Geschichten, die immer gut ausgehen, Teil 4

Das Thema wird mir immer wichtiger, das habt ihr in mir ausgelöst, und dafür danke ich allen, die hier sich beteiligt haben. Und das sind so hervorragende Kommentare, dass ich sie einfach mal eiter wieder gebe.

Krystan hat sich wieder zu Wort gemeldet und etwas, wie ich finde, sehr Gutes geschrieben: (Gesendet am 20.11.2013 um 22:53)

Ich wage mich mal aus dem Fenster. Gute Literatur schafft es, den Leser innerlich zu erreichen, wobei damit auch schon wieder die Subjektivität offenkundig wird. Denn jedes Werk hat immer auch nur einen gewissen Personenkreis. Reich wird man, wenn dieser Personenkreis in die Millionen geht. Ruhm erlangt man, wenn man die Eliten, Studenten, etc., anspricht. Bewegt Literatur wirklich etwas? Wer weiß. Ein gutes Buch kann in meinen Augen ein Katalysator sein, nicht mehr, nicht weniger. Wenn der Grundstock in einem vorhanden ist, hilft ein Buch vielleicht, sich in Bewegung zu setzen. Wohin die Reise geht? Das weiß am Ende vermutlich nur die Zukunft.

An der Stelle finde ich es übrigens wichtig, dass unterhalten und verstören nicht als Gegensatz gesehen werden. Denn was der eine als Unterhaltung sieht, ist für einen anderen verstörend. Und jemand, der keinen Zugang dazu hat, wird es langweilig finden. Es ist eben sehr subjektiv. Entscheidend ist einfach die Größe des Kreises.

Dazu von mir als Ergänzung: Gute Literatur erreicht den Leser innerlich und holt ihn auch da ab, wo er gerade steht. Das ist ein unumstößliches Statement. Ruhm erlangt man aber auch, wenn man schlicht und ergreifend die Gesellschaft als Ganzes anspricht, und zwar genau dann, wenn es genügend Elemente in der Gesellschaft gibt, die ähnliche oder gleiche Gedanken hegen, sie aber nicht auszusprechen wagen. Dann wirkt die Literatur wie ein Katalysator, er setzt immer mehr Menschen vereinigt in Bewegung. Ein Buch besteht aus Gedanken, und Gedanken haben die Kraft, die Welt zu verändern, eben genau so. Ich erinnere noch einmal an die ungeheure Kraft der Gedanken in der Zeit der Aufklärung. Wasser ist inkompressibel, Schnee ist es, und Gedanken können das auch sein. Deswegen habe ich Ehrfurcht vor dem geschriebenen Wort. Und eine Verstörung des Lesers ist insbesondere meiner Meinung nach auch eine gute Unterhaltung, wenn sie nicht über das Ziel hinaus schießt und Ablehnung erzeugt. Verstörung kann ebenfalls wie ein Katalysator wirken, denke ich. 🙂

Und Nadja schrieb (Gesendet am 21.11.2013 um 21:37)

Ich würde gar nicht mal sagen, dass man als Autor festgelegt sein muss auf ein bestimmtes Genre. Durch die Nutzung verschiedener Pseudonyme hat man als Autor durchaus die Möglichkeit sich in verschiedenen Genres auszuprobieren. Man müsste dann halt im neuen Genre nochmal als „niemand“ anfangen, klar.

Ich habe am Wochenende einen sehr aufschlussreichen Workshop von Christiane Lind besucht, einer eher wenig bekannten Autorin, die zum Beispiel historische Romane, Katzengeschichten und einen Jugendroman bei großen Publikumsverlagen veröffentlicht hat. Bei ihrer Arbeit an dem Jugendroman wurde ihr vom Verlag ein neues Pseudonym angeraten (Laura Antoni).

