, kräftigen Muskeln entspannten sich zunehmend an Charlenes weichem Leib. Er war fasziniert vom Ausdruck ihrer Augen, der sehr offen war, der ihn gleichzeitig aber auch etwas nachdenklich machte. Charlene stellte ihm keine Fragen, vielleicht war sie auch angespannt, wie er es zu spüren glaubte. Ihm gefiel, wie sie sich für ihn interessierte, ohne ein einziges Wort von sich zu geben. Es war, als würde sich sein Herz öffnen alleine durch ihre Gegenwart. Charlene rückte leicht von ihm ab und legte ihren Kopf in seinen Schoß. Es war kaum zu sehen, dass sie dabei seine Hand ergriffen hatte und sie die ganze Zeit über hielt. Matt beugte seinen Kopf zu ihr hinab und vergrub sein Gesicht in ihrem Haar. Es war die intimste und stärkste Geste, mit der Matt Charlene bedenken konnte, und noch immer sprach niemand im Wagen ein Wort.

Charlene war tatsächlich sehr durcheinander. Matt holte sie ab, wohin es ging, das wusste sie nicht. Was ging in seinem Kopf vor, was plante er nun? Es war so ganz gegen seine Art, dass er planlos mit ihr durch die Gegend fahren würde, das konnte Charlene fast ausschließen. Aber was wollte er nur in einem Park? Charlene grübelte leicht beunruhigt vor sich hin, aber sie konzentrierte sich voll auf ihren Herren, den sie über alles liebte und der scheinbar mit sich selber zu kämpfen hatte in diesen stillen Augenblicken. Sie versuchte nicht, ihm Informationen zu entlocken, er würde sie ihr zu gegebener Zeit schon zukommen lassen. Sie musste sich einfach überraschen lassen. Sie hatte sich nicht schön machen sollen, das war schade, denn sie hätte ihn doch so gerne alleine mit ihrem Anblick zu bezaubern versucht. Das wäre ihre erste Wahl gewesen. Sie hob ihren Kopf und betrachte ihn, als er sich wieder aufrichtete. Völlig entspannt saß er nun da. Wie immer eigentlich. Nur seine Liebe zu ihr sprang ihr förmlich aus seinen belebten Augen entgegen. Sieseufzte leicht. Von oben bis unten in schwarz gekleidet war er. Stilvoll und elegant. Anziehend, wie immer eigentlich. Sie betrachte ihn weiter und schweifte gedanklich ab. Dann hielt die Limousine und Charlene war mit einem Ruck wieder im Hier und Jetzt. Gerade eben hatte sie noch entspannt und warm in seinen Armen gelegen, nun kehrte ihre Nervosität zurück. Sie suchte seinen Blick einzufangen, aber noch immer gab er nichts Aufschlussreiches von sich. Er richtete sich leicht auf, als der schwere Wagen in fast völliger Dunkelheit hielt. Im Licht der Beleuchtung lächelte er sie nur leicht schelmisch an, während er sie aus seinen Armen entließ und die Wagentür öffnete. Recht kühler Wind fauchte sofort herein. Matt stieg aus dem Wagen aus, Charlene folgte ihm mit den Augen und senkte dann den Blick, als sie ihn hinter dem Wagen nicht mehr sehen konnte, ohne den Kopf zu wenden. Sofort öffnete sich neben ihr die Tür. Sie fuhr leicht zusammen, obwohl sie damit natürlich gerechnet hatte. Matt reichte ihr die Hand und half ihr beim Aussteigen, wohlwissend, dass sie ihm ohne ein weiteres Wort überall hin folgen würde. Alles war wie so viele Male zuvor. Sie nahm seine Hand und begleitete ihn in die rauschende Dunkelheit. Dann kam der Vollmond hinter einer dichten Wolkenbank hervor und Charlene hätte vor Erleichterung fast laut aufgelacht. Da war die steinerne Bank mit der Laterne, dort drüben eine Schaukel an einem hohen Ast, feiner Kies knirschte unter ihren Schuhen. Überall große Bäume. Sie befanden sich im Park des Anwesens der Wagners und Matt nahm sie mit, weil er nachdenken wollte. Charlene kannte Matt inzwischen gut genug, um zu wissen, dass er so etwas häufiger auch alleine tat, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Es stellte ein riesiges Kompliment für sie dar, dass er sie mitnahm. Und er hatte sie subtil daran gewöhnt, die Führung aus der Hand zu geben, in seine Hände zu legen. Charlene war als Ärztin daran gewöhnt, jede Planung selber zu übernehmen, also war dieses Unwissen im Moment sehr reizvoll für sie. Sie ließ sich einfach auf Matt ein, als er sie in die mondbeschienene Dunkelheit führte, alleine deswegen war diese Nacht schon denkwürdig für sie.

Matt entspannte sich merklich, als er mit Charlenes zierlicher kleiner Hand in seiner kräftigen in die rauschende Dunkelheit eintauchte. Der Vollmond strahlte vom Himmel in dieser wunderschönen Herbstnacht, das leise Rascheln der Nadelbäume mischte sich mit dem sanften Rauschen der Laubbäume. Matt dachte an den Farbenrausch bei Tage, an die goldbraunen Farbtöne der Laubbäume vermischt mit dem leuchtenden Grün der Nadelbäume, und eine schon etwas tiefer stehende Sonne, die vom Himmel strahlte. Noch immer standen ihm Julias große, schmerzerfüllte Augen im Gedächtnis. Er war dominant, aber auch hilfsbereit und liebevoll, und ihre Blicke hatten ihn bis ins Mark getroffen. Er hatte sich anstrengen müssen, sie nicht mit seinen Gefühlen zu überwältigen zu einem Zeitpunkt, an dem sie mit ihnen noch nichts anfangen konnte. Langsam und behutsam hatte er sich ihr genähert, sie hatte ebenso sein Vorgehen bestimmt wie er selber. Nun war sie in seiner Obhut und er konnte loslassen, zumindest für diese gerade beginnende Nacht und für Charlene. Aber es wollte ihm nicht gelingen. Ihm wurde klar, dass er etwas dagegen setzen musste, um auf andere Gedanken kommen zu können. Er brauchte nun etwas Zeit für sich selber, etwas Zeit für eine innere Einkehr, damit er in sein körperliches und seelisches Wohlbefinden zurück finden konnte. Egal, ob es sich um Steß auf der Arbeit handelte, oder um die Empathie, mit der er auf Julias Ängste reagiert hatte, das Ergebnis war für ihn dasselbe. Er brauchte eine kurze Pause zum Nachdenken.

Matt sah auf die Uhr. Es war gerade noch zeitig genug, ihm war da endlich eine gute Idee gekommen. Er hatte sich mit Charlene auf eine Bank setzen wollen, jetzt änderte er die Richtung und steuerte die hintere Tür des Anwesens an. Er öffnete die Tür und hielt sie freundlich für Charlene auf, bevor er ihr ins Innere des Hauses folgte. Im Haus war es still, niemand rechnete mit ihm. Das war ihm aber gerade Recht, er mochte im Moment keine langen Erklärungen abgeben. Charlene sah ihm in den dunkel über sie flie0enden Schatten in die Augen, sie lächelte ihn mit ihren bezaubernden grünen Augen an, fragte ihn noch immer nicht, was er nun zu tun gedachte. Im Gegenteil, sie bestätigte ihn, sie gab sich bewusst in seine Hände.

Matt kannte sich gut in dem riesigen Anwesen der Wagners aus, gut genug, um seinen Weg zu dem Ankleidezimmer von Nina auch im Dunklen zu finden. Auch Nina war heute Abend nicht da. Er  machte Licht und zog zwei Schränke mit Abendkleidern darin auf. Charlene starrte mit leicht geöffnetem Mund auf die Pracht. „Wir gehen in die Oper, meine Schöne“, ließ er sie nun wissen. „Suche dir ein Kleid aus, Ninas Kleider werden dir passen. Nimm bitte eines mit etwas weiter fallenden Röcken, ein rotes. Ich warte vorne auf dich.“

Er ließ Charlene mit ihrer Überraschung im Ankleidezimmer zurück und wählte die Frankfurter Oper an. Sie gaben heute Carmen/Boléro, das war ihm sehr angenehm. Als Ballett zur Musik von Georges Bizet, Wolfgang Rihm und Maurice Ravel wurde die Geschichte der spanischen Zigeunerin Carmen erzählt. Carmen galt als Archetypus der femme fatale: Ihre erotische Aura, ihr unzähmbarer Freiheitsdrang und ihre Kompromisslosigkeit machen sie zu einer Außenseiterin in der Gesellschaft, sodass männliche Macht- und Besitzansprüche auf sie zu einer Katastrophe führen mussten. Die Gesellschaft scheiterte an Carmen, es war das Motiv der leidenschaftlichen, sinnlich-erotischen  Liebe, die schließlich in Mord enden musste. Matt bestellte zwei Karten in einer Einzelloge.

