Bitter-tasting trust, Teil 2

Oder: Ein Gespräch mit Herrn Gernot, Teil 2

(So, Ihr Lieben, hier kommt der 2. Teil der Geschichte um Josephine, die wohl insgesamt 3 Teile bekommen wird. Ich möchte euch noch einmal auf den völlig fiktiven Charakter aufmerksam machen, denkt daran, diesen Dialog hat es so niemals gegeben, das ist keine Abschrift oder so etwas. Und ich habe mich im Nickname von Florian verschrieben, ich ändere ihn hier auf „Frantic Heart“, übersetzt: rasendes Herz. I`m sorry for that!)

**

Wieder hielt Matt erstaunt im Lesen inne. Josephine war also auch noch verheiratet, das bestärkte ihn in seinem Eindruck, den er schon die ganze Zeit von ihr hatte: Sie schätzte das Risiko, das sie hier einging, nicht richtig ein, nicht ein kleines bisschen. Es gab sicherlich genügend Frauen, die sich mit Männern trafen, die geschickt im Internet mit Worten umzugehen wussten, so wie Florian neben ihm. Die dann vielleicht auch so ein Treffen dominieren konnten und hinterher zu Protokoll gaben: Er war mir aber dann doch ein wenig zu langsam und zu zärtlich. Die es gerne härter gehabt hätten. Diese Frau gehörte Matts Ansicht nach aber nicht dazu, sie zog eher den Typ Mann an, der seine eigene Schiene durchzog. Und das war generell nicht ungefährlich.

Josephine Hartmann: „Ich denke, es gibt mehr als eine Form von Liebe. Wenn ich meinem Mann nichts wegnehme, sondern eher mehr geben kann, dann fühle ich mich nicht so, als wenn ich ihn mit jemand anderem betrügen würde. Da profitierst du von der Vorarbeit dieser Autoren, die ich eben erwähnt habe. Und jetzt bin ich total unruhig und fühle mich damit ziemlich alleine! :D“

Frantic Heart: „Das Problem kenne ich. Bei Frauen gibt es so etwas. Ich hatte zwei Frauen, die beim Sex zuvor noch nie einen Orgasmus hatten. Denkst du denn, du bist so weit, dass du deine eigenen Grenzen austesten lernen willst? Dass du deine Fantasien in die Realität umsetzen willst?“

Josephine Hartmann: „Das hat mich eben auch jemand anderes gefragt, was reizt dich, der Gedanke, benutzt zu werden, Schmerzen, Erniedrigung, oder ein Konglomerat? Das fragt er mich quasi nach der ersten Mail! Nein, das liegt viel tiefer. Ich hab Probleme damit, jemandem richtig vertrauen zu können. Ich bin auch fremdbestimmt worden, aber das war beruflich und hat mich geschädigt, weil ich mich gegen Ausbeutung gewehrt habe. Ein Objekt will ich eigentlich nicht sein, aber ich habe Sehnsucht danach, mich bei jemandem fallen lassen zu können, mich jemandem hinzugeben, dem ich auch wirklich vertrauen kann, der weiß, was er da tut. Und diese Wunschvorstellung bekommt dann ganz handfeste erotische Züge bei mir. Aber bisher hat es mich nicht erregt, mit dir zu schreiben. Das würde es wahrscheinlich erst, wenn ich wüsste, dass du das wirklich auch wollen und ernst meinen würdest. Um das mal ganz klar zu sagen, das hat mir schon immer gefehlt, in der Form, dass ich zusammen mit einem Mann bisher keinen Höhepunkt hatte. Wenn ich nicht irgendwann kapiert hätte, dass ich das auch selber machen kann, würde ich meinen, ich wäre irgendwie unnormal. Das ist es aber nicht. Ich kann mich nur so ohne weiteres nicht fallen lassen, weil eben genau diese Ebene fehlt, denke ich. Warum das so ist, das weiß ich auch nicht.“

Frantic Heart: „Du willst es erleben, dich hinzugeben, du willst einmal das Objekt sein? Du willst erleben, wie es sich anfühlt, nicht bestimmen zu können und zu dürfen, dich fallen zu lassen und einfach nur zu gehorchen? Erregt es dich, mit mir zu schreiben? Und weiß dein Mann davon?“