Sie hat auch davon erzählt, wie schwierig es ist, die bereits geschriebenen Romane an den Mann bzw Verlag zu bringen. Im Prinzip lebt sie eher von Auftragsarbeiten. So kommt es vor, dass ein Verlag ihr Manuskript zwar ablehnt, aber an einer Zusammenarbeit mit ihr interessiert ist. Dann sagt der Verlag: Uns fehlt für nächstes Jahr noch ein historischer Roman in unserem Programm, und dann schreibt sie los. Und wenn sie Pech hat, entscheidet sich der Verlag dann doch gegen die Veröffentlichung bzw. verschiebt die Veröffentlichung auf unbestimmte Zeit.

Wenn man nicht gerade einen Bestseller nach dem anderen produziert, hat man es einfach sehr schwer und ist den Verlagen ziemlich ausgeliefert. Veranstaltungen wie Lesungen muss sie zB. von sich aus organisieren. Vom Geld brauchen wir gar nicht erst reden. Früher konnte man wohl davon leben, wenn man jedes Jahr zwei durchschnittliche Romane veröffentlicht hat. Heute reicht das nicht mehr. Alle wollen Bestseller. Irgendwie geht der Markt gerade voll den Bach runter…

Sie selber hat noch einen „Brotberuf“, mit dem sie quasi ihre Schriftstellerei finanziert.

Bei Verlagen scheint es auch nicht besser auszusehen. Wo es früher 10 festangestellte Lektoren gab, gibt es heute nur noch zwei und ein paar Freie (quasi Zeitarbeiter). Die können dann am Wochenende schön unbezahlte Überstunden machen und die Manuskripte durchgehen.

Finanziell haben sich wohl die Bücher mit den Katzengeschichten am meisten gelohnt. Süße kleine Kätzchen mag halt jeder. Ein bisschen heile Welt. Sie ist selber Katzenbesitzerin und schreibt die Geschichten auch gerne. Aber für den einen oder anderen wäre das vielleicht schon zu sehr Richtung „Ich verkaufe meine Seele/Ideale“. Das ist ja immer eine persönliche Entscheidung und Einstellungssache.

Ich denke, bei Liebesgeschichten wie bei erotischen Romanen auch, möchte ich doch auch als Leser in irgendeiner Form befriedigt werden und mit einem guten Gefühl rausgehen.

Krystans Idee von der Wirkung von Büchern als Katalysator finde ich gut und treffend. „Du bist, was du liest“, den Satz habe ich neulich irgendwo gelesen und vielleicht ist da was dran. Eine Frau zum Beispiel, die Bücher von emanzipierten Schriftstellerinnen liest, wird vermutlich nicht unemanzipiert sein.

Das ist ein sehr wichtiger Einwurf, aus mehreren Gründen, wie ich finde. Zum einen erzählt Nadja davon, wie schwer es heutzutage, bei diese Medienvielfalt, die uns überschüttet, ist, eine Geschichte an den Leser zu bringen. Das ist dann schon die nächste Stufe, Ruhm und die Verkörperung von Idealen, danach Erfolg, und danach Ringen um den Erfolg mit persönlichen Eingeständnissen. Diesen Workshop hätte ich übrigens unwahrscheinlich gerne besucht, liebe Nadja. Du schilderst wirklich gut nachvollziehbar, was man da alles an Klimmzügen machen muss, und wie man sich unter Umständen auch verbiegen muss. Hinzu kommt ja noch, dass das Internet viele Funktionen von Büchern ersetzt hat.

