Au, au, der Papst!

Au, au, da hat der Papst sich aber in seiner Wortwahl schwer vergriffen! Und ich denke noch nicht einmal, dass er das wirklich so gemeint hat, er hat ja von einem Vater erzählt, der sein Kind manchmal schlägt, weil Schläge beizeiten zur Erziehung nötig seien, aber niemals ins Gesicht, damit die Würde des Kindes nicht verletzt werden würde durch das Schlagen.

Ich stelle mir gerade so vor, der Vater legt seinen Sohn über das Knie und gibt ihm zehn Schläge auf den Popo, danach steht der Sohn mit Tränen in den Augen auf und dankt seinem Vater für die Mühe, die er sich mit seiner Erziehung macht und geht würdevoll davon, zwar mit Tränen in den Augen, aber in seiner Würde nicht verletzt.

DAS ist so gedacht natürlich sträflich und strafbar, das geht gar nicht! Der Vater ist stärker als der Sohn, der Sohn ist noch ein Kind und vom Vater abhängig. Zudem ist der Vater eine ausgereifte Persönlichkeit, der Junge muss da erst noch hinkommen. Deswegen schlägt der Vater als Stärkerer seinen Sohn als den Schwächeren, und das ist eine Erziehungsform, die ich niemals gutheißen würde!

Ich kann das gar nicht genug betonen, mich schüttelt es bei dem Gedanken, ein Kind zu schlagen, körperlich zu züchtigen. Ich habe keine Kinder, aber Hunde, da ist es in einem gewissen Maße genauso. Ich habe meine Hunde noch kein einziges Mal geschlagen, und das ist der Grund, warum sie meine Hand lieben und niemals Angst vor mir haben. Hunde können sich aber auch sehr gut daneben benehmen. Da habe ich einen Reaktionskatalog an Tadeln, und zwar mündliche Tadel. Der erste fängt mit leise gesprochenen, mahnenden Worten an und der letzte ist ein Anschreien mit heftigem „pfui“ und „Vorsicht“, was ich jetzt vielleicht vier Mal in diesen vergangenen sieben Jahren wirklich tun musste. Und warum schreie ich meine Hunde nicht an? Weil sie das fast genauso sehr erschreckt wie ein Schlag. Schon die Andeutung eines Fußtritts oder Schlages empfinden sie als eine massive Drohung, wie einen Schlag selbst eben auch.

Warum erzähle ich jetzt von meinen Hunden? Weil ich denke, dass beim Schlagen einer schwächeren Person durch eine Stärkere beide an dieser Sache beteiligt sind. Wenn ich genau hinsehe, sehe ich die Signale, die meine Hunde mir geben, und kann gegen reagieren, und zwar rechtzeitig! Bevor die Hunde den fremden Kinderwagen entern und ein Würstchen klauen! Wenn der Vater genauer hinsehen würde, würde er vielleicht auch die Signale sehen, die ihm sein Sohn gibt. Scheints hat er sie übersehen und die Situation ist eskaliert, Kinder reagieren nicht wie Erwachsene, sie sind keine keinen Erwachsenen! Der Vater beschließt, den Sohn als letzten Ausweg zu schlagen. Der Sohn fühlt sich geistig und seelisch wahrscheinlich genauso verletzt wie körperlich durch den Schmerz, es gibt kein Schlagen von Kindern, das ihre Würde nicht verletzen würde!!!

Um noch einmal zum Papst zurück zu kommen, ich denke mir, er hat in diesem Moment einfach so weit gar nicht gedacht. Das kann ja mal passieren. Aber sein Verein (also die katholische Kirche 🙂 ) hat ja eh schon superviel Bockmist gebaut, was die Behandlung von Jugendlichen angeht (wenn ich mich da mal so leger ausdrücken darf), er sitzt also quasi im Glashaus, wenn er dann solche Sachen sagt.