Josephine Hartmann: „Mein Mann weiß von diesen Dingen überhaupt nichts. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, und mit so einer Gefühlsebene würde er sich nie beschäftigen, da käme er einfach nicht drauf. Er weiß nicht, was ich für Träume habe, was ich schreibe, er weiß in der Hinsicht nur, dass ich schriftstellerisch tätig bin. Aber du darfst das nicht so verstehen, dass ich mit ihm zusammen nicht zufrieden wäre. Wir haben uns gegenseitig das Leben gerettet und wir haben wilde Zeiten durchgemacht. Das hier ist eben eine Ebene, auf die er nicht kommt. Man kann nicht alles haben im Leben, er ist wunderbar, er tut auch sehr viel für mich, er ist auch ein toller Mann, nur diese Ebene, da kommt er gar nicht drauf.

Und mein Verlangen ist immens. Ich habe angefangen, es aufzuschreiben, wenn du das lesen würdest, würdest du das wahrscheinlich nicht mehr fragen. Aber irgendwann kommt man an den Punkt, wo man sich fragt, wie das aussehen würde, wenn es real wäre. Was ich mir dann noch wünschen würde. Das ist ein riesiger Unterschied. Es gibt auch andere sehr tiefgehende Beziehungen, Liebe hat viele Gesichter. Das nimmt meinem Mann nichts, das gibt ihm eher etwas. Und ich hab nicht mehr wirklich etwas zu verlieren. Deswegen hab ich diesen Schritt gemacht.

Frantic Heart: „Wie groß ist dein Verlangen?“

Josephine Hartmann: „Ja, mein Verlangen hat eine andere Ebene als die, die ich gewöhnt bin. Keiner, der mich fragen würde, würde von mir diese Antwort bekommen. Das hat verschiedene Gründe, ich bin ja nicht unehrlich. Im Grunde fragt niemand mit so einer Intention. Wir kennen uns überhaupt nicht, und du stellst diese Frage ernster als jeder andere. Das ist sehr ungewöhnlich für mich. Aber ich nehme das ernst, du kannst mir glauben, dass ich meinen richtigen Namen so schnell normalerweise niemals herausrücken würde. Ich kann deine Intention dabei nicht verstehen, aber ich hab das Gefühl, dass du es ernst meinst. Deswegen fühle ich mich im Moment nicht unwohl. Aber wie hast du das eben mit deiner Anrede gemeint, als du mich ’subi‘ genannt hast? War das abwertend gemeint?“

Matt stutzte wieder. Diese Frau behielt den Überblick über dieses Gespräch besser als er, dachte er anerkennend, aber er war auch der Ansicht, dass man Frauen an bestimmten Punkten nicht allzu viel reden lassen sollte. Das waren die Punkte, an denen dann er handelte und den Frauen, die er sich vornahm, das Reden verging. Florian konnte das nicht tun, das war einer der Nachteile des Internets, dachte Matt leise in sich hinein grinsend. Er schien das mit kurzen und knapp formulierten Fragen und Antworten auf ihre Fragen zu versuchen. Aber Matt fragte sich auch, wie sich Florian wohl verhalten würde, wenn er diese Frau jetzt vor sich sitzen haben würde.

Frantic Heart: „Du meinst, als wir über das waterbording gesprochen haben und ich ’subi‘ gesagt habe? Das war nicht abwertend gemeint, das ist die normale Ansprache. Also eigentlich ist das eine lieb gemeinte Ansprache.“

Josephine Hartmann: „Ich frage mich gerade, ob du mich auch so anreden würdest und ob das unter ‚Kontrolle abgeben‘ fällt, will sagen, ob ich so eine Frage überhaupt stellen dürfte.“

Frantic Heart: „So! Da habe ich dich! Natürlich darfst du mir eine Frage stellen, ich entscheide dann, ob ich bereit bin, sie dir auch zu beantworten. Was geht jetzt in dir vor?“

Josephine Hartmann: „Ich fühle mein Herz. Linksthorakal, genau, ist richtig!“

Frantic Heart: „Erregtheit? Aufgeregt?“

Josephine Hartmann: „Aufgeregt ja, massiv! Und erregt, also so, als wurde man gerade erschreckt.“

Frantic Poison: „Sag mir nochmal, wo du gerade bist und was du anhast!“

Josephine Hartmann: „Ich bin in meinem Zimmer, wir schlafen getrennt. Aber die Tür ist immer offen, ich kann also nicht reden. Und ich habe ein T-Shirt und eine Leggins an.“