Vorgestern, glaube ich, war Stephen King, 400Mio verkaufte Bücher weltweit, zum ersten Mal in Deutschland. Er hat eine Lesung in Hamburg gehalten und war bei Lanz. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind, denn ich hab bereits sein erstes Buch, Carrie, gelesen und bin mit ihm aufgewachsen. Sein Lieblingsbuch ist auch meines: Es. Er fand es übrigens im Deutschen viel schöner auszusprechen, statt nur kurz IT konnte er  ESSSSSS sagen, wer das Buch kennt, weiß, warum… Stephen King sagt von sich, er habe so viel Phantasie, das das so wäre, als hätte man einen kleinen Jungen in einen Rennwagen gesetzt. Er ist ein sehr privater Mensch, das wusste ich auch vorher schon von ihm. Er leibt schnelle Autos und Deutschland, weil man da so richtig Gummi geben kann… Was ich nicht wusste, war, dass er ein richtig harter Alkoholiker war, dass daran seine Ehe und sein ganzes Leben fast zerbrochen wäre. Er hat seine Sucht besiegt, aber er sagt auch: Ein Glas, und ich bin wieder drauf. Das hat mich betroffen gemacht, einer, der so ein gewaltiges Kopfkino hat, hat scheinbar auch erst eine Möglichkeit suchen müssen, damit klar zu kommen. In seinem 40. Lebensjahr ist er von einem betrunkenen Autofahrer auf dem Bürgersteig erfasst und fünf Meter durch die Luft geschleudert worden. Sein erster Gedanke: Das überlebst du nicht. Und sein zweiter: Und wenn doch, dann gibt es gleich jede Menge schöner Drogen…Stephen King hat phantastische Bücher geschrieben. Sein Erfolgsrezept: Er führt konsequent fort, was er sieht, und er versetzt sich in seinen Gegenüber. Empathie. Was wäre, wenn sein Gegenüber im Bus, der an ihm vorbei fährt, sieht, wie ein unauffällig wirkender Mann (King selber) gerade ein Messer erhebt, um auf eine Frau einzustechen… und schon ist eine neue Geschichte geboren. In Hamburg muss er wohl gesagt haben: Jetzt seid ihr mir zu viele. Aber wartet ab, nachher knöpfe ich mir jeden von euch einzeln vor…. Empathie. Und er meinte ganz trocken: Ich gehe gerne in die Hölle, so lange es eine gute Leihbibliothek dort gibt. Ein Satz, bei dem mir mein Herz aufgeht. Der könnte von mir kommen.

Warum erzähle ich an dieser Stelle von ihm? Zum einen, ihm gehört ein Denkmal gesetzt, finde ich. Ein Mann, der von sich selber sagt, er liefert nur gute Handwerksarbeit ab, keine gehobene Literatur, und dann 400 Mio Bücher damit verkauft… ohne Worte. Er hat eine unfassbare Phantasie, das weiß ich. Und seine Geschichten gehen IMMER gut aus, und es hat sich niemand deswegen beklagt. Warum? Er schreibt Horror, und da ist es beim Lesen fast natürlich, dass das Gute siegt. Dieses Gefühl gibt er mir, und ich finde das echt beruhigend. Er macht meine Welt ein wenig sicherer, und mit dieser versteckten Botschaft erreicht er Millionen von Menschen, wenn nicht Milliarden. Das ist mal ein Wort, ein Mann, der nicht predigt, aber so eine Aussage überzeugend um den Erdball schickt, und das aus einer eigenen, tiefen inneren Überzeugung trotz seines in vielen Bereichen schweren Lebens. So einem wie ihm glaubt man das einfach. Das ist Ruhm und Idealismus, und auch kommerzieller Erfolg, und er muss sich nicht dafür verbiegen…

Kätzchengeschichten sind schon wieder eher eine Nische. Aber erotische Romane sind das eigentlich nicht. Hier in Deutschland ja wohl eher doch, aber da empfinde ich es als Herausforderung, den erotischen Roman aus seinem Nischendasein heraus zu holen. Weil die Erotik eben das ganze Leben bestimmt, und die Beschäftigung mit so etwas darf einfach in meinen Augen keine Nische sein. Helden in erotischen Romanen können sich verändern, lernen, sie können anderen ein Beispiel sein. Erotische Romane können echte, tiefe Gefühle von falschen Bezeichnungen trennen. Erotische Romane können vielleicht Gruppierungen aufbrechen. Gewalt und Erotik können zur Liebe finden. Erotische Geschichten können unerwartete Wendungen nehmen. Und wenn man das Ende schon auf der ersten Seite liest, dann wird die Geschichte langweilig, aber wenn im Verlauf die Frage aufgeworfen wird: Wird er sie retten oder heilen können? und dann: Wird er sich selber heilen können? und zum Schluss: Kann die Geschichte noch gut ausgehen, wenn er das schafft? oder muss das Ende dann tragisch ein? Dann wird auch ein schlechtes Ende interessant, gell?