*

Bei Erwachsenen nimmt das Schmerzzufügen durch Schlagen oder andere Spielarten eine völlig andere Position ein, die auch nicht jeder Erwachsene dieser Gesellschaft verstehen kann. Die Frage ist doch: Kann man schon alleine durch das Lesen und/oder Schreiben erotischer oder pornografischer Literatur ein Verbrechen begehen, das dem Übergriff des Vaters auf seinen Sohn ähnelt? Da eine solche Thematik kürzlich hier im Blog aufgeworfen wurde, kommt von mir jetzt dazu ein Kommentar :).

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Worte und Gedanken frei sein müssen, heute und in der Zukunft. Es darf nicht sein, dass sie aus Angst vor Unterdrückung oder Unverständnis nicht mehr ausgesprochen oder gedruckt werden.

Was hat das mit SM zu tun?

Na ja, jedem von uns hier sind viel zu viele Menschen bekannt, die mit SM nicht nur nichts anfangen können, sondern es auch für verwerflich, abartig und pervers halten (siehe Kommentar Waldfee). Diese Menschen sind der Meinung, Lustgewinn durch Schmerzen ist nichts anderes als ein Deckmantel für Gewaltexzesse innerhalb einer Beziehung, in der ein schwacher Partner durch einen starken unterdrückt wird.

Das ist eine persönliche Auffassung, die ich nicht verbieten kann (und will). Tatsache ist ja auch, dass es viele derart gelagerte Beziehungen gibt, wieder viel zu viele, wo das auch tatsächlich genauso der Fall ist.

Ich kann nur meine Gegenargumente vorbringen (ohne jetzt dabei den ganzen BDSM erklären zu wollen!). Ich denke, Sexualität bestimmt unser Leben, ob wir nun welche haben oder nicht, sie tut das auf jeden Fall. Die Sexualität rangiert direkt nach dem Atmen und dann dem Essen und Trinken. Und den Begriff BDSM mag ich nicht und verwende ihn auch nicht, weil eben bei diesem Begriff für meinen Geschmack viel zu viele starre Bilder im Kopf aufkommen. Ich sage lieber D/s, also eine dominant – submissive Beziehung, oder noch besser D/d, eine dominant – devote Beziehung. Warum, frage ich mich, ist meine jetzt folgende Definition so schwer zu verstehen?

Ein dominanter Mann trifft sich mit einer devot veranlagten Frau. Er lernt sie vielleicht bei einem Treffen erst einmal kennen, und wenn die Chemie stimmt, dann legt sie irgendwann über seine Knie und versetzt ihr den ersten Schlag. Danach überprüft er, wie die Frau reagiert. Hat sie Angst, ist sie verunsichert oder erregt sie diese Situation gar? Der dominante Mann tut mit dieser Frage mehr, als es die meisten heterosexuellen Männer in ihren Ehen tun, er kümmert sich ehrlich um das Befinden der Frau, er fragt ehrlich nach. Ein Schlag auf den Allerwertesten bringt in der Regel bei dem Geschlagenen (und Erwachsenen) eine heftige und vor allen sehr ehrliche Reaktion hervor. Reagiert die Frau nun verwirrt oder gar erregt, fällt sein nächster Schlag vielleicht härter aus. Und wenn die Erregung der Frau dann weiter ansteigt und der Mann sich vergewissert, dass er ihr wirklich nicht damit schadet, sondern ihr ihre geheimen Träume erfüllt, ja, warum zum Teufel darf das den Mann dann nicht erregen und die Frau genauso?

Das Stichwort ist Verantwortung. Der dominante Mann muss für seine devote Frau die Verantwortung übernehmen, dass es ihr bei ihm immer gut ergeht. Ich frage mich da gerade, wie viele Ehemänner von „normalen“ Ehen so denken…  Er muss an ihr Interesse haben, muss sie nach ihrer wirklichen Meinung fragen. Danach richtet er sich dann, und so spielt sich eine solche Ehe ein, es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ob die Kritiker das nun verstehen oder nicht!