Frantic Heart: „Keine Unterwäsche?“

Josephine Hartmann: „Doch, 😀 .“ Klar, Unterhose und BH eben.“

Frantic Heart: „Ich will, dass du den Slip ablegst. du wirst keinen Slip tragen heute!“

Josephine Hartmann: „Es könnte sein, dass mein Mann noch im Bad ist!“

Frantic Heart: „Schau nach!“

Josephine Hartmann: „Sekunde!“ und nach 1 Minute: „So, wieder da! Er ist nicht hier oben.“

Frantic Heart: „Das war aber eine lange Sekunde!“

Josephine Hartmann: „Ja, weil ich ihn schon ausziehen wollte, aber dann hab ich befürchtet, er kommt doch hoch. Du machst jetzt aber keinen Blödsinn mit mir?“

Frantic Heart: „Nein. Ich will nur, dass du dies für mich tust, wenn es geht.“

Josephine Hartmann: „Ja, es wird gehen.“

Frantic Heart: „: Ich will, dass du nach und nach ganz langsam Dinge für mich tust. Ich kann dich beruhigen. ich erwarte nichts Schlimmes von dir, aber ich erwarte, dass du das auch tust!“

Josephine Hartmann: „ 😀 Alles klar!“

Frantic Heart: „Und denk schön brav an mich!“

Josephine Hartmann: „Darauf kannst du Gift nehmen! Willst du wissen, was so gerade bei mir abläuft? Interessiert dich das?“

Frantic Heart: „Na, dann mach mal! Oder willst du lieber, dass ich mich weiter mit dir befasse?“

Josephine Hartmann: „Wie du willst!“

Frantic Heart: „Wie sehr fühlst du dich gerade zu mir hingezogen?“

Josephine Hartmann: „Oh Mann, wenn ich nur wüsste… sehr!“

Frantic Heart: „Wenn du nur was wüsstest?“

Josephine Hartmann: „:D Was du damit bezweckst!“

Frantic Heart: „Wie sehr erregt dich meine Anwesenheit?“

Josephine Hartmann: „Jetzt im Moment bin ich sehr froh, dass du überhaupt da bist!“

Frantic Heart: „Das ist aber nicht die Antwort auf meine Frage. Ja, ich bin noch hier und ich habe mir sogar heute Nacht für dich Zeit genommen, obwohl ich in ein paar Stunden schon arbeiten muss.“

Josephine Hartmann: „Ja, das weiß ich, es ist ja auch schon 2:00 Uhr durch. Wenn ich froh bin, dass du da bist, dann bin ich nicht so erregt für den Moment. Da müsste ich echt lügen, aber ich bin ja auch nicht dauergeil oder so etwas.“

Frantic Heart: „Ich wollte nur eine Antwort. Bist du ungestört?“

Josephine Hartmann: „Ja, jetzt ja!“

Frantic Heart: „Du willst mir gehorchen?“

Josephine Hartmann: „Ja!“

Frantic Heart: „Fühlt es sich gut an das zuzugeben?“

Josephine Hartmann: „Du willst ja nicht hören, was ich zu erzählen hätte! Ja, ich bin sogar ein wenig stolz darauf!“

Frantic Heart: „Doch, will ich. Du hast nicht reagiert darauf, als ich geschrieben habe, dass du loslegen sollst.“

Josephine Hartmann: „ 😀 Und ich wusste nicht, ob du das jetzt hören willst oder selber etwas machen willst! Willst du, dass ich dir das sage, wenn es mir wichtig ist?“

Frantic Heart: „Ja.“

Josephine Hartmann: „Ok, ja, also wichtig ist es auf jeden Fall! Ich wollte dich jetzt nicht…., na, ist ja jetzt auch egal. Ich habe versucht, deinen Wunsch zu erfüllen, und es auch geschafft. In den vergangenen Minuten hab ich mich wieder beruhigt, du hast mich so verschreckt, dass deine Anwesenheit mich erst auch nicht mehr beruhigen konnte.“

Frantic Heart: „Was für einen Wunsch?“

Josephine Hartmann: „Den mit dem Slip!“

Frantic Heart: „Du warst die ganze Zeit erregt!“

Josephine Hartmann: „Erregt? Verängstigt! Erschrocken!“

Frantic Heart: „Was bist du jetzt?“

Josephine Hartmann: „Jetzt gerade fühle ich mich so lebendig! Ich hab beschlossen, mich so zu pflegen, wie ich es tun würde, wenn du jede Minute vor der Tür stehen könntest.“