Ich danke euch von Herzen für eure Kommentare, seid bitte so lieb und macht weiter so! Ihr arbeitet mehr mit an einer längeren Geschichte, als ihr euch das jetzt gerade so denkt, und dafür danke ich euch!

Liebe Grüße, euer Matt

15 Kommentare zu “Geschichten, die immer gut ausgehen, Teil 4

  1. Krystan sagt:

    Dann bin ich mal gespannt.

  2. cultas sagt:

    Erotische Geschichten können verzweigte Wege gehen-wenig ist von vornherein festgelegt.
    Viele lesen sie (wie z.B. Shades of Grey) nur die wenigen stehen dazu -oft steckt falsche Scham dahinter.Ich finde es jedenfalls super,dass du die Verbreitung der erotischen Geschichten als Herausforderung siehst- und ich hoffe,du kannst etwas bewirken.
    Und ich liebe positive Ausgänge!

    • msfestehand sagt:

      Hi cultas!

      Da sprichst du etwas sehr Wichtiges an, diese Verzweigungen, die eine Entwicklung beinhalten. Kein Mensch ist eine Schablone, es wird erst wirklich spannend, wenn du nicht mehr weißt, wie Matt sich entscheiden und handeln wird. Wobei seine Grundzüge dann schon erhalten bleiben. Aber das versetzt sogar mich in Spannung, denn wenn ich anfange, zu schreiben, weiß ich genauso viel wie ihr, ich hab kein Plot, nur eine Kernidee, und was sich daraus entwickelt, ist das irgendwie Matts Sache, oder die meines Unterbewussten, oder was auch immer. Auf jeden Fall schreibe ich, wie Matt überlegt, und sehe ihm selber beim Überlegen zu…. Das macht das Ganze spannend. Und ein schlechtes Ende, nun ja, denkbar wäre das schon, aber so ganz schlecht, dass gar keine Hoffnung oder Andeutung mehr kommt am Ende, also, ich weiß nicht, ich glaube, eher nicht. Auch, wenn es natürlich toll wäre, wenn der Leser sich dann überlegen würde, was ist schief gelaufen?, und es dann besser machen würde… Das wäre dann der Fall, wenn die ganze Geschichte um Matt einen höheren Sinn bekommen sollte, und das weiß ich ja auch selber noch nicht.

      Liebe Grüße an dich!

      • msfestehand sagt:

        Hi cultas! Du bist ja schneller, als die Polizei erlaubt! Das hast zu zu meinem Vorwort geschrieben, das schon lange fällig war. Aber ich freue mich genauso, und das mit der Lesepartnerschaft hast du phantastisch ausgedrückt! Ich hab aber nun auch das Glück, zumindest bisher gehabt, dass ich solche Leser habe… lg
        Und das war cultas Kommentar, leider gesendet zu dem Entwurf, deswegen taucht er nicht auf, liebe cultas.
        Gesendet von cultas am 25.11.2013 um 18:29
        Na, wenn das nicht auf den Punkt gebracht ist! Mir gefällt deine offene ehrliche Art-wir,die Leser – oder besser ich,die Leserin – bin dir wichtig und dennoch verlierst du dich nicht.Ich freue mich auf unsere Lesepartnerschaft.