Der Unterschied zu Vater und Sohn ist eben der, dass beide Ehepartner ein erwachsenes, ausgereiftes Gefühlsleben haben (sollten) und damit eine Beziehung begründen, in der beide Partner gleich viel wert sind. Auch wenn die Frau augenscheinlich diejenige ist, die geschlagen wird, dann ist das so und bleibt auch so.

Jetzt wird es mit einhundertprozentiger Sicherheit genügend Menschen geben, die dieser einfachen Ausführung keinen Glauben schenken werden. OK, das akzeptiere ich, aber ich erwarte, dass meiner Meinung ebenfalls diese Toleranz entgegen gebracht wird. Ich will deswegen nicht bedroht werden, und die Ausführungen von Waldfee, was mir im Gefängnis bevorstehen würde, sind eine Drohung! Ich will auch keine ernsthaften Nachteile in Kauf nehmen müssen, wenn ich auf meine Ansicht nicht verzichte. Das ist mir jetzt gerade mit Nina und amazon passiert, aber ich gebe nicht auf, das ist und bleibt mein gutes Recht.

Das einzige, was ich tatsächlich beherzigen werde, ist der erweiterte Jugendschutz. Auf das neue Cover kommt ein dickes „über 18“, wie es jetzt vor meinen Geschichten steht. Ich erschrecke mich selbst immer, wenn ich dieses Schild lese, aber ich sehe ein, dass es wirklich notwendig ist. Ein Jugendlicher kann mit meinen Geschichten nichts anfangen, im Gegenteil, er kann daran Schaden nehmen.

Amazon hat mir wahrscheinlich genau zwei Dinge vorgeworfen: 1. Die Darstellung von noncon-sexuellen Szenen, und 2. eine Gewaltverherrlichung. Alles andere ist ihnen scheints völlig egal. Wenn also jemand betitelt: „Die Erziehung meiner Ehefotze zur willigen Dreilochstute, Untertitel: eine Ehefrau wird von ihrem Mann zu sexuellen Orgien erzogen“, dann nimmt amazon daran keinen Anstoß, weil das Wörtchen „willig“ dabei steht (so dehnbar dieser Begriff auch ist), und weil keine explizite Gewaltverherrlichung geschildert wird. (Auch dieser Begriff ist ja deeeeeehnbar…) Das finde ich echt krank, aber es ist so.

Was jetzt den Vorwurf der Gewaltverherrlichung angeht, da ist auch das persönliche Kopfkino des Lesers verantwortlich dafür, wie er das empfindet. Erotik und Pornografie sind beide in meinen Augen sehr persönliche Anschauungen und lösen in jedem Leser ein anderes Bild aus. Das habt ihr damit gemeint, als ihr geschrieben habt, man müsse meine Geschichten im Kontext lesen. Das stimmt ganz genau, dann wird man lesen, dass Matt weder brutal drauf los prügelt noch sich seiner Verantwortung, die er so auf sich nimmt, entzieht.

Wer verstehen möchte, warum das Popo-Versohlen so lustvoll sein kann, dem lege ich den aktuellen Beitrag dieses Blogs ans Herz. http://www.johannaweber.de/zartliche_Dominanz/DOMINA-BLOG/Eintrage/2012/5/6_Ubers_Knie_legen,_Hose_runter_und_Arsch_voll!.html Ich möchte ihn nicht 1:1 hier hinein kopieren, aber ich finde, da ist es sehr gut erklärt.

*

So, und was hat jetzt diese Aussage vom Papst mit D/d und mit mir zu tun? Ich finde es einfach nur beruhigend, dass selbst ein Mann wie der Papst so (miss)verstanden werden kann. Und das musste jetzt einfach mal raus!