Frantic Heart: „Okay, und das tat dir gut?“

Josephine Hartmann: „Gut tun ist da nicht der richtige Ausdruck. Ich hatte keine Freude mehr am Leben, und heute hat mich es gefreut, lebendig zu sein! Ich kann dir das unmöglich heute Nacht erklären.“

Frantic Heart: „Du bist bereit, dich mir hinzugeben.“

Josephine Hartmann: „Du bringst das immer so direkt auf den Punkt! Ja! Und ich hab so langsam das Gefühl, dass das so richtig ist. Bei mir ist das so, entweder es kommt sehr schnell oder nie! Aber dass es sehr schnell kommt, hab ich natürlich nur selten bisher erlebt.“

Frantic Heart: „Und nun ist es so. Du willst, dass ich die Macht über dich übernehme, über deinen Körper und auch über deinen Geist.“

Josephine Hartmann: „Wie du das ausdrückst! Da muss ich erst mal tief Luft holen.“

Frantic Heart: „So, wie es ist, denke ich.“

Josephine Hartmann: Ja, ich bin dazu bereit, ich hab nur eine Bitte.“

Frantic Heart: „Sprich!“

Josephine Hartmann: „Ich möchte, dass du mich anschaust und ehrlich bist, und wenn dir nicht gefällt, was du siehst, mir das ehrlich sagst. Es ist ganz egal, wie andere das sehen, ich hab da ein grundlegendes Problem mit meinem Aussehen. Immerhin bin ich 10 Jahre älter als du, und mein Körper gibt langsam nach. Ich meine, ein Model war ich nie, aber bevor ich mich darauf einlasse, möchte ich von dir wissen, ob du damit klar kommst, oder was es dir ausmacht.“

Frantic Heart: „Dann zeige dich mir komplett!“

Josephine Hartmann: „Das kann ich eigentlich erst morgen, wenn mein Mann nicht da ist, das geht jetzt nur sehr schwer. Ähm, du meinst, du willst mich erst im Ganzen sehen?“

Frantic Heart: „Ja, wenn du eine ehrliche Antwort willst….“

Josephine Hartmann: „Ja, ganz sicher! Okay, ich muss nur noch warten, bis mein Mann noch einmal hier drinnen war, dann geht es, nicht zum Reden, aber zum Zeigen, und nur ganz kurz.“

Frantic Heart: „Ok.“

Josephine Hartmann: „Aber ich hätte wenigstens gerne Reizwäsche angezogen, oh Gott!“

Frantic Heart: „Ja das darfst du. Erregt dich der Gedanke sehr?“

Josephine Hartmann „:D das geht jetzt aber nicht mehr!“

Matt hatte noch nie erlebt, dass ihn ein Dialog dermaßen fesseln konnte wie der, der sich gerade vor seinen Augen entwickelte. Normalerweise hätte er so etwas langweilig gefunden, aber nicht jetzt, jetzt fand er die Psychodynamik, die sich bei beiden Beteiligten entwickelte, faszinierend. Sowohl die der Frau wie auch die seines Freundes, den er nicht wieder erkannte. Es war Matt ganz klar, so etwas machte die Frau zum ersten Mal, sein Freund hingegen nicht, der verhielt sich ausgesprochen erfahren. Und noch etwas hatte einen solchen Einfluss auf Matt, dass er begann, unruhig sein Gewicht auf dem Sessel zu verlagern, immer hin und her. Diese Frau hatte ganz sicher kein Gefühl von Erregung oder gar Lust, wenn sie sich Florian jetzt vor der webcam zeigen sollte.

Frantic Heart: „Was? Dich zu zeigen oder Reizwäsche anzuziehen?“

Josephine Hartmann: „Mich zu zeigen!“

Frantic Heart: “Doch, das geht, in Reizwäsche oder auch ohne!“

Josephine Hartmann: „Erregt sein? Ich hab eine Todesangst davor!