Charlenes Herz klopfte ihr bis in den Hals. Welche Frau würde nicht gerne in eines dieser wundervollen, teuren Abendkleider steigen, dazu noch in einem leuchtenden Rot? Sie hatte sich schnell entschieden. Ein blutrotes Kleid erregte ihre Aufmerksamkeit. Es hatte Röcke, die sich schwingend um ihre Hüften legten und damit jeden Schwung ihrer Lenden betonten, wenn sie darin ging. Charlene ließ sich weder beim Aussuchen noch beim Ankleiden mehr Zeit als nötig. Nachdem sie die dazu passenden Schuhe gefunden und ihre blonden Haare an dem Schminktisch an der Kopfseite des Raumes gelegt hatte, betonte sie ihre Augen und ihre hohen Wangenknochen noch mit Schminke, sodass sie sich selber fühlte wie ein Feuerwerk an einer Frau. Sie eilte hinaus zu Matt.

Matt lächelte und packte sie fest um ihre aufregenden Lenden. „So hatte ich dich vor Augen, meine Schöne!“, sagte er nur sanft, „jeden Mann wird die Leidenschaft packen, der dich so sieht!“

„Aber ich werde nur Augen für dich haben, Herr, und ich hoffe, deine Leidenschaft zu entfachen!“, gab Charlene liebevoll zurück und errötete sanft.

Matt war so geblieben, wie er war. Er legte Charlene einen passenden Schal um die Schultern und führte sie dann schnurstracks wieder zurück zum Auto. Die Fahrt zur Oper war nur kurz. Der Chauffeur stieg aus, als er vor dem großen Entree vorgefahren war, und öffnete Charlene die Wagentür. Charlene senkte die Augen und ließ sich hinaushelfen. Dann nahm Matt ihre Seite ein und führte sie durch die prachtvoll erleuchtete Eingangshalle der Alten Oper. Von beiden Seiten liefen Bedienstete der Oper auf sie zu. Von der einen Seite wurde ihnen Champagner angeboten, was sowohl Matt wie Charlene gerne annahmen, eine zweite Bedienstete führte sie rasch die Treppen hinauf zu ihrer Loge. Äußerlich blieb Charlene gelassen wie Matt, als sie ihre Plätze in der Loge einnahmen, aber innerlich klopfte ihr das Herz. Das Haus war voll besetzt, der Champagner prickelte in den Gläsern, und dann senkte sich auch schon die Dunkelheit herab. Eine erwartungsvolle Stimmung lag über dem Publikum, und schon die ersten Klänge fingen sowohl Matt wie auch Charlene mit ihrem Zauber ein.

Charlene kuschelte sich bezaubert in Matts Arm, den er fest um ihre Schultern gelegt hatte, und atmete tief und befreit durch. Wie ein Echo fühlte sie Matts tiefen Atemzug. Sie sah ihm ins Gesicht und entdeckte ein leichtes, entspanntes Lächeln in seiner Mine. Eng aneinander gekuschelt trieben sie in einen zauberhaften Musikfluss, der sie beide mit sich riss. Matt legte eine Hand auf Charlenes Oberschenkel. Durch den Seidenstoff fühlte seine Handfläche sich kühl und prickelnd auf ihrer Haut an, Charlene erschauderte. Sie wollte wohl die Augen schließen, aber die Darbietung des Balletts riss sie mit sich. Auch Matt begann, mit den Fingern zart den Rhythmus der Musik auf ihrer Haut mit zu klopfen. Charlene durchrann ein feines Prickeln, das sie angenehm anregend für seine Zärtlichkeiten sensibilisierte. Der Champagner tat ein Übriges.

Matt strich fest über ihr glattes, seidiges Fleisch und murmelte ihr ins Ohr. „Sage mal, meine Schöne, trägst du einen Slip? Wenn ja, dann möchte ich, dass du ihn ausziehst!“

„Was, hier, Herr?“, vergewisserte sie sich überrascht.

„Aber ja! Lass dir Zeit, das wird keiner von unten sehen!“

Charlene errötete wieder fein. Aber sie kam der Aufforderung ihres Herren sofort nach. Mit leichten Händen fuhr sie sich die langen Beine entlang nach oben, wie in Erregung wegen der sich steigernden Liebesmotivik in der Musik und den kraftvollen Tänzen der Balletttänzer, griff dann mit einer Hand rasch unter ihren Rock und zog sich das Höschen vom Leib. Sie ließ es einfach auf den Boden fallen, und während sie ihre Hüften noch wieder sinken ließ, nahm Matt ihr Höschen vom Boden auf, knüllte es in seine Hand und roch völlig ungeniert daran, bevor er es sich in die Tasche steckte.

„Was hat du denn vor, Herr?“, konnte sie sich nun eine Frage nicht verkneifen. Matt grinste leicht.

„Ich weiß noch nicht“, murmelte er ihr leise knurrend ins Ohr, „ich will nur spontan reagieren können!“ Charlene atmete tief durch. Das Prickeln in ihr steigerte sich sofort zu einem erwartungsvollen Kribbeln, das ihr in Schauern über die Haut rann. Ihre Brustwarzen wurden fest und rieben sich im knisternden Seidenstoff des Kleides, zwischen ihren Schenkeln wurde es kühl. Wieder zog Charlene überrascht tief Luft, sie fühlte sich trotz des Kleides plötzlich erregend nackt in Matts Armen. Ihre Feuchtigkeit rann ihr kühl zwischen die Schenkel.

Matt klopfte weiter sachte auf ihren Oberschenkel, immer im Takt der Musik. Charlenes Gedanken wiegten sich weiter in der rhythmischen Musik, die sie zu verwegenen Gedanken verführte, Gedanken an sie und Matt und die Loge. Ziemlich verbotene Gedanken. Ihr kam in den Sinn, wie Matt an ihrem Höschen gerochen hatte, und es überlief sie heiß. Ja, sie war bereit für ihn.

Matts Klopfen hatte sich ihrer erotischen Zone genähert. Charlene fühlte, wie sie sich in seinen Armen leicht anspannte und damit aufrecht hinsetzte. Alles in ihr wartete auf ein Signal von Matt. Ein ganz leises Zittern durchlief ihren angespannten Körper, ein Zittern, das Matt keineswegs entging, so sehr ihn die Musik auch mit riss.

Carmen tanzte in einem natürlich ebenso roten Kleid, wie Charlene es trug, den Liebestanz. Matt ließ kein Auge von ihren kraftvoll eleganten Bewegungen, als er sich nahe an ihr Ohr neigte und sanft über ihren Hals blies, über diese so empfindliche erogene Zone. Charlenes Härchen stellten sich auf. „Charlene, Liebes, lege dich auf den Logenrand und bewege dich nicht!“, hauchte er ihr ins Ohr. Charlene zögerte keine Sekunde. Sie schob sich auf den breiten, hölzernen Logenrand und blieb erschaudernd in der Waagerechte liegen. Von unten konnte man nun nur sehen, wie sie weit vorgebeugt der Musik lauschte. Von den Seitenlogen her war da schon mehr zu sehen, aber die zu ihren beiden Seiten Sitzenden waren ebenfalls mit sich und der Musik beschäftigt. Mit etwas Glück würden sie keinen Grund finden, sich zu ihr umzudrehen. Sie durfte ihnen natürlich auch keinen Grund geben.