Liebe Grüße, euer Matt

8 Kommentare zu “Au, au, der Papst!

  1. Ein hochinteressantes Blog hast du hier. Deine Geschichten habe ich bislang nur zum Teil gelesen, bin aber bereits sehr angetan von deinen Inhalten und deinem Schreibstil. Der Grundtenor bzw. das Hauptmotiv liegt genau auf meiner Linie, wenngleich ich selbst eher gebrochenere Protagonisten in die Welt setze (Matt ist ja nun wirklich ein souveräner Superheld) und mich dafür eher in monogamen Beziehungsdynamiken bewege. Meine Bewunderung gilt dem gesamten Universum, das du hier eröffnest. Sich mit so viel Liebe und Hingabe einem einzelnen Protagonisten und seinem Beziehungsgeflecht zu widmen, das erfordert viel Geduld, Disziplin und Beharrlichkeit – von literarischem Können ganz abgesehen. Ich schreibe selbst und weiß nur zu gut, wie schwer es ist, der Muse neben einem vollgepackten Alltag genug Raum zu geben.

    Das Problem mit der Gewaltverherrlichung habe ich auch. Ich beschreibe überwiegend Non-con-Szenarien, weil das nun einmal die Motive sind, die seit meiner Jugend durch meinen Kopf spuken. Meine Texte sind sogar teilweise deutlich härter als deine, eben weil die Protagonisten nicht so ruhig und gelassen über allem stehen, sondern zum Teil echte Psychopathen sind. Und natürlich beschäftigt auch mich die Frage immer wieder: Schreibe ich hier etwa Gewaltpornographie? Ich für mich würde diese Frage klar verneinen, aber mir ist bewusst, dass andere das womöglich anders sehen. Aus diesem Grund bin ich mit der Veröffentlichung meiner Texte sehr zurückhaltend, habe viele von ihnen mit einem Passwort geschützt und bin auch schon von einem Verlag abgelehnt worden, der die Qualität meiner Texte durchaus wertschätzend beurteilte, weil Non-con eben nicht ins Verlagsprogramm passte.

    Was SM- oder D/s-Sex anbelangt, so kann ich nur aus Sicht einer devoten Frau sagen, dass ich in meinem Leben noch keinen erfüllenderen Sex hatte als den, bei dem ich mich voll und ganz dem Willen meines Geliebten unterordne und um seinetwillen sogar Schmerzen auf mich nehme. Würde man mich dazu verdammen, nur noch „normalen“ Sex zu haben, dann wäre das für mich eine außerordentlich leidvolle Erfahrung. Und natürlich existiert das Machtgefälle nur auf der Basis einer gegenseitigen Übereinkunft – in meinem Fall auf der Basis einer ansonsten völlig gleichberechtigten Partnerschaft und Freundschaft. Ich kann verstehen, wenn Menschen mit SM nichts anfangen können, aber es zwingt sie ja auch keiner, sich auf Seiten wie diesen hier herumzutreiben. 😉

    Nochmals vielen Dank für deine Großzügigkeit, so viele deiner Geschichten hier mit uns zu teilen. Ich werde mich mit Freuden noch durch den Rest von ihnen lesen.

    Herzliche Grüße,
    Schattentänzerin

    P.S. Kann es sein, dass du auch schon mal eine Geschichte auf grenzbereich.org veröffentlicht hast? Manche deiner Formulierungen erinnern mich frappierend an meine dortige Lieblingsgeschichte.

    • Hi Schattentänzerin!

      Herzlich willkommen in unserer kleinen Gemeinschaft! Ich freue mich sehr darüber, dass du hier so ehrlich schreibst. Du hast ja so einige Knackpunkte schon selber angesprochen. Ich erlaube es mir einfach mal, einen idealen dominanten Mann ins Leben zu rufen, der aber im Laufe der Zeit dazu lernt. Wenn ich schreibe, dann nur so, wahrscheinlich liegt mir einfach sehr viel an einer heilen Welt, ich weiß auch nicht so genau. Ich hätte z.B ein massives Problem damit, einen Psychopathen darzustellen. Aber das ist ja gerade das Interessante im Bereich Erotik, jeder Autor hat seine eigene Art, an dieses Thema heran zu gehen, und jeder Leser dann noch einmal mehr dazu. Deswegen finde ich es ganz ehrlich völlig falsch, dass dieses Thema so tabuisiert wird, immer noch. Dafür beschreibe ich aber manchmal noncon-Geschichten, die sich am Ende auflösen und einen Sinn für beide Protagonisten ergeben. Ich weiß halt, dass es in einem gewissen Maße auch so laufen kann, aber damit geht natürlich niemand hausieren. Wenn ich dann aber einen Psychopathen als Protagonisten hätte, das wäre für mich nicht auszudenken, was da die Konsequenzen wären! Meine Geschichten werden aber auch immer feiner dahin gehend, das habe ich hauptsächlich dem Austausch hier zu verdanken, ich mag meine Geschichten nicht so ohne weiteres in irgendein Portal stellen.