  3. Nadja sagt:

    Ich glaube auch, dass es unheimlich schwer ist, zwei Genres gleichzeitig zu bedienen. Ich versuche momentan auch zweigleisig zu fahren und mache letztendlich gerade gar nichts. Weil ich ein inkonsequenter und ungeduldiger Mensch bin ohne Durchhaltevermögen, aber das steht auf einem anderen Blatt.
    Es ist sicher einfacher, sich auf eine Sache zu konzentrieren und wenn man das Gefühl hat, es ist Zeit für eine Veränderung, dann das andere anzufangen.

    Ich bin auch ein großer Stephen King Fan, auch wenn ich nicht alle Bücher von ihm gelesen habe. Gerade am Samstag hab ich fast den Film zu „Friedhof der Kuscheltiere“ gesehen. Blieb allerdings nur beim Versuch, aber sagen wir mal, ich werde den Film jetzt immerhin mit sehr positiven Gefühlen in Verbindung bringen… 😉
    In „Die Arena“ ist mir was aufgefallen und zwar bin ich beim Lesen über eine Stelle gestolpert: Die beschriebene Szene fängt irgendwie an mit „Wir sehen hier…“, ein Kunstgriff, der den Leser aus seinem Lesefluss reißt. Sowas muss man sich als Autor erstmal leisten können, Stephen King kann sich das sicherlich auch leisten. Genauso in der gleichen Szene eine Vorwegnahme, die man als Anfänger lieber vermeiden sollte, so ungefähr:“Hier unterhalten sich Frau A und Frau B, die gleich sowieso tot sind“. Das war jetzt natürlich überspitzt aber ich habe auch keine Lust in dem dickem Wälzer die entsprechende Stelle zu suchen.
    Die ganze Beschreibung der Szene wirkt sehr filmisch, wie die Beschreibung eines Sets beim Filmdreh.

    Mich wundert es ehrlich gesagt nicht, wenn berühmte Menschen, Kreative insbesondere, Drogen- oder Alkoholabhängig werden. Das scheint nicht selten zu sein und vielleicht ist es der Versuch, den großen Druck irgendwie zu kompensieren, der auf ihnen lastet.
    Ich bin im Übrigen ein großer Ärzte-Fan, weil ich auch das Gefühl habe, die lassen sich trotz ihres großen Erfolgs nicht verbiegen und machen ihr Ding. Auch ein schönes Beispiel, dass man manchmal eben doch zu Ruhm und Ehre kommen kann ohne seine Ideale zu verraten.

    • msfestehand sagt:

      Hi Nadja! Darf man neugierig sein? Welche zwei Genres versuchst du denn, zu bedienen? Manchmal finde ich das unmöglich, und manchmal echt entspannend, je nachdem. Ich hab deswegen auch meist mehrere Sachen am Laufen, einfach, um mal in eine ganz andere Welt eintauchen zu können. Wenn allerdings dieses Gefühl aufkommt, dass der Bogen sich im größeren Rahmen spannt, dass eine Veränderung ansteht, dann kann ich nur noch schlecht loslassen, auch, wenn es dann Monate dauert, bis ich das umsetzen kann. Das ist dann schon fast zwanghaft bei mir. Und wenn ich aus irgendeinem Grund eine Schreibblockade habe wie neulich, dann bin ich todunglücklich damit, weil das Schreiben in mir ein einzigartig positives Gefühl auslöst… Wenn man allerdings einen Blog zu einem bestimmten Thema hat, dann muss man ja abliefern und sich damit beschäftigen. Und das kostet auch nicht unerheblich Zeit, die ich aber gerne investiere. Deswegen hier in diesem Blog so kleine Ausflüge, manchmal in andere Gedanken, die mich beschäftigen, oder in einen Versuch, ein Gebiet gesondert und im Rahmen einer Diskussion aufzugreifen. Ich hab deswegen bisher auch nur diesen einen, zwei würde ich nicht mehr gerecht werden können.