Frantic Heart: „Und wieso kannst du die Reizwäsche nicht mehr anziehen?“

Josephine Hartmann: „Weil wir unsere Schlafzimmer getrennt haben, warte mal, Sekunde!“

Frantic Heart: „Ok.“

Josephine Hartmann: „Sekunde!“

Frantic Heart: „Ok.“

(Nach ein paar Minuten) Josephine Hartmann: „Oh Mann, jetzt war ich im Schlafzimmer, mein Mann schläft schon. Und ich hab die Reizwäsche herausholen können, ohne dass er etwas gemerkt hätte. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“

Frantic Heart: „Er ist weg?“

Josephine Hartmann: „:D Ja, ist er, gleich geht es.“

Frantic Heart: „Ok. Ich bin gespannt.“

Josephine Hartmann: „Hm, erregt dich das denn?“

Frantic Heart: „Ja. Macht erregt, und die habe ich und ich bin gespannt.“

Matt musste fast gewaltsam einen Impuls unterdrücken, seinen Freund von der Seite her anzustarren. So klar hatte er noch niemals von ihm seinen Bezug zur Macht gehört, Macht ausüben oder Macht über sich selbst erleben, ganz egal. Matt war an dieser Stelle dermaßen in den Dialog involviert, dass er ganz spontan dachte: So würde ich das niemals tun!, und sich damit impulsiv in die Rolle der Frau hinein dachte. Deswegen war er über ihre Antwort dann auch nicht wenig verblüfft.

Josephine Hartmann: „:D Ok, das verstehe ich, ja. Du kannst wirklich Gift darauf nehmen, dass ich das niemals tun würde, du bist die einzige Ausnahme. Weil es für mich nämlich noch schmerzhafter wäre, wenn du das erst sagst, wenn ich Gefühle für dich zugelassen habe. Aber eines muss ich dir auch noch sagen, darf ich?“

Frantic Heart: „Ja!“

Josephine Hartmann: „Ich kenne mich mit dieser ganzen Materie nicht aus, aber ich weiß, was Demütigung ist. Von meiner Arbeit her. Also wenn es um Demütigung geht, da habe ich einschlägige Erfahrungen, und zwar ganz reale. Ich werde im Moment ganz einfach über das Ohr gehauen von meinem Seniorpartner, und ich kann nichts dagegen tun. Und das, nachdem ich so viele Jahre dort geschuftet habe wie ein Tier! Daran musst du denken, das ist kein Spiel für mich. Wenn du so etwas gerne machst, dann musst du mir vorher klar machen, dass es bei dir anders ist.“

Frantic Heart: „Ich achte auf dich, denn als erstes kommt der Mensch, dann die Neigung.“

Josephine Hartmann: „Ich sage dir das nur, weil mich das schwer geschädigt hat.“

Frantic Heart: „Ich werde dir jeden Schritt erklären und erläutern.“

Josephine Hartmann: „Ja, ich sag immer, alles ist gut und schön, man kann mit allem spielen, so lange man nicht selber darunter ernsthaft gelitten hat und dadurch geschädigt wurde.“

Frantic Heart: „Ich war mit einer nervenkranken Frau zusammen.“

Josephine Hartmann: „Was hatte sie denn?“

Frantic Heart: „borderline“

Josephine Hartmann: „Ah, ok, schwer oder leicht?“

Frantic Heart: „Schwer!“

Josephine Hartmann: „Und wie lange hast du es mit ihr ausgehalten? Beziehungsweise,  was hat euch getrennt?“

Frantic Heart: „Vier Jahre, fast fünf.“

Josephine Hartmann: „Das ist wirklich lange. Und wieso ging es zu Ende?“

Frantic Heart: „Es ging nicht mehr. Man wird kalt und stumpft ab.“

Josephine Hartmann: „Ja, mein Mann hat schwere Zeiten mit mir durchgestanden. Eigentlich gehen unter so etwas alle Ehen kaputt. Wenn du mich so triffst, merkst du mir das nicht an, aber ich habe Schwächen

Frantic Heart: „Ich werde behutsam sein mit dir.“

Josephine Hartmann: „Ich will damit sagen, dass ich im Alltag Probleme habe, überhaupt wieder Fuß zu fassen und ein geregeltes Leben auszubauen, aber vom Umgang her und psychisch merkt man es eigentlich nicht mehr.“

Frantic Heart: „Ist mir völlig bewusst.“

Josephine Hartmann: „Ich habe nur Stimmungsschwankungen in der Art, dass ich mal mehr, mal weniger belastbar bin, und das kann plötzlich kommen.“

Frantic Heart: „Okay das habe ich verstanden. Ich werde behutsam vorgehen und darauf achten, wie du drauf bist. Bist du bereit?“