      Das Thema Gewaltpornografie ist für mich persönlich erst nach dem ersten Versuch, meine erste Geschichte zu veröffentlichen, überhaupt aufgekommen. Ich habe es anfangs wohl nicht fein genug auseinander gedröselt während des Schreibens, dass sich da ein positives und kein negatives Ende anbahnt. In meinem Denken habe ich das gar nicht so gesehen, deswegen ist ein Austausch ja auch so wichtig. Aber das ist ja nur ein Bereich, ich habe hier schon mal das ein oder andere Thema angepackt und dann mit Lesern darüber diskutiert. Das hat mich enorm bereichert, das ist auch der Grund, warum ich hier völlig offen so schreibe. Da ist es so wie bei dir, für mich ist es keine, aber andere mögen da anders denken. Ich habe auch schon daran gedacht, die Geschichten mit einem Passwort zu schützen oder einen Club aufzumachen, aber dann kämen eben die Leser nicht mehr so unbedingt zum Lesen hier, weil das mit einer Mühe verbunden ist, ohne dass sie wissen, ob sich das überhaupt lohnt. Das ist ein bisschen zweischneidig, mal sehen.

      Was meinen Kontext für die Geschichten angeht, das hat den Grund, dass ich eigentlich keine Kurzgeschichten schreiben kann, bzw. konnte. Das Problem habe ich am Anfang dann eben so gelöst, dass ich die Geschichten in einen Kontext eingebaut habe, der alles zusammen hält, das kommt ja dann einem Roman schon sehr nahe. Inzwischen habe ich aber die Kurzgeschichten auch als ein sehr interessantes Medium entdeckt. Und der Kontext hat sich zu einer Herausforderung entwickelt, weil es eben nicht langweilig werden sollte. Ich tendiere aber immer dazu, mich mit meinen Personen zu identifizieren, deswegen ist mir bis jetzt nicht der Sinn nach reinen Kurzgeschichten, die nichts miteinander zu tun hätten. Wenn sich das ändern sollte, dann hätte ich ein Problem, eben weil die Leser hier etwas über Matt lesen wollen. Ich müsste einen neuen Blog oder eine ganze Seite aufmachen, wo ich als zweiten Strang reine Kurzgeschichten ohne Matt hineinstellen würde. Mal sehen. Aber Themen zu finden ist nicht ganz einfach, da gebe ich dir völlig Recht, das führt bei mir dann z.B. schon mal zu einer absoluten Schreibblockade, und das empfinde ich dann als schrecklich, ich will unbedingt schreiben und kann es nicht.

      Und was deine Aussage im letzten Abschnitt angeht, da haben wir es ja einmal mehr! Es gibt so viele Männer und Frauen, die in diese Richtung denken und dann verdrängen. Wenn so viele Menschen so auf der Suche sind, dann kann eine Sache einfach nicht so falsch sein!