      Zu Stephen King schreibe ich gleich noch mal etwas. Der hat mich schon durch mein ganzes Leben begleitet, deswegen bin ich so berührt. Der Film „Friedhof der Kuscheltiere“ ist ja schon alt, aber das war einer der zwei Filme, wo ich damals das Ende kurz vor dem Ausgang aus dem Kinosaal gesehen habe, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, und dazu spitze Schmerzen hatte, die in den linken Arm zogen. Ich weiß nicht, das Ende dieses Films hat mich echt umgehauen. Also Vorsicht…
      „Die Arena“ hab ich nicht gelesen, werd ich dann wohl mal nachholen wegen dieser Stelle alleine schon. Die interessiert mich, das muss man sich als Autor nicht nur leisten können, sondern auch beherrschen :D. Sonst kommt es nicht gut. Genauso wie so eine Vorwegnahme eines kurz darauf stattfindenden Geschehens. Aber über King, wie gesagt, muss noch ein Extra-Artikel her.

      Das mit den Suchtmitteln bei so sehr kreativen Menschen ist wohl nicht die Regel, aber leider übermäßig gehäuft. Ich stelle mir das wie die Hölle auf Erden vor, man hat so viele Ideen im Kopf, die einen regelrecht erdrücken und verfolgen, und man weiß, sie sind genial, man kann sie alle umsetzen, und genau das ist dann unerträglich, weil man keine Möglichkeit mehr findet, abzuschalten. Was soll man da tun. Ich stell gleich mal ein Gedicht eines alkoholkranken Dichters ein, das liebe ich wegen seiner Kraft, aber da spürt man das auch.

      Und du magst Ärzte? Hmmmm. Was du da schreibst, stimmt schon. Aber das ist echt nur die halbe Wahrheit. Da gäbe es noch sehr viele Geschichten zu erzählen, ich hab da mal drüber nachgedacht, ob die unerzählt bleiben sollen…. Jetzt bitte nicht genauer nachfragen, mal sehen.

      Bis später, ganz liebe Grüße an dich! Dein Matt

  4. Nadja sagt:

    Ich glaube, zum Thema Sucht, dass da auch ganz viel Druck von Außen kommt. Der Verlag, der dich vermarkten und mit dir Kohle machen will, die Fans, die einen Autor zum „Anfassen“ haben wollen, die dich in der Öffentlichkeit, auf Lesungen sehen möchten und Autogramme haben wollen. Die Frau, die Familie, die sich beschwert, weil sie dich nicht mehr sieht und nicht mehr kennt. Dann noch falsche Freunde, die sich auch irgendwie in deinem Ruhm sonnen wollen…
    Ich denke, da kann ganz schön was zusammen kommen, viele Leute, die an einem ziehen und zerren.
    Und dann vielleicht noch innerer Druck, Schreibblokaden, man verrennt sich und hat Angst, sein Niveau nicht halten zu können und den Erwartungen der Leser gerecht zu werden.
    So stell ich mir das jedenfalls vor.
    Ich versuche gerade was witziges und was erotisches unter einen Hut zu bekommen. Beim Thema Humor könnte der Plot, der mir vorschwebt, sogar für ein ganzes Buch reichen. Jetzt muss ich nur noch n Depp finden, der den ganzen Mist auch aufschreibt. Vermutlich muss ich das wohl selber machen…
    Liebe Grüße!

    • msfestehand sagt:

      Hi Nadja! Ich stelle es mir so vor, dass die Außenwelt in den von dir herangezogenen Formen Druck auf jemanden ausübt, weil genau dieser Jemand es geschafft hat, zu ihnen vorzudringen und sie zu bewegen, womit und wohin auch immer. Das ist ja sehr schön und auch sehr verständlich, das wird sich wohl auch fast jeder sehr kreative Mensch denken. Aber extrem kreative Menschen haben ein besonderes, ver-schobenes Innenleben, das erstens sehr rege ist und zweitens anders als das Innenleben der normal begabten Menschen. Damit ist es auch sehr fragil, sie müssen es gegen Eingriffe von außen schützen. Ich denke mir, solche Menschen suchen sich sehr gut aus, mit wem sie reden wollen, und in der Regel sind das „sichere Leute“ und damit nicht viele. Und wenn die Gedanken zu wuchtig werden, dann bewegt es sie so, dass sie vielleicht auch gar nicht mehr darüber reden. King ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Er hat eine unfassbare Phantasie, er setzt sich an einen Tisch in einem Cafe, ganz gemütlich, sieht irgendetwas und hat sofort die Idee zu einer Geschichte dazu. Einer Horrorgeschichte, wohl gemerkt. Das stelle ich mir irgendwie gruselig vor, und ich würde echt nicht unbedingt mit ihm tauschen wollen. Er hat mal gesagt, er sieht noch wie ein Kind, unter seinem Bett lauern echte Monster… Nun ja, wenn das ein Erwachsener glaubt, dann werden das echt ekelige Monster werden. Und er ist dementsprechend ein privat sehr zurückgezogen lebender, scheuer Mensch, er mag nicht über sich reden oder sich so im Mittelpunkt des Interesses stehen sehen, man konnte bei diesem Interview mit Lanz richtig sehen, wie er bei ein oder zwei Fragen innerlich zusammengezuckt ist. Der Lanz fragt aber aber auch so zielgerichtet im Sinne der Medien, ich kann ihn nicht besonders leiden deswegen. Und der Erwartungsdruck ist ja dann diesem kreativ arbeitenden Menschen immanent, man kann nicht immer den großen Wurf landen, aber wenn man das einmal geschafft hat, tut man es eigentlich nicht mehr darunter. Tja, und das schafft wirklich niemand, noch nicht einmal Mozart, obwohl der nahe dran war…

      Deine Intention finde ich klasse, Humor und Erotik. Hab ich auch schon überlegt, aber mir ist da so richtig noch nichts zu eingefallen. Hm, wenn dir ein Buch vorschwebt, dann wirst du es wohl alleine schreiben müssen, d.h. unter Ausschluss der Öffentlichkeit :). Warum liegt dir denn das Schreiben als solches nicht? Also für mich ist das Erfüllung, ich tauche ganz tief ab und fühle mich eins mit mir, alles fällt ab. Ich würde das nicht andere tun lassen wollen. Und dir fällt garantiert kein Mist ein… Aber nochmal mein Angebot: Wenn du es mit einer kürzeren Geschichte versuchen möchtest, dann könntest du zu mir stoßen, wenn du magst. Zwei Autoren finden mehr Aufmerksamkeit als einer, und wir beide verstehen uns gut, das sollte doch gehen. Ich meine damit, auch die Inhalte und Sprachstile sollten harmonieren. Denk einfach mal darüber nach… Das hat den Vorteil, dass du nur kleine Stücke schreiben musst, und dann packt es dich, da bin ich mir ziemlich sicher. 🙂 Ist wie eine Sucht, ab einem gewissen Punkt.

      Liebe Grüße!

  5. Nadja sagt:

    Ich übe noch, komme aber gerne irgendwann darauf zurück.
    Außerdem müsste ich überlegen, ob ich meine Nina noch umbenennen sollte 😉

    Liebe Grüße

    • msfestehand sagt:

      😀 Jederzeit! Bin immer für dich da! Hast du denn schon mal jemanden etwas von dir lesen lassen? Ich frage das nur, weil es mir auch einen ganz unverhofften Schub gegeben hat! Liebe Grüße!

  6. Nadja sagt:

    Ja, hab ich, aber niemanden, dem ich auch glaube 😉

  7. Nadja sagt:

    Sag mal, web.de macht grad doof, sind meine Mails bei dir angekommen? Yahoo-Mails landen bei mir im Spam-Ordner, keine Ahnung ob diese Antipathie auf Gegenseitigkeit beruht :-/

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