Matt sah auf. Er war am Ende des Dialoges angekommen und sah auf den Bildschirm seines Freundes. Wie er erwartet hatte, zeigte der dasselbe Bild an. Florian nahm ihn nur am Rande wahr und bedeutete ihm, naher zu ihm heran zu rutschen mit dem Sessel. Er drehte den Bildschirm so, dass sie beide nun gut sehen konnten, was er zeigte. Matt konnte es irgendwie nicht glauben, dass es das zu werden schien, was er gerade dachte, aber es war so. Die fremde Frau machte ernst, sie verließ sich auf die Angaben und vertrauensbildenden Maßnahmen eines ihr völlig fremden Menschen aus dem Internet und war dabei, ihre webcam einzuschalten. Matts Geist war wie leergespült. Er war nicht erregt, und er wollte in die Augen der fremden Frau sehen. Jetzt würde er das gleich tun können. Florian neben ihm dagegen war erregt. Er rutschte unruhig auf seinem Sessel herum, seine Augen waren starr auf den Bildschirm gerichtet. Matt hatte keinen Zweifel, er würde jetzt auch seinen Schwanz herausholen, wenn ihm danach war. Aber so weit schien er noch nicht zu sein, er wartete nur äußerst angespannt erregt.

Josephine Hartmann: „So, warte mal, wenn ich jetzt auf Video-Anruf gehe….“

[02:58:17] *** Anruf an Frantic Heart ***

[02:58:25] Frantic Heart: „So, ich sehe deinen Kopf!“

[02:58:35] Frantic Heart: „Und ich weiß nicht, wieso du dich versteckst!“

[02:58:59] Frantic Heart: „Das hast du nicht nötig!“

Tatsächlich sah auch Matt jetzt das Gesicht der Frau in einem ungesund blassen Licht, das wahrscheinlich ihr eigener Laptop abstrahlte. Er sah ihr in die Augen, sah ihre Not, ihre Angst darin, diesen Ausdruck kannte er nur zu gut. Sie war an einem Punkt, wo er sie aufgefangen hätte, wäre er derjenige, der dieses Gespräch führen würde. Und Florian hatte durchaus Recht, Josephine hatte entfernte Ähnlichkeit mit seiner Charlene, sowohl vom Alter wie auch vom Typ her. Sie gefiel auch ihm auf Anhieb. Sie war vor dem Bildschirm, mehr als ihr Gesicht war von ihr nicht sichtbar.

[02:59:52] Sophia: „Ja, siehst du mich?“

[02:59:56] Frantic Heart: „Ich will nun Stück für Stück mehr von dir sehen!

[03:00:00] Frantic Heart: „Ja, ich sehe dich!“

[03:00:44] Frantic Heart: „Weiter!“

[03:01:18] Frantic Heart: „Zieh den BH aus für mich!“

[03:01:51] Frantic Heart: „Wie geht es dir?“

Diese Frage war rein rhetorischer Natur für Matt. Josephine hatte feucht glänzende Augen, und es zogen sich zwei Falten um ihre Mundwinkel. Es ging ihr ganz offensichtlich und für jeden sichtbar nicht gut. Sie trat aber etwas vom Bildschirm zurück, zog aber den schwarzen Spitzen-BH folgsam aus und entblößte ihre vollen Brüste. Florian wurde neben ihm noch unruhiger.

[03:02:02] Sophia: „Schlecht!“

[03:02:17] Frantic Heart: „Das muss es nicht. Du tust es für mich!“

[03:02:21] Frantic Heart: „Und du willst es tun!“

[03:02:38] Sophia: „Ich zieh mich wieder an, Sekunde.“

[03:02:44] Frantic Heart: „Stop!“

[03:03:07] Frantic Heart: „Lass ihn aus. Fang an, dich so zu akzeptieren wie du bist.“

[03:04:08] Sophia: „Da würde mein Mann Augen machen, das geht nicht!“

[03:04:31] Frantic Heart: „Ich will, dass du dir in deinen Schritt fasst für mich!“

[03:04:45] Sophia: „Das stimmt, ich mache das für mich, weil ich wissen will, ob ich dich abstoße.“

[03:05:03] Sophia: „Was, vor der Kamera?“

***

©Matt

4 Kommentare zu “Bitter-tasting trust, Teil 2

  1. Krystan sagt:

    *schmunzel* Ja … irgendwie … muss ich da an letztes Jahr denken.

    Schön, dass du weiterhin aktiv bist.

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