      Hm, und was deinen Blog (?) angeht, ich habe hier ja eine Email, über die du mich anschreiben könntest. Deine noncon-Geschichten würden mich echt interessieren. 🙂

      Ach ja, zum allerletzten noch, ich habe schon immer so geschrieben wie hier. Das mit dem Grenzbereich-Blog hat mir kürzlich eine Leserin gesagt, ich hab ihn mir angesehen und fand manche Redewendungen auch sehr ähnlich. Dann aber viele andere überhaupt nicht, denn mit Folter kann ich wirklich nichts anfangen, das verfängt sich überhaupt nicht bei mir, jedenfalls nicht auf dieser Seite. Da bin ich wohl mit einem der Schreiber dort verwandt im Sprachstil. Ich empfinde die Sprache ja auch als etwas unglaublich Wichtiges. Ich habe meine erste Geschichte, also Nina, ja geschrieben, als ich überhaupt noch keinen Kontakt hatte und nicht im Netz gelesen habe, das war ja eigentlich eine Geschichte nur für mich.

      Ich bin schrecklich im Schreiben miteinander, weil ich so wenig Zeit habe, ich muss dich da gleich warnen. Aber deine Geschichten würde ich wirklich gerne lesen. 🙂

      Wir hören schreibmäßig von einander!

      Ganz liebe Grüße, Matt

      • Hallo Matt,

        vor ein paar Tagen habe ich dir eine Mail geschrieben, aber da ich darin ein paar Links zu meinen Geschichten eingearbeitete habe, bin ich mir jetzt gar nicht sicher, ob sie nicht vielleicht in deinem Spamordner gelandet ist. Lass mich doch bitte wissen, ob du sie bekommen hast.

        Herzliche Grüße,
        Schattentänzerin

      • Hi Schattentänzerin!

        Sorry, ich hatte kein Laptop, ist tot 🙂 Ich schaue direkt morgen nach, das wird schon angekommen sein! Ich schreibe dir dann sofort!

        lg, Matt

  2. Izzy sagt:

    Da hat der Herr Papst ja wirklich eine Diskussionswelle ausgelöst… bin dieser Tage schon in einigen Blogs auf dieses Thema gestoßen, dazu weiß jeder in irgendeiner Weise was zu sagen (was auch daran liegen könnte, dass man sich ja allgemein gerne mal über diesen „Verein“ echauffiert… 😉
    Wie dem auch sei, was das Thema Kindererziehung betrifft, kann ich solche Erziehungsmethoden genauso wenig gutheißen wie du und viele andere. Es ist letztlich nichts anderes, als eine sehr deutliche Machtdemonstration gegenüber dem Kind, und das führt einfach nie zu etwas. Ein Kind muss das Handeln eines Erwachsenen im Endeffekt immer nachvollziehen können (wenn auch vielleicht nicht gleich im Moment der Ausführung, aber im Nachhinein), damit sich eine Einsicht überhaupt einstellen kann. Ich könnt jetzt hier noch eine ganze Weile über die Gefahren eines autoritären und andererseits auch laissez fairen Erziehungsstiles schwadronieren und dass Extreme, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung einfach nie im Sinne des Kindes sind. Aber das würde den Rahmen sprengen und passt ja nun eigentlich auch nicht zu dem Kontext, in welchem du in deinem Post dieses Thema aufgegriffen hast.

    Allerdings fühle ich mich jetzt auch eher weniger in der Position, großartig was zum Thema SM- oder D/s-Beziehungen hier beizutragen. Ich beschäftige mich damit lediglich hin und wieder in literarischer Hinsicht und kann, auch wenn ich mir natürlich Gedanken dazu mache, nichts aus einer „Innenperspektive“ beisteuern. Von einer außenstehenden Sichtweise kann ich dazu aber nur (lapidar) sagen: Jedem das seine, und stimme mit dir überein, dass niemand das Recht hat andere dafür zu verurteilen was sie tun oder eben auch nicht tun. Toleranz bzw. Intoleranz ist ein Thema, in dem wir uns leider nur allzu oft in vielen Bereichen des Lebens rumschlagen müssen. Ich denke mir halt, solange man anderen Menschen keinen Schaden zufügt oder ihre Würde angreift, sollte jeder frei sein das zu tun, was ihm beliebt.
    Ich vermute aber mal, dass gerade deshalb das Thema SM viele deswegen verurteilen, weil der dominante Partner augenscheinlich genau das mit dem devoten Part tut, ihm schadet und entwürdigt.
    Das ist mit ein Grund, warum ich speziell deine Geschichten gerne lese, weil du in ihnen mehr als deutlich machst, dass dem nicht so ist, dass hier weitaus komplexere Beweggründe dahinterstecken, als nur „Popo hauen zum Zwecke von Machtauslebung“.

