Stimmungsbilder, Serie: Im Käfig…

Zur weiteren Einstimmung für die Geschichte um Constanze habe ich ein paar Impressionen für euch. Fühlt ein wenig mit ihr… 

Eine Reminiszenz des Geschehenen – Intermezzo.

Matt hat Constanze gerade vor einem Sprung in die Eiseskälte des Flusses bewahrt, sie dann aber genau dieser Eiseskälte in einem Eisenkäfig ganz alleine wieder ausgesetzt. Er ändert sein Verhalten ihr gegenüber plötzlich völlig und einschneidend, als er sie gerade erst in den Käfig gesetzt hat. Er macht ihr eindringlich, sogar handgreiflich, klar, dass sie so lange in diesem Käfig sitzen bleiben muss, bis sie ihre innere Mitte wiedergefunden habe. Sie gerät in Panik, als der schwere Eisendeckel über ihr zuschlägt… Ihr anfänglich gewonnenes Vertrauen in ihn scheint sie getrogen zu haben. Und doch gibt sie ihm Recht, denn er sagt ihr nur schonungslos die Wahrheit. Dadurch bricht in ihr die ganze lange verdrängte Verzweiflung auf, aber wie wird der Fremde nun mit ihr weiter verfahren? Sie weiß es einfach nicht, sie ist noch niemals so komplett verunsichert, in ihren Grundfesten erschüttert gewesen.

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©Matt

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Im Käfig, alleine in der Dunkelheit und der Kälte, ergreift die Kälte unbarmherzig und immer schneller Besitz von ihr, von ihrem Körper und ihrem Geist. Und sie verliert jegliches Zeitgefühl. Wie lange ist sie schon hier drinnen? Ihre Angst verschärft ihre Sinne, doch sie hört nur die Geräusche der Natur um sie herum. Von dem Fremden fehlt jede Spur, und außer einer Mauer hinter ihr scheint er sie mitten in der Wildnis ausgesetzt zu haben…

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Käfig 02a©Matt

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Nur der Vollmond scheint hell vom nachtklaren Himmel und übergießt den Wald vor ihr mit einem bleichen Licht, einer feenhaften Decke. Doch er spendet ihr keine Wärme. Und dann lassen die unklare Lage und die furchterregende Situation in ihr alle Dämme brechen. Sie verzweifelt, gerät außer Kontrolle….

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©Matt

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Die Kälte frißt sich in ihr Mark und Bein, läßt ihr Blut frieren, ihr Herz schwer werden, bleischwer. Sie zweifelt an ihrem trägen Verstand. Doch ihre Gefühle sprengen ihr förmlich das Herz, sie vermutet, sie ist nun wirklich völlig alleine. Sie beginnt, zu weinen.

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©Matt

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Wird dieser Fremde, Matthias, überhaupt wieder kommen, bevor sie erfriert? Kann er sie sehen? Nimmt er Anteil? Der Wunsch, sich aufzugeben, schleicht sich an sie heran wie ein finsterer Schatten. Sie heult nun, sie schreit, und schließlich wimmert sie nur noch ganz leise. Sie ist nun bereit, das Unvermeidliche hinzunehmen. Aber sie sieht auf ihre Fesseln, und der Gedanke, nach dem Fremden greifen zu dürfen, bringt ihr Blut langsam wieder in Wallungen, erregt sie auf einmal… Sie sieht den Fremden vor sich, und sein Körper, sein Gesicht, seine Hände ziehen sie immer mehr an. Wo vorher keine Anziehung war, ist sie nun auf einmal da.

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©Matt

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Constanze weiß es nicht mehr genau, aber sie wartet… Sie möchte sich dem Fremden in die Arme werfen, möchte, dass er sie auffängt. Auf einmal ist dieser Wunsch da, und das macht ihre Einsamkeit nur noch schärfer. Und dann erklingen auf einmal Geigentöne, ihr Herz macht einen Satz, durch ihre Adern zieht es kalt, und sie sinkt zusammen.

(Bilder und Text ©Matt)

7 Kommentare zu “Stimmungsbilder, Serie: Im Käfig…

  1. Krystan sagt:

    Tolles Stimmungsbild. Text und Fotos sind Klasse aufeinander abgestimmt. Das wird toll. Locker und doch extrem eindringlich.

    • msfestehand sagt:

      Hey, vielen Dank! Das sind die ersten selbst fotografierten und bearbeiteten Bilder, und du bist ja auch nicht gerade unschuldig daran, dass ich damit angefangen habe, zumindest mit den Artworks… Und was du ja selber auch weißt, das kostet doch ein wenig Zeit, aber es macht Spass! Ganz liebe Grüße!

  2. she sagt:

    M möchte den Fremden auch sehen!

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