Charlenes wohlgeformter, weiblicher Po stand nun in Matts Schritthöhe. Elegant erhob er sich und stellte sich in die Dunkelheit der Loge hinter sie. Er fasste ihre Lenden unter ihren Röcken und hauchte ihr zu: „Raffe deine Röcke bis zur Taille hoch!“ Charlene errötete, aber ein kräftigeres Zittern durchlief sie ebenfalls. Das war aufregend, sich so auf die Anweisung ihres Herren hin in einem so vornehmen Haus wie der Oper zu entblößen, es war erregend anstößig und es passte wunderbar zu der Musik, deren Leidenschaft sich steigerte. Vorsichtig raffte Charlene ihre Röcke in beiden Händen immer weiter hoch, bis sie spürte, wie kühle Luft über ihren nackten Po strich.

Matt sah auf Charlenes prallen, entblößten Po in seinen Händen hinab und verfolgte gleichzeitig die schnellen, wirbelnden Bewegungen der Tänzerin in dem roten Kleid. Seine Männlichkeit stand nun deutlich, seine Hose war ihm plötzlich viel zu eng. Unauffällig zog er den Reißverschluss seiner Hose herunter, und seine gepresste, ebenso pralle Männlichkeit schoss waagerecht ins Freie. Er hatte das erotische Dreieck zwischen Charlenes Schenkeln gut vor Augen und begann, es langsam zu streicheln.

Charlene hätte fast aufgestöhnt, als sie die sanften Fingerkuppen ihres Herren so unversehens und selbstverständlich auf ihrer Haut ihrer intimsten, weiblichsten Zone fühlte. Mit Daumen und Zeigefinger rieb Matt über ihre angeschwollenen, feuchten Schamlippen, die leicht zwischen ihren Schenkeln hervor glänzten, so prall legten sie sich um seine Finger. Als er schließlich nach Minuten der süßesten Folter ihre hoch aufgerichtete Perle zwischen seinen Fingern rieb, zucken Blitze durch Charlenes Blut. Die Musik und Matts Finger trieben sie in ein von Lust bestimmten, dunklen Tunnel, in dem sie nichts anderes mehr wahrnehmen konnte.

„Spreize deine Schenkel“, flüsterte Matt. Charlene gehorchte sofort. Umgehend reagierte Matt und schob gleich zwei Finger in Charlenes nasse Höhle vor. „Oh, Gott!“, keuchte sie leise, als sie von Matt unerbittlich immer weiter in eine Spirale der Lust getrieben wurde, die der jetzt einsetzende Bolero eindrucksvoll für sie intonierte.

„Oh ja!“, kam es von Matt leise zurück. Der Bolero wurde schneller. In seinem leidenschaftlichen Rhythmus rieb Matt seine Finger in ihrem Allerheiligsten, suchte und fand den Punkt an ihrer Scheide, der sie so maßlos weiter erregte. Rhythmisch zur Musik wurden auch seine Finger schneller und schneller. Charlene hörte die Musik wie in einem Traum von wilder Exstase. Ihr Körper zuckte leicht im Rhythmus des Boleros und Matts Finger. Sie folgte Matts Fingerstößen bebend, presste sich begierig an seine Hand. Blitze explodierten in ihrem Kopf, als die Wellen der Lust über ihr zusammen schlugen. Ihre Knie wurden weich, während ihr das Blut in einem wilden Orgasmus brennend durch die Adern rollte. Matt packte wieder fest ihre Hüften, um sie unbewegt und waagerecht auf der Brüstung zu halten. Charlene hatte gelernt, sich zu beherrschen, sie keuchte nur leise und der Schweiß rann ihr an den Schenkeln herab.

Matt hielt sie fest, bis sich ihr stoßartiger Atem wieder langsam beruhigt hatte, reichte ihr ruhig ein Taschentuch und ihr Glas Champagner. Charlene konnte es nicht glauben, wie höflich ihr Herr ihr in dieser Situation beistand. Sie trank ein Schlückchen, dann nach zwei, drei tiefen Atemzügen das ganze restliche Glas leer. Matt hielt seine Hände weiter um ihre Hüften geschlossen, verharrte stehend hinter ihr. „Genieße die Oper, Kleines!“, flüsterte er ihr zu.

Charlene erkannte die Bedeutung seiner Worte. Der Bolero trieb unaufhörlich seinem Höhepunkt entgegen. Matt verfolgte das Ballett, auch ihm rann die Glut der Leidenschaft durch die Adern. Charlene fühlte noch seine Finger in sich, ihr wundervoll runder Hintern zeigte Matt ihre Pforte, die verlangend zuckte, offen war für ihn. Sie spreizte ihre Schenkel etwas weiter. Matt stellte sich ganz zwischen sie und drückte seine bereit stehende Männlichkeit in ihre Pforte, verharrte dort kurz. Charlenes Körperbewegungen wurden unruhiger, sie konnte die Anwesenheit ihres Herren in sich kaum noch erwarten, bebte seinem Stab entgegen.

Matt erlöste sie und sich selbst, als er dann endlich ihren Wunsch erfüllte und sein straffes Glied ruckartig in sie hinein stieß. Er weitete ihre Enge, trieb sie in einen von der wilden Musik der Trompeten des Boleros untermahlten Lustrausch. Ihre feuchte, warme Enge steigerte sein Verlangen nach ihr, seine Bewegungen nahmen an Tempo und Heftigkeit zu. Charlene atmete nach dem Rhythmus des Boleros und dem der Stöße von Matt in ihr, aber auch Matt keuchte nun leise im Rhythmus der Musik. Auf der Bühne fand das Liebesdrama statt, als Matt seine finale Erfüllung erreichte. Er griff Charlene eisenhart mit beiden Händen und trieb sein Glied in einer wilden Bewegung ganz tief in ihr Innerstes vor. Charlene verspürte keinen Schmerz, nur eine überwältigende Hingabe in den Willen ihres Herren. Als Matt sich unter wilden Zuckungen in sie verströmte, schluchzte sie leise, jetzt hatte sie sich nicht mehr ganz im Griff. Sie fühlte Matts Samen sie erfüllen und über ihre Oberschenkel fließen.

Einen Augenblick lang verharrten sie beide in dieser Stellung wie erstarrt in der Luft. Matts Atem wurde langsam ruhiger, auch sein Verstand setzte wieder ein. Charlene benutzte währenddessen sein eben gereichtes Taschentuch.

„Ich liebe dich, Herr!“ flüsterte sie leise und erhielt die drei Worte dieses einzigartigen Zaubers von ihm zurück. Charlene rutschte zurück und ließ ihre Röcke sinken. Mit wild klopfendem Herzen setzte sie sich auf Matts Schoss, und so lauschten sie beide der Musik weiter. Matts Seele fand wieder zur Ruhe, in ihm kehrte eine beseligte Stille ein. Das war die beste Antwort, die er auf diesen Vorfall von heute sich selbst geben konnte. Er zog Charlene fest in seine Arme, freute sich an ihrer sanften Weichheit und Verletzlichkeit, denn heute war sie für ihn stark gewesen. Mit ihrem Vertrauen in ihn hatte sie ihm heute mit einer solchen Stärke zur Seite gestanden. Matt war sehr froh darüber, dass er sie hatte.

***

©Matt

Hm, was mache ich jetzt mit euch?

Hallo Ihr Lieben! 🙂

Jetzt habe ich schon seit fast einem Jahr keinen post mehr on gesetzt, und ihr ruft weiter regelmäßig meinen Blog auf, die Nina-Geschichte ist noch immer unangefochten die Nr. 1 unter den Geschichten und steht euch auch noch immer frei zur Verfügung. Es kommen auch immer noch follower hinzu. Seid ihr eigentlich noch da? 🙂

Mein Problem ist im Moment, dass Matt nicht nach Geschichten-Schreiben dieser Art ist, er ist sozusagen abgelenkt. Deswegen finde ich im Moment auch keine zündenden Ideen für neue Geschichten.

Ein Vorschlag kam von einer Leserin, den ich mit euch teilen wollte. Sie schlug vor, dass Matt ja regelmäßig Jagd auf eine Frau machen könnte, die so etwas ebenfalls lieben würde. Matts Intentionen waren bisher andere. Ich mag keine einfach gestrickten Pornos schreiben, das ist überhaupt nicht meine Art. Deswegen sucht Matt nach Frauen, die in sein Beuteschema passen. Das sind Frauen, die ihre Submissivität noch nicht entdeckt haben oder nie ausleben konnten. Ihm gefällt die Unschuld bei den Frauen, die er sich greift, und es ist bei ihm auch immer Liebe im Spiel. Echte Liebe, das muss keine feste Beziehung sein, die Liebe hat ja viele Ausdrücke. Wie gefällt euch denn diese Idee?