    Nun wie auch immer. In Bezug auf den Papst jedenfalls könnt ich hinsichtlich Würde und Toleranz somit auch (bissigerweise) argumentieren, dass ich, frei nach dem Motto „Auge um Auge“ ja dann wohl auch das Recht hätte, jedem eine zu klatschen, der meinen Gerechtigkeitssinn beleidigt….

    Schönen Sonntag dir 😉
    LG, Izzy

    • Hi Izzy!

      Hihi, Also deinen Nachsatz kann ich nur unterstreichen, das sehe ich auch so :), und ich stelle mir gerade vor, wie du jemandem eine klatschst, der damit gar nicht rechnet und völlig verdattert ist^^… (Kopfkino…)

      Ich habe diesen kleinen Vorfall mit dem Papst auch nur aufgegriffen, weil er mir eine unglaublich gute Steilvorlage gegeben hat, von der Erziehung minderjähriger Abhängiger zu der Erziehung erwachsener „Abhängiger“ über zu leiten, das lag ja wirklich nahe :). Ich denke mir mal, dem Papst würden solche Kommentare eher weniger gefallen. Also ich möchte nichtmit ihm tauschen, sobald er seinen Fuß vor die tür des Vatikanstaates setzt, wird jedes Wort kommentiert, das er sagt. Das ist ja schlimmer als bei Michael Jackson.^^ Und er ist mir auch wirklich sympatisch, dieser Papst.

      Was deinen Kommentar zur Kindererziehung angeht, da stimme ich dir ebenfalls voll zu, man muss dem Kind begreiflich machen, was es falsch gemacht hart und warum, das ist der Kern des ganzen. Da gilt eben auch: Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden…

      Und, hm, was deine „Außenperspektive“ angeht, von der du da sprichst, bist du dir da sicher?? Du hast vielleicht keine handfesten Erfahrungen, aber du hast nicht zuletzt durch meinen Blog doch garantiert schon viel über diese ganzen Mechanismen erfahren, die in jedem Menschen da so abgehen können. Diese Begriffe dazu mag ich ja eh nicht, deswegen zählt bei mir nur das Verständnis des Innenlebens der Menschen, und man kann meiner Meinung nach einen ganzen Teil dieses Innenlebens nicht einfach wegdiskutieren oder auch vor Wut wegbrüllen. Da sag ich mal ganz unschuldig: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es… 🙂 Ich habs heute mit den Sprichwörtern! 😀

      Ich freue mich immer, wenn ich sehe, dass der Kommentar von dir ist, so by the way, also vielen Dank, dass du dir so viel Mühe machst, wenn du hier etwas postest. Ich finde es einmal mehr echt schade, dass wir uns nicht kennen lernen können, aber das würde dieses zarte Gespinst zerreißen, das ich da gewoben habe. Die Fantasie hat eben eine unglaubliche Kraft, und die Macht der Worte ist ja auch gut bekannt.

      Einen schönen Abend wünsche ich dir!

      lg, Matt

      • Izzy sagt:

