Ein kontroverses Thema

Hi zusammen! Ich hab heute meinen ersten Kommentar von einem Leser bekommen, der nicht Krystan war :D. Darüber freue ich mich sehr, vielen Dank!

Dazu eine kleine Anmerkung von mir. Du hast geschrieben, dir gefällt meine Art, zu schreiben. Mir ist dazu ein Gedanke gekommen, den eine Geschichte ausgelöst hat, die ich heute gelesen habe. Da ging es auch um eine Beziehung eines dominanten Mannes zu einer devoten Frau, aber dem Autor hat es scheinbar einen Kick gegeben, die Frau menschlich herabzuwürdigen. Er hat sie als „mein Schweinchen“ bezeichnet, im Zusammenhang wurde das sehr klar, er hat sie auf die Stufe eines „instinktgetriebenen Tieres“ gestellt, das er entsprechend behandelt hat (sie ist sehr schlank und wird von ihm gezwungen, von ihm gefesselt und getragen eine große Spirale aus ca. 200 Fruchtgummis zu essen). Grundsätzlich wird so etwas ja in vielen Geschichten beschrieben, das ist ja nichts Neues.

Ich bin ja grundsätzlich der Ansicht, dass jeder Mensch (und insbesondere jeder Autor) für das respektiert werden sollte, was er persönlich gut findet. Das geht dann nur ihn etwas an, und man kann dazu nur sagen: Seh ich auch so, oder eben nicht.

So eine Aussage wirst du in meinen Geschichten aber niemals finden, das ist eine Aussage, die mich sogar richtig ärgerlich macht.  Mal ganz davon abgesehen, dass ich Schweine wie alle anderen Tiere nicht dazu benutzen würde, um so eine Aussage klar zu machen, bin ich der Ansicht, dass in einer solchen Beziehung der dominante Teil (egal, ob jetzt Mann oder Frau) und der devote immer und unter allen Umständen gleich viel wert sind. Ich könnte gar nicht anders schreiben. Wenn ich dann trotzdem richtig harte Praktiken beschreibe (wie zum Beispiel eine Vergewaltigung) und die auch von Matt begründen lasse, wird Matt aber niemals sagen, dass die Frau weniger als er wert ist, weil er das mit ihr tun konnte. Oder wenn Matt Nina demütigt, könnte er so etwas auch tun, aber eben nicht, weil er sie für ein Tier im abwertenden Sinne oder einen Menschen zweiter Klasse hält. Für mich geht das zusammen, auch, wenn es mir manchmal schwer fällt, das dann auch klar zu machen. Wenn das jemand anders versteht, steck ich ja auch nicht drin. Aber das ist der Grund, warum ich Matt manchmal Sachverhalte deutlicher erklären lasse, als es der Geschichte an sich vielleicht gut tut. Weil ich in diesem Punkt auf gar keinen Fall missverstanden werden möchte. Für mich gibt es da eine haarfeine Grenze, die ist mir persönlich aber sehr wichtig. Deswegen ist Matt auch immer freundlich. Er stellt sich manche Dinge sehr drastisch vor, aber er beschimpft eine Frau nicht so. (Wobei, wie gesagt, die Geschlechter da an sich völlig egal sind für mich.)

Anderes Beispiel: Man kann einen devoten Spielpartner ein Halsband tragen lassen, weil man ihn disziplinieren möchte und/oder weiß, dass ihm genau das gut tut, oder man kann es tun, weil man ihn wirklich wie ein Tier im abwertenden Sinne „hält“, und das kann der devote Partner ja dann auch mögen. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Mir persönlich wiederstrebt das sowieso schon, weil ich Tiere nicht abwerte, weil ich sie halte. Aber grundsätzlich würde ich persönlich das niemals so wertend beschreiben.

Das nur mal so am Rande. Man liest vielleicht heraus, ich bin wirklich wütend. Das liegt wohl an diesem speziellen Bild in dieser Geschichte. lg

2 Kommentare zu “Ein kontroverses Thema

  1. Mike Stone sagt:

    Ein guter Beitrag zu einem kontroversen Thema.
    Ich muss allerdings auch sagen, dass für mich die Gedanken in einer Geschichte immer frei sind. Ich runzle auch die Stirn, wenn ich den Eindruck bekomme, dass da eine menschenverachtende Einstellung des Autors in den Handlungen von Charakteren durchschimmert. Aber manchmal ist genau das irgendwie Absicht, um zu polarisieren. Ob oder ob nicht der Mensch, der es geschrieben hat auch wirklich ein Arschloch ist, lässt sich letztlich nur von Angesicht zu Angesicht herausfinden. Weil man dann in den Augen die Wahrheit ablesen kann.

    Als Autor reizen mich Extremsituationen aufgrund der Effekte, die sie auf die beteiligten haben. Ohne die Geschichte zu kennen, die du hier als Beispiel heranziehst, wäre eine Introspektive der betroffenen Frau dabei sicherlich nicht uninteressant. Eine Schilderung aus seiner Sicht hingegen nur, wenn sie ein Spotlight auf inneren Konflikt oder aber psychologische Abweichungen von der Norm in seiner Persönlichkeit wirft.
    Zugegebenermaßen ist das meistens nicht der Fall und viele Erniedrigungsgeschichten sind einfach nur Fantasien von Leuten, die damit ausleben, was sie real (glücklicherweise) nicht umsetzen können. Oder – seltener – nicht umsetzen würden, weil sie wissen, wie falsch es ist. Was für mich dann wieder bedeutet, dass ihre Fantasie ein Ventil darstellt. Und das unterstütze ich dann schon wieder, auch wenn ich es nicht lesenswert finde.

    So oder so…
    Ich kann deine Wut verstehen. Und auch ein gewisses Unverständnis. Aber ich habe eben auch die Erfahrung gemacht, dass es erstaunlich viele Leute gibt, die sich gerne in der Fantasie in irgendwelche Opferrollen versetzt sehen und das irgendwie genießen. Und damit haben dann auch solche Geschichten ihre Rechtfertigung.
    Oder um es deutlicher zu sagen: Wenn ich persönlich eien Vergewaltigungsgeschichte schreibe, dann nicht für die Männer, die glauben sie würden gerne mal einer Frau Gewalt antun, sondern für die Frauen, die sich ganz insgeheim und selten mal dieser ‚verbotenen‘ Fantasie hingeben. Ganz allein im stillen Kämmerlein und ohne jemals jemandem davon zu erzählen.
    Und ich glaube, dass man derartige Intentionen den Geschichten auch entnehmen kann, wenn man genau hinsieht. Weswegen das nicht im Gegensatz zu deinen Aussagen stehen soll, sondern als Ergänzung.

    liebe Grüße
    Mike
    (aka Coyote) 😉

    • msfestehand sagt:

      Hi Mike! Wie schön, dass du herein siehst, und irgendwie lustig, dass du ausgerechnet zu diesem Post so viel (Richtiges) anzumerken hast! Ich glaube, du kennst den Autor, und dann wahrscheinlich auch die Geschichte. Ich antworte dir morgen, ich bin gerade unfähig, mein Oberstübchen noch einmal in Gang zu bringen! 😀 Sozusagen ein Zustand nach zu viel Input, in den ich mich gerade befinde. Liebe Grüße!

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