Habt ihr vielleicht Ideen, die ihr gerne umgesetzt lesen würdet? Dann lasst mich das wissen, vielleicht komme ich dann wieder in das „Blog-Fahrwasser“. Einfach abschalten mag ich den Blog auch nicht, ich fühle mich euch gegenüber verpflichtet. Also meldet euch!

Liebe Grüße, euer Matt

Zufällige Begegnung (Charlene), Teil 10

Charlenes Hand begann, zu zittern. Hatte sie ihre Gefühle bisher noch im Griff gehabt, begann nun, das Chaos in ihr zu toben. Und dieses Chaos hielt sie auch davon ab, rational zu denken und das Richtige zu tun. Matt hatte ihr bisher so unendlich viel Gutes getan, er war immer für sie da gewesen, sie liebte ihn. Und doch wollte er von ihr, dass sie ihre Hand in das kochend heiße Wasser hielt. Die Angst vor den Schmerzen, die eine Verbrennung ihrer ganzen Hand auslösen würde, war dabei noch nicht einmal der eigentliche Gegenstand ihrer Angst. Nein, sie würde damit auf Wochen hinaus arbeitsunfähig werden, und vielleicht würde die verbrühte Haut narbig verheilen. Kochendes Wasser löste eine Verbrennung dritten Grades aus, es war durchaus möglich, dass sie danach ihre Hand, ihre Finger nie wieder richtig fein bewegen können würde. Das konnte sie berufsunfähig machen. Wollte Matt tatsächlich wissen, ob sie dieses Risiko und die damit verbundenen Schmerzen auch wirklich einging? Stellte er tatsächlich ihr Vertrauen ihm gegenüber auf eine derartig harte Probe? Und was für einen Sinn sollte das haben?

Sie sah ihm wieder in die ruhigen Augen. Es war nichts in ihnen zu lesen, er ließ sich nicht anmerken, ob ihn ihre Ängste überhaupt interessierten. Sie wusste, sie hatte versprochen, ihm in allem zu vertrauen. Aber das hier ging einfach zu weit. In Charlene wurde es seltsam leer. So leer, wie sie sich früher oft gefühlt hatte, leer und einsam. Sie zog ihre Hand zurück. Konnte das wirklich wahr sein? Konnte sie sich so in ihm getäuscht haben? War das alles hier eben doch eine Lüge gewesen? War es ihm etwa egal, wie hoch das Risiko einer Berufsunfähigkeit für sie war und wie sehr sie die verbrannte Haut schmerzen würde? War sie ihm tatsächlich doch so egal? Er hatte so viele Mittel, war sie für ihn eben doch nur ein Spielzeug, das er sich hielt? Möglich wäre das ja durchaus, und sie konnte nicht genau abschätzen, was in Matt in manchen Situationen wirklich so abging. Vielleicht war er in manchen Dingen ja gestört, nicht normal. Abwegig war dieser Gedanke beileibe nicht. Seit ihrem ersten Notfalleingriff war sie noch nie wieder so verunsichert gewesen.

„Ich werde mich nicht noch einmal wiederholen, Charlene“, sagte er ruhig nach einer ganzen Weile, in der sie schweigend voreinander gestanden hatten. „Halte die ganze Hand ins Wasser. Vertraue mir!“

Vertrauen gegen jede Vernunft? Wenn er ihr befehlen würde, von der nächsten Brücke zu springen, würde er dann auch von ihr erwarten, das zu tun?

Sie sah ihn fassungslos an. „Das ist kochendes Wasser, Matt!“ Sie appellierte an seine Vernunft, indem sie ihn beim Namen ansprach. Er musste sie doch verstehen, das hier war doch kein Spiel mehr, das war bitterer Ernst! Sie würde alles für ihn tun, aber sich selber für ihn verstümmeln? Denn darauf lief es ja hinaus, und das musste er wissen. Er konnte doch nicht den Verstand verloren haben, oder? So sah er auch überhaupt nicht aus.

Er holte tief Luft. „Wir beide haben eine Beziehung zueinander, die auf starken Emotionen beruht, Charlene. Wenn du mir vertraust, wird dir nichts geschehen. Vertraust du mir nicht, werde ich dir so lange den Hintern versohlen, bis du es tust! Du hast die Wahl!“

Was sollte das heißen, wenn sie ihm vertrauen würde, würde ihr nichts geschehen? Meinte er mit nichts, dass sie dann von ihm nichts mehr zu befürchten hatte? Sie hatte deutlich weniger Angst vor ihm als vor dem Gedanken, ihren Beruf nicht mehr ausüben zu können. Das konnte sie nicht tun. Nein, das konnte sie wirklich nicht tun.
„Ich werde meine Hand nicht in das Wasser halten, Matt!“, antwortete sie ihm leise und beherrscht. „Es tut mir leid!“

Matt nahm ihre ablehnende Antwort ohne jede Regung auf. Er schob sie wortlos mit dem Arm, mit dem er immer noch ihre Hüfte umschlungen hielt, direkt vor den Herd. Er stellte sich hinter sie, strich über ihre nackten Arme sachte hinab bis zu den Händen. Ein Schauer durchfuhr Charlene. Er griff ihre beiden Hände und stützte sie rechts und links neben dem Topf auf das Ceranfeld. Dann trat er einen Schritt seitlich neben sie. Und auf einmal traf seine Hand ihren Hintern mit einer unvorstellbaren Kraft. So hart und erbarmungslos hatte er sie noch nie geschlagen. Charlene biss die Zähne unwillkürlich aufeinander, um ein Stöhnen zu unterdrücken. Der Schmerz schoss durch ihren ganzen Körper, Adrenalin jagte schlagartig durch ihr Blut, alle Alarmsirenen in ihr begannen, zu schrillen. War das etwa eine völlig abgefahrene Art und Weise von ihm, sie auf die nächste Stufe ihrer Erziehung vorzubereiten??

Entschlossen packte Charlene die beiden Ränder des Kochfeldes. Seine Schläge folgten langsam aufeinander, jeder einzelne von dieser unerhörten Härte. Jedes einzelne Mal wurde ihr ganzer Körper erschüttert. Nach zehn solcher Schläge machte er eine Pause, während in Charlene weiter das blanke Chaos tobte und ihre Augen überliefen. Ungerührt zog er ihr die Hose und das Unterhöschen herunter. Und dann klatschten seine nächsten zehn Schläge auf ihre nackte Haut. Sofort potenzierte sich das Brennen, der Schmerz biss sich regelrecht durch ihren Körper. Sie zitterte wie Espenlaub, begann, am ganzen Leib zu schwitzen, aber sie hielt stand. Noch. Und das auch, weil jeder seiner genau platzierten Schläge, jeder neue jeweils über den der ersten zehn Schläge, unfassbarer Weise diese Leere in ihr wieder füllte. Das gab ihr Kraft, und es war ihr auch eine Lehre. Schmerz löste in ihr tatsächlich Lust aus, selbst, wenn Matt derartig hart zuschlug. Matt war kräftig, und er schlug tatsächlich brutal mit seiner vollen Kraft zu. Nun, sie hatte es gelernt, mit Schmerzen zu leben. Das konnte sie auch jetzt.

Nach weiteren zehn Schlägen hielt er wieder inne. „Willst du jetzt die Hand in das Wasser halten?“, fragte er sie immer noch mit völlig ruhiger Stimme.

„Nein, Herr!“, entgegnete sie ihm mit zusammen gebissenen Zähnen und mühsam beherrscht.

Sie hörte, wie er seine Gürtelschnalle löste. Panik schoss ihr durch das Blut, engte ihr Gesichtsfeld ein, wollte er sie etwa mit seinem Gürtel dermaßen verprügeln? War das überhaupt noch ihr Matt? Dieses Geräusch ging ihr durch Mark und Bein, Bilder schossen ihr durch den Kopf. Wie vielen Frauen war mit einem Gürtel eine so schwere körperliche Gewalt angetan worden, dass sie hinterher ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten! Der Gürtel war eines der beliebtesten Instrumente eines Mannes, um eine Frau zu verprügeln, das ging immer wieder durch die Presse. Sehr viele dieser Männer waren betrunken dabei oder einfach sehr brutal und hatten Lust am Verprügeln eines Schwächeren, das galt für Frauen und Kinder gleichermaßen, sie waren in dieser Beziehung einfach nicht normal. Und dennoch, das konnte sie nicht tun. Flüchten vor ihm wollte sie aber auch nicht, auch wenn ihr Vertrauen in ihn zu bröckeln begann. Irgendwie musste das alles hier doch einen Sinn machen! Das musste einfach so sein! Völlig unvermutet biss sich der Gürtel mit diesem charakteristischen Klatschen in die jetzt schon hochsensible Haut ihres Hinterns. Wieder schlug Matt mit voller Kraft zu. Jeder Schlag ließ ihre Knie weich werden, jetzt musste sie sich schon am Herd festhalten. Sie musste langsam und tief durchatmen, sie konnte diesem unglaublichen Schmerz kaum noch standhalten. Nach jedem zweiten Schlag hielt er inne und wiederholte seine Frage. Immer sagte sie nur „Nein!“, bis ihr die Stimme versagte und sie nur noch mit dem Kopf schütteln konnte.

Nach zwanzig Schlägen mit dem Gürtel legte er ihn beiseite und griff nach einem schwarzen, breiten Gummiteil, das aussah wie eine übergroße Schuhsohle mit einem zu lang geschnittenen Teil für die Ferse. Das Fersenteil stellte sich als Griff heraus, und dieses ganze Teil konnte Charlene mühelos als Instrument für eine Züchtigung, eine Körperstrafe, identifizieren, als es das erste Mal über ihre geschundene und jetzt schon anschwellende Haut ihres Hinterns klatschte. Und dieser Schlag war mörderisch. Charlene wurde es schwummerig vor den Augen, aber immer noch kam nur ein unartikuliertes Stöhnen über ihre Lippen. Sie weinte leise und irgendwie hoffnungslos. Adrenalin jagte ihr pulsierend durch das Blut, ihr Gesicht war feuerrot und mit Tränen überströmt. Nach jedem Schlag ließ er ihr einen Moment Pause, dann fragte er nur: „Weiter?“, und schlug wieder zu, als sie nicht mehr antwortete.

Als dieses Leder- oder Silikonkunststoffding sieben Mal zugebissen hatte, gab Charlene endlich nach. Sie spürte, wie es sich in ihr bewegte, etwas rutschte in ihr weg. Dann würde sie eben ein paar Finger in das kochende Wasser halten, dachte sie mit einem hilflosen Trotz. Matt hatte soeben ihr ganzes neues Leben ruiniert, dann würden sie ein paar verbrannte Finger auch nicht mehr schrecken können. Sie war an einem Punkt angekommen, an dem ihr alles scheißegal geworden war.

Sie stellte sich aufrecht hin, wischte sich mit einer zornigen Geste die Tränen aus den Augen. Dann hielt sie ihre Finger wieder über den Topf. Sie war auf nichts anderes mehr focussiert, merkte auch nicht mehr, dass Matt seine Schläge eingestellt hatte und ihrem Handeln aufmerksam folgte. Sie steckte ihre Finger ins sprudelnde Wasser und zog sie rasch wieder heraus.

Und es passierte – nichts.

Sie spürte Kälte, sah auf das kochende Wasser und dann auf ihre unversehrten, kühlen Finger. Ihr Großhirn hatte sich gerade verabschiedet, ihr Bauchgefühl auch, sie wusste nicht mehr, was hier los war. Aber ihre Finger waren nicht verbrannt. Ungläubig sah sie sie an.

Matt zog ihr die Hose vorsichtig wieder hoch und trat dann neben sie, fasste sie wieder zärtlich um das Becken, so wie eben. Langsam griff er mit seiner Hand ihre, führte ihre vereinigten Hände erneut langsam dem kochenden Wasser zu. Sie wehrte sich nicht mehr, sie wollte es selber wissen. Langsam tauchten beide Hände miteinander vereint in das Wasser ein, Sekunden vergingen, in denen sie ungläubig betrachtete, wie das Wasser um ihre Handgelenke sprudelte. Sie spürte nur eine zunehmende Kälte. Sie sah auf zu Matt, suchte seine Augen. Er lächelte sie wortlos an, mit einem Lächeln, das auch seine Augen erreichte und erstrahlen ließ. Langsam hob er ihre Hände wieder aus dem Wasser.

„Vertraust du mir jetzt wirklich?“, fragte er sie eindringlich.

Sie sah ihn fassungslos an, völlig aufgelöst. „Ja“, brachte sie leise heraus.

Er zog den Topf von der Herdplatte. Die Platte hätte rotglühend sein müssen, aber sie war schwarz wie das übrige Ceranfeld auch. Nur die Neun leuchtete unübersehbar weiter. Vorsichtig berührte Charlene die Herdplatte. Sie war so kalt, wie es bei einer ausgeschalteten Herdplatte auch zu erwarten war. Matt goss den Topf im Spülbecken aus. Heraus fielen ein paar weiße, leise zischende und dampfende Stückchen.

Trockeneis!

Für einen Moment war sie keines Wortes mehr mächtig. Und sie brauchte auch keines. Matt drehte sie in seinen Armen zu sich, zog sie fest an seinen kräftigen Körper und küsste sie innig. Immer und immer wieder. Ihr strömten immer noch die Tränen über die Wangen, ihr Herz raste in einer unmöglichen Frequenz. Jetzt gaben ihr die Knie wirklich nach, Matt fing sie sofort auf und trug sie ins Wohnzimmer, legte sie sorgsam auf die Seite und zog fürsorglich eine Decke über sie. Dann legte er sich zu ihr, wischte ihr behutsam die Tränen von den Wangen, küsste sie immer und immer wieder.

„Der Schmerz wird wieder vergehen!“, flüsterte er. „Aber diese Lehre, die du daraus gezogen hast, die wird nicht mehr vergehen.“

Charlene konnte nur nicken. Da hatte er völlig Recht. Er war jetzt der eine Mann, für den sie wirklich von einer Brücke springen würde. Und das war bis zum heutigen Tag so geblieben. Sie liebte ihn so über alle Maßen. Gerade diese seine Handlungsweise hatte für sie eine unglaubliche Überzeugungskraft gehabt. Matt hatte ihr Schmerzen bis zu ihren absolut noch zumutbaren Maß zugefügt, und das gegen seine eigentliche Intention mit ihr. Aber das hatte er nur getan, um ihr zu beweisen, dass sie ihm in jeder, aber auch wirklich jeder Lebenslage voll vertrauen konnte. Damit hatte er ihr auch bewiesen, dass er ihres Vertrauens absolut würdig war, dass er es verdiente. Und dieses Gefühl in ihr war etwas Wunderschönes, sie würde es um nichts in der Welt mehr ändern wollen. Er hatte ihr damit ein wirklich kostbares Geschenk gemacht, gegen das jedes materielle verblasste. Wirklich jedes.

„Ist es dir denn schwer gefallen?“, fragte sie ihn, als sie sich unter seiner Liebe endlich wieder völlig beruhigt hatte. „Mir solche Angst zu machen und mir so weh zu tun?“ Sie hatte sich bei Matt beruhigend eingekuschelt, und ihr Gehirn tat auch wieder seine Arbeit. Charlene wollte nur wissen, wie er dazu stand, dass es ihn nicht erregt hatte, das hatte sie sehen und fühlen können.

Matts Antwort war bedächtig, er wählte seine Worte sorgfältig. „Bei dir wollte ich eigentlich nicht so weit gehen müssen, schöne Frau, aber du kennst ja jetzt meine Beweggründe. Es war mir sehr wichtig, dass du so denken lernst. Und ich muss meinen Hut vor dir ziehen, du hast Standvermögen!“

„Behandelst du die anderen Frauen auch so?“, wollte sie weiter wissen, ohne auf sein Lob einzugehen. Wieder antwortete er bedächtig. „Wie ich es dir schon angedeutet habe und wie du es auch vorhin selber erlebt hast, habe ich keine Skrupel, meine Begierden auszuleben, auch auf diese Weise. Aber grundsätzlich will ich nicht zerstören, sondern befreien. Es muss nur nicht sein, dass du das alles mit ansehen musst. Für dich halte ich das gar nicht für so gut, deswegen ist mir unser jetziges Arrangement sehr recht.“

„Ich hätte ja eigentlich nur an den Topf fassen müssen“, meinte sie dann nachdenklich. „Wieso bin ich nur nicht darauf gekommen? Eigentlich schön blöd!“

„Man glaubt am ehesten, was man sieht, meine Schöne“, war seine nachdenkliche Erwiderung. „Und ich bin sehr froh darüber, dass du so reagiert und nicht nachgesehen hast. Du hättest mir nicht nur einen Strich durch die Rechnung damit gemacht, ich hätte mir auch etwas Neues ausdenken müssen. Und dann wärst du auf jeden Fall vorbereitet gewesen. Für diese Lehrstunde brauchte ich dich aber eigentlich wirklich völlig unvorbereitet. Wenn ich dich führen will und soll, musst du es lernen, mir wirklich zu vertrauen und dich auch führen zu lassen. Und ehrliches Vertrauen muss man sich eben erarbeiten, das kommt nicht über Nacht, und das gilt sowohl für dich wie für mich, schöne Frau.“

Und Matt sollte mit seinen Taten und Worten Recht behalten. Nachdem er ihr die Mechanismen der Ausbeutung auf ihrem Arbeitsplatz klar gemacht hatte, gelang ihm, was vorher noch niemandem bei ihr gelungen war. Er entzog sie diesem maximalen Stress, sorgte dafür, dass sich die Arbeit und die Freizeit in ihrem Leben die Waage hielten, und vor allem sorgte er dafür, dass sie glücklich wurde. Er stellte ihr Leben weiter so konsequent auf den Kopf, und sie liebte ihn sehr innig und tief dafür. Was er mit anderen Frauen anstellte, wollte sie gar nicht so genau wissen. Sie konnte ihn teilen, wenn sie wusste, dass er sie dennoch von ganzem Herzen liebte. Dann ging ihr nichts verloren, im Gegenteil, sie gewann eher dazu, weil Matt einfach ausgeglichener und glücklicher war und auch an Erfahrung ständig dazu gewann. Sie wusste nur eines: Sie wurde für ihn zu einer Art Anker in seinem bewegten Leben. Wenn er bei ihr war, dann war er völlig er selbst, und das befreite auch ihn. Wie viele Anker er noch hatte, war für sie nicht von Interesse, so, wie es jetzt war, reichte es ihr völlig und ohne jede Abstriche. Und die Tatsache, dass sie die Institution der Ehe so gar nicht vermisste, sagte ihr genug über ihre eigene Natur aus. Wie immer Matt das auch herausgefunden hatte, er hatte sie mit Bedacht aus der Masse der Frauen ausgewählt, weil sie eben wirklich diese Disposition in ihrem Verhalten zur Unterwürfigkeit gegenüber ihrem Mann hatte, das, was neuerdings mit dem Schlagwort submissiv ausgedrückt wurde, aber schon so alt wie die Menschheit selbst war.

***

Charlene erwachte wie auf einem Traum, als sie tief unter sich die Tür schlagen hörte, eine Autotür. Matt stieg aus einem kleinen Auto und half einer jungen Frau heraus. Er war endlich da! Sie sprang der Tür entgegen.

***
©Matt

Zufällige Begegnung, (Charlene), Teil 9

Und weiter gehts, ein Teil, der Teil 10, fehlt noch… (Wundert euch bitte nicht über die Sternchen nach jedem Absatz, wordpress will im Moment nicht so richtig und ich kann im Moment das Problem micht klären.)

So zog Charlene ganz natürlich und unproblematisch bei Matt ein. Er verschaffte ihr drei freie Wochen, und diese Zeit nahm er sich für sie. Matt hatte Geld, war sehr vermögend, nach jedem Klischee würde er jetzt mit ihr andauernd in einem ausgezeichneten Drei-Sterne-Restaurant nach dem anderen essen gehen und auf diverse tolle Partys, zu denen sie Kleider tragen müsste, die er ihr kaufen würde. Teure Kleider. Charlene bekam große Augen und sah ihn nur schweigend an, als er dann so ganz anders reagierte.

Matt machte ihr ein viel größeres Geschenk als all das. Er öffnete sich ihr gegenüber und begann, ihr von sich selbst zu erzählen. Da gab es keine schwere Kindheit bei ihm, keine versteckten und sublimierten Ängste, keinen hochgeheimen Job bei der CIA, aber auch er war es nicht gewohnt, ehrlich über seine Gefühle zu sprechen, und das ließ er Charlene fühlen. Er machte ihr deutlich, wie besonders sie für ihn war. Charlene fand in seiner Wohnung auch nichts, was darauf hin deutete, dass er Frauen aushielt. Also keine begehbaren Kleiderschränke mit sündhaft teuren Frauenkleidern in rauen Mengen, und alle wundersamer Weise in ihrer Größe. Kein teurer Schmuck lagerte in Massen in Schubladen, keine Batterie von wahnsinnig teuren High Heels wartete auf sie. Wenn er kam, dann gingen sie spazieren, in der Stadt oder im Wald, in Museen oder auch mal in ein Konzert. Als Matt herausfand, dass Charlene selbst nicht so sehr viel von Musik verstand und lieber Musicals als Wagner, den Richard Wagner, sah und hörte, hatte er auf der Stelle Karten parat und machte ihr damit eine Riesenfreude, denn für solche Sachen hatte sie so unendlich lange schon keine Zeit mehr gehabt. Es waren eher diese vielen kleinen Dinge, die das Zusammensein mit ihm so besonders machten. Diese Abende mit ihm waren alle wie verzaubert, sehr entspannt und voller Leichtigkeit des Seins. Und noch immer hatte Matt sie nicht geküsst, obwohl er sie ganz offensichtlich sehr mochte und ihr das auch ganz offen und deutlich zeigte. Charlene hatte in dieser Beziehung große Antennen. Matt spielte gerne auf der Geige für sie, wunderschöne Melodien, in die sie sich einfach fallen lassen konnte, und noch lieber sang er für sie. Charlene fühlte einfach, wie besonders das für ihn war. Und wenn sie dann völlig entspannt auf dem Sofa saß oder lag und ihm zuhörte, dann legte er die Geige beiseite, stand vom Klavier auf und kam zu ihr, um sie einfach nur zärtlich zu berühren, zu umarmen und zu streicheln. So kam es, dass Charlene die Initiative ergriff. Sein Verhalten mit ihr war so besonders, dass sie ihn einfach küssen musste. Und als sie das tat, öffneten sich bei ihm die Schleusen, er ließ es sie fühlen, wie sehr er sie begehrte. Er hatte nicht vor, sie jemals wieder gehen zu lassen, und das sagte er ihr auch. Und Charlene war niemals glücklicher gewesen. So kam auch der erste Kuss und alles, was darauf folgte, ganz natürlich und wie von selbst.

Einen der nächsten Küsse, einen der Extraklasse, bekam sie von Matt bei einem Waldspaziergang. Matt war nicht wirklich ein Menschenfreund, er mochte einzelne Menschen, aber mit dem Menschen als Gesellschaft konnte er nur wenige Gemeinsamkeiten finden. Das fand Charlene schnell heraus, und das zeigte sich auch an diesem Tag im Wald wieder. Matt mochte nicht die in den Wald eingetretenen Pfade und Wege gehen, er war mehr so der Querfeldein-Typ. Bei ihrer Wanderung durch die warme Sommersonne, das im Wind rauschende Grün und dem erdigen Geruch kamen ihnen beiden sowieso die besten Gedanken. Sie unterhielten sich also locker und entspannt über eigentlich gar nicht alltägliche Dinge, was Matt dann wohl auch etwas unaufmerksam machte, zumindest was ihren Weg betraf. Sie mussten über ein kleines, klares Bächlein springen, eigentlich kein Kunststück, aber Matt rutschte auf einem glitschigen Stein aus und riss Charlene mit sich. Er drehte sich aber geistesgegenwärtig so, dass sie auf ihm zu liegen kam. Das Wasser war kühl und belebend an diesem heißen Tag, Charlene lag zum ersten Mal richtig auf seinem kräftigen, gestreckten und jetzt auch noch vom Wasser überspülten Körper, und aus ihrem Lachen, das laut durch den Wald schallte, wurde bald ein heißer, langer Kuss.

Charlene gestand ihm, dass sie sich wunderte, dass er sich kein Model nahm, zumal er jünger als sie wäre. Matt lachte laut auf, als sie ihn verschämt und doch mutig musterte, denn sie offenbarte ihm so ihr Innerstes und war gerade da sehr verletzlich. „Du hast nur gearbeitet und niemals gelebt, meine Schöne“, antwortete er ihr lachend. „Das werden wir beide jetzt nachholen. Du hast mich auf Anhieb bezaubert, wie du so diszipliniert und doch offen für meine Leiden vor mir gesessen hast. Ich suche für lange Zeit generell kein Püppchen, sondern eine Frau auf Augenhöhe, Liebes. Und dass du bei diesem Job ein paar Pfunde zu viel hast, ist doch ganz natürlich, du musst standfest sein, und das kannst du wohl kaum mit fünfzig Kilogramm in die Tat umsetzen. Aber über deine Einstellung zu deinem Leben überhaupt und zu deinem Job müssen wir noch reden.“ Er musterte sie bei seinen Worten wieder so wie in der Ambulanz, und sie nickte nur. Er lächelte sie nur liebevoll an. Kein Druck. Er war einfach wundervoll.

Matt wollte von ihr wissen, was sie so träumte, wenn sie nachts im Bett lag und nicht schlafen konnte, oder wenn sie schlafen ging. Wovon sie überhaupt träumte. Charlene errötete sofort und musste sich erst einmal fassen, was Matt wieder lächeln ließ. Und wieder ließ er ihr die Zeit, sich durchzuringen, ihm diesbezüglich die ganze Wahrheit zu sagen. Die war nämlich, dass sie davon träumte, von einem Mann gewaltsam genommen zu werden, geschlagen zu werden, das waren gewalttätige Träume, die sie teilweise aus ihrer Perspektive und teilweise aus der des Mannes sah, der etwas mit einer Frau tat. Die verstand sie an sich überhaupt nicht, denn sie war Ärztin, Gewalt hatte in ihrem Leben so gar keinen Platz. Matt lächelte sie an. „Ja, du bist eine liebenswerte und tapfere Frau, Gewalt passt scheinbar so gar nicht zu dir. Wie kann eine so liebliche Frau von Gewalt träumen? Das ist ein Gegensatz, nicht wahr?“

Im Laufe der Tage machte er ihr dann genauer klar, was er damit meinte. Er erklärte ihr, dass sie aus der Sicht des Mannes das träumen würde, was sie sich für sich selbst wünschen würde, sich aber nicht einzugestehen wagte. Sie sah auf sich selbst sozusagen aus den Augen des Mannes, so wie sie von einem Mann unterbewusst wahrgenommen werden wollte. Sie träumte also keineswegs von männlichen Gefühlen, sondern von denen, die sie an den Männern gerne sehen wollte, und damit von ihren eigenen. Charlene fiel ein gewaltiger Stein von der Seele, denn sie hatte sich für reichlich abartig empfunden, dass sie an so etwas überhaupt dachte. Für Matt war das ganz normal und er hatte es auch so erwartet. „Soll das jetzt heißen, du wirst genau das mit mir auch tun?“, fragte sie ihn dann wieder schüchtern. Matt lachte wieder auf. „Wir beide werden nichts tun, um das du mich nicht bittest, erinnerst du dich?“, fragte er gegen. „Wir gehen das langsam an. Du wirst es schon ganz von selbst erkennen, wie Schmerz in einem gewissen Ausmaß bei dir eine ungeheure Lust erzeugen kann. Dein Unterbewusstes weiß es auf jeden Fall schon!“
„Wirst du das mit mir tun, wovon du träumst?“, fragte sie weiter, denn Matt hatte ihr auch offen und ehrlich von seinen Fantasien erzählt, und die waren handfest, nicht von schlechten Eltern und hätten aus ihren Träumen stammen können. „Nur, wenn du mich darum bittest, Liebes!“, antwortete er mit einem Augenzwinkern. „Ich habe dir schon einmal gesagt, ich lebe nicht nach normalen Normen. Und du hast schon so viel Leid erlebt, bist psychisch und physisch schon so überlastet, dass ich dich nicht alles wissen lassen möchte, was ich so treibe mit anderen Frauen. Für dich reicht es, zu wissen, dass ich es ernst mit dir meine. Und für diese neue Welt werden wir beide uns Zeit lassen. Du suchst nach einem Mann, der noch stärker ist als du und das dir gegenüber auch bewusst auslebt. Den hast du jetzt gefunden. Das heißt aber nicht, dass ich dir weh tun will. Ich will alles andere als das. Ich will dir deine tiefsten und geheimsten Träume erfüllen, deswegen frage ich dich ja danach!“ Charlene überlief ein mächtiger Schauer, als er das so sagte, und sie schmiegte sich nur wortlos und schutzsuchend in seine Arme. Und Schutz, den bot er ihr und konnte ihn ihr auch bieten, sogar vor ihr selbst.

Das erste Mal schliefen sie miteinander, als diese drei Wochen schon fast herum waren. Matt verführte sie nach allen Regeln der Kunst, aber durch diese langen, klärenden Gespräche genoss sie seine Liebe einfach, die er so zum Ausdruck brachte. Und er war sanft und einfühlsam, als er sie dann in Besitz nahm. Daran konnte Charlene sich auch noch so wie am ersten Tag erinnern. Nichts von Fesseln, nichts von Schlägen, aber dominant war er schon seit dem ersten Abend bei ihm zu Hause gewesen, als er ihr mit dem Schal die Augen verbunden hatte. Dazu brauchte er überhaupt keine Hilfsmittel, das war er ganz einfach und ganz natürlich, und Charlene ordnete sich ihm genauso natürlich und liebend gerne unter.

Dann war diese traumhaft schöne Auszeit vorbei, Matt musste wieder fort. Er wohnte gar nicht in dieser Stadt und sein Arm war gut ausgeheilt. Ein anderer Arzt hatte ihn weiter behandelt, von Charlene wollte er etwas ganz anderes als ihre ärztlichen Künste. Matt war dabei, ihr Leben komplett auf Links zu drehen, aber sie wusste noch immer relativ wenig von ihm. Sie hatte auch das unbestimmte Gefühl, dass sich daran so sehr viel nicht ändern würde. Nächtelang hatten sie nun zusammen gesessen und nur geredet, und da hatte Charlene ihm ihr Herz ausgeschüttet, Matt ihr das seine aber nur teilweise. Er hörte aktiv zu und richtete für sie ihre Sicht auf die Welt, aber er erzählte ihr nicht alles von sich selbst, dessen war sie sich sicher.

Charlene war natürlich traurig, und Matt war es auch. Er versprach ihr aber in die Hand, regelmäßig zu ihr zu kommen und diese Treffen zu etwas ganz Besonderem für sie zu machen. Er bat sie nur um die Erlaubnis, dann auch für sie sorgen zu dürfen. Charlene sah ihm in die Augen und die ihren leuchteten wieder grün im Sonnenlicht auf. Ihr wurde auf einmal bewusst, dass sie etwas abgenommen hatte und wie seidig ihre blonden Haare im Licht schimmerten. Sie ahnte, dass sich hinter seiner einfachen Bitte viel mehr verbarg, aber nachdenken musste sie darüber nicht lange. Sie stimmte nach einer kurzen Bedenkpause zu. Sie wusste, wie sehr es Matt an ihr schätzte, dass sie überhaupt nichts von ihm hatte haben wollen. Sie hatte einzig und alleine ihn gewollt.

Kaum war Matt weg und sie wieder im Krankenhaus tätig, musste sie auch schon eine Eigentumsurkunde für eine sehr schön gelegene und große Eigentumswohnung in einer der besten Stadtviertel der Stadt bei der Post abholen. Matt machte um so etwas niemals große Worte, aber er erwartete von ihr, dass sie tat, worum er sie bat oder was er für sie für das Beste hielt. Die Wohnung war schon halb eingerichtet, mit den wichtigsten Möbeln versehen, als sie die Tür aufschloss. Sie hatte einen grandiosen Blick über die Stadt und das Flussufer. Charlene wanderte erst wie betäubt durch diese riesige Wohnung, dann aber schaltete sich ihr Großhirn wieder zu, sie krempelte die Ärmel hoch und machte sich umgehend an den Umzug hierher.

Die folgenden Monate zogen ins Land, und wie Matt es versprochen hatte, hielt er sein Wort. Er kam sie ungefähr zwei Mal im Monat besuchen, manchmal für zwei bis drei Tage, manchmal auch nur für eine Nacht. Charlene hätte nun nachlesen können, wie eine BDSM-Beziehung so abzulaufen hatte, aber das wollten weder sie noch Matt. Die Trennungen machten ihre Sehnsucht nacheinander nur noch schärfer, und wenn sie ihm dann überglücklich in die Arme fiel, dann stellte sie schnell fest, dass ein kleiner Klaps auf ihr Hinterteil ihre Begierde nach ihm nur noch steigerte. Genauso wie sein dominantes Verhalten, das er dann an den Tag legte. Matt behielt Recht, es dauerte gar nicht so lange, bis sie ihn um Schläge bat, weil der Schmerz dann direkt in ihren Unterbauch schoss. Das hatte sie so noch niemals erlebt und auch für unmöglich gehalten, aber sie wollte davon immer mehr. Und Matt wiederum wollte dann immer mehr von ihr. Eines Tages probierte sie aus, wie es klang, wenn sie ihn mit „Herr“, oder „mein Herr“ ansprach, und es klang gut so, wirklich gut. Matt selber betitelte sie fast niemals auf diese Weise, er wusste ganz einfach, dass es Realität und gut so für sie beide war.

Was er aber mit zunehmender Sorge betrachtete, das war ihr Arbeitspensum. Sie hatten es sich zur Gewohnheit gemacht, täglich einmal miteinander zu telefonieren, und da blieb es nicht aus, dass diese kurzen Gespräche auch im Krankenhaus stattfanden, wenn Charlene gerade im Stress war. Matt bekam also hautnah mit, was seiner Geliebten so alles zustieß, und das machte ihm zu schaffen. Er wusste, dass Charlene mit den Anforderungen dort an den Rand ihres Kompensationsvermögens getrieben wurde, auch mit seiner einfühlsamen Hilfe. Er wollte ihr ihr Leben erträglicher machen, aber dazu brauchte er ihr uneingeschränktes Vertrauen. Charlene lächelte auf ihrer Fensterbank, als sie daran dachte, wie Matt dieses Vertrauen in ihr fest zementiert hatte. Die Betonung lag auf dem Wörtchen uneingeschränkt.

***

Eines Tages war er lange vor ihr in der Stadt und schon in ihrer Wohnung, als sie zurückkam. Zu dieser Zeit hatte er sie schon weiter eingeführt, sie ließ sich gerne den Hintern von ihm versohlen, sie brauchte das geradezu, und es wäre ihr unmöglich gewesen, jemand anderem zu beschreiben, welche Kaskade von Gefühlen er damit in ihr auslöste, mal von der in ihren Unterleib einschießenden Lust bei jedem Schlag ganz abgesehen. Sie liebte ihn und vertraute ihm völlig, so zumindest dachte sie es. Und sie freute sich jetzt auf ihn. Sie strich sich abwesend durch die Haare, fühlte sich einfach nur gut und freute sich darauf, seine Befehle befolgen zu dürfen, wie immer sie auch ausfallen würden.

Er stand schon umgekleidet hinter der Tür, als sie öffnete, und sie warf sich ihm überglücklich in die Arme. Er lachte und zog sie fest an sich, er freute sich ebenso. Sie küssten sich lange und voller Sehnsucht, dann aber hielt Matt sie an ihren Schultern auf Armesbreite von sich weg und bedachte sie wieder mit diesem forschenden Blick, der ihr schon in der Ambulanz aufgefallen war. Seine Worte, die er dann an sie richtete, die hatte sie auch noch genau im Gedächtnis.

„Mein Liebling, wir haben schon so viel über Vertrauen gesprochen“, hob er an. „Du weißt, ich fordere es von dir uneingeschränkt. Das weißt du doch, oder?“ Er lächelte sie an, und sie beschlich eine Ahnung, dass er an diesem Nachmittag mit ihr etwas Außergewöhnliches plante. Sie nickte aber sofort. Ja, das wusste sie, und nach ihrer Sicht der Dinge vertraute sie ihm auch blind.

Matt nickte. „Ich möchte das heute einmal testen. Und ich werde dich bestrafen, wenn du mir nicht vertraust. Ich habe dich bisher noch nie für etwas bestraft. Hast du Angst vor diesem Test oder vor meiner Strafe?“
Charlene schluckte. Sie wusste immer noch nicht, was Matt so alles mit anderen Frauen trieb, und es interessierte sie auch nicht, aber vor seiner Strafe hatte sie dennoch einen höllischen Respekt. „Ich habe schon Angst vor deiner Strafe, Herr, aber ich bin mir sicher, dass du mich nicht bestrafen müssen wirst.“ Sie sah ihm gerade und lächelnd in die Augen, sie war Herausforderungen gewohnt, und als eine solche betrachtete sie auch nun Matts Ankündigung. Sie wusste, Herausforderungen konnte man unterliegen, aber auch damit würde sie fertig werden. Das war bisher immer so gewesen.

„Du weißt, ich liebe dich, schöne Frau, und ich würde dich niemals ohne Grund strafen. Aber dein völliges Vertrauen in mich ist mir überaus wichtig. Dann sei so lieb und kleide dich leger, ich warte auf dich in der Küche.“ Sie nickte. „Ich liebe dich“, flüsterte sie, dann drehte sie sich um und steuerte ihr Schlafzimmer an. Während sie sich umzog, hörte sie Matt in der Küche mit einem Topf hantieren, dem hohlen Klang nach war es ein Kochtopf. Die Geräusche, die er machte, waren nur leise, aber sie konnte deutlich das Rauschen von Wasser hören. Matt füllte anscheinend den Topf mit Wasser auf. Sie brauchte ein wenig, um sich für ihn etwas zurecht zu machen, dann ging sie zu ihm in die Küche.

Er saß entspannt neben den Herd auf der Arbeitsplatte der Küche und lächelte sie liebevoll an, als sie herein kam. Geschmeidig glitt er herunter und legte schweigend den Arm um ihre Hüfte, zog sie an sich heran, so dass sie jetzt gemeinsam auf den Herd mit dem Kochtopf darauf schauten. Der Deckel war zu. Charlene ließ ihren Blick über die Anzeige schweifen, der Temperaturregler stand auf voller Leistung, einer Neun. Matt hob den Deckel vom Topf und sie sah klares Wasser darin kräftig mit großen Blasen sprudeln. Sie betrachtete einen Moment das kochende Wasser, dann sah sie Matt an.

„Und was möchtest du, das ich jetzt tue, Herr?“, fragte sie ihn.

„Halte bitte eine deiner Hände in das Wasser“, befahl er ihr mit ruhiger Stimme. Charlene glaubte, nicht richtig gehört zu haben. Sie sah ihm schockiert in die Augen. Kochend heißes Wasser, sie hatte genügend Patienten mit Verbrennungen behandeln müssen, chirurgisch. Das konnte Matt unmöglich ernst meinen. Er konnte unmöglich wollen, dass sie sich eine ihrer chirurgisch tätigen Hände so verbrennen würde, dass sie hinterher nicht mehr zum Operieren zu gebrauchen wäre. Also musste eben das der Test sein, dem er sie unterziehen wollte. Er würde sie davon abhalten, das wirklich zu tun. Er wollte wirklich nur ihr Bestes.*
Sie sah wieder auf den Topf, Dampf stieg auf, das Geräusch des heftig sprudelnden Wassers erfüllte die ruhige Luft in der Küche. Charlene hob ihre zierliche Hand und näherte sie wortlos und ohne zu zögern der Wasseroberfläche. Immer näher, immer weiter. Doch sein erlösendes „Stopp“ kam nicht. Jetzt trennten sie nur noch Millimeter von der bewegten Wasseroberfläche, und er sah ihr weiter ruhig zu. Seine Augen wurden ernst, als sie so verharrte. Mit der Hand wenige Millimeter über der Wasseroberfläche. Sie sah zu ihm auf, hielt dabei ihre Hand schon professionell ruhig, so weit war sie dem kochenden Wasser bereits entgegen gekommen.

„Noch weiter?“, fragte sie ihn mit belegter Stimme.

„Ich habe mich deutlich genug ausgedrückt, Charlene!“, erwiderte er ruhig.

***

©Matt