        Hihi, das mit der „handfesten Erfahrung“ war jetzt wirklich eine gute Wortwahl, war das Absicht? ^^
        Ich wollte damit aber auch eigentlich nur ausdrücken, dass ich eben im Gegensatz zu dir und vielen anderen Lesern hier eben diese Dinge, nicht „lebe“, wie es ja oftmals ausgedrückt und betont wird, und ich mir deswegen eben nur begrenzt Kommentare oder gar Urteile dazu „anmaße“. Selbstverständlich entwickle ich durch das Lesen über diese Themen eine eigene Meinung und Haltung dazu, aber als Innenperspektive würde ich das trotzdem nicht bezeichnen. Das wäre, wie wenn ich als Vegetarier, der noch nie Fleisch gegessen hat, etwas über Schnitzel erzählen wollen würde… oder so ^^
        Und ich muss auch sagen dass vieles, was ich so über das Thema lese, ob bei dir oder anderweitig, mich auch echt an mentale und teilweise auch emotionale Grenzen bringt…. wenn man Gelesenes reflektiert, ist ein Aspekt davon, sich in den Charakter der Figuren hineinzuversetzen, zu versuchen ihre Beweggründe und Handlungsweisen zu verstehen. Das ist eine Sache und sehr spannend. Eine andere Sache ist es, das eigene Empfinden dazu zu erkunden, sich (zwangsläufig) zu fragen, wie man selbst reagieren/handeln würde, wäre man solchen Situationen ausgesetzt. Und da hab ich einfach schon festgestellt, dass es einige Dinge gibt, bei denen ich ganz klar sage „Neverever würde/könnte ich so etwas tun/denken/empfinden….“
        Kurzum: Ich mache mir theoretisch Gedanken dazu, von der Praxis hab ich keine Ahnung. Ich finde es wichtig das zu betonen und zu berücksichtigen, wenn ich hier kommentiere, ich möchte ungern ausversehen jemandem auf die Füße treten.

        Was das von dir anesprochne Kennenlernen betrifft: Ich finde, auch durch relativ regelmäßigen Schriftverkehr „kennt“ man jemanden auf einer gewissen Ebene. Solche „Beziehungen“ haben gegenüber realen sogar teilweise Vorteile. Man bekommt auf diese Weise relativ ehrliche, unverblümte und, ich nenne es mal unbeeinflusste, Meinungen zu Dingen, die einen beschäftigen.
        Und wie du sagtest: Die Macht (geschriebener) Worte, sollte man nicht unterschätzen… das gilt in vielerlei Hinsicht…

        LG, Izzy

      • Hi du!

        Was deine Angaben zu deinen Erfahrungen und deine Gedanken dazu angeht, die würde ich lieber per Email kommentieren. Aktuell ist nur mein Laptop abgestürzt und ich muss ein neues einrichten, deswegen könnte es etwas dauern, bis ich mich melde.

        Und das Kennenlernen per Netz kann in meinen Augen sehr intensiv werden. Ich habe letztes Jahr ein Strategie-Siel gespielt, das man immer in realen Gruppen gespielt hat, also Sitzungen über skype, ein ganzes Netzwerk dazu im Netz (Goodgame Empire). Da war ich nach relativ kurzer Zeit (und etwas Geld weniger) in eine der höchsten Gruppen im ganzen Spiel aufgestiegen (ich bin ja ein klüges Bürschchen, und kommunikativ und zuverlässig bin ich auch…), ich war schon König. Dann habe ich einen konsequenten Schnitt gemacht , anders bin ich davon nicht mehr losgekommen. Durch diese Kommunikation sind mir die Mitspieler richtig nahe gekommen, und da die ganzen Dinge wie Aussehen, Beruf, Alter, Geschlecht usw. wegfielen, kam man sich nur Geist zu Geist nahe, das heißt sehr unproblematisch und ehrlich. Und dazu hat man dann ja auch noch gemeinsam gespielt. Da bin ich dann nicht mehr heraus gekommen ohne diesen totalen Schnitt. Also was Intertnetbeziehungen angeht, da kann ich nur folgendes sagen: Durch die Tatsache, dass man seinen Körper quasi abschüttelt und nur noch geistig aktiv ist, kann man sich sehr vorurteilsfrei sehr nahe kommen. Nachteil: Man muss sich immer vergewissern, wen man da am anderen Ende haben könnte. Bei mir ist das jetzt seit über einem Jahr so, dass ich hier konstant poste, d.h. ich denke, dass man sich bei mir sicher sein kann. Und wenn jemand wie du dazu etwas schreibt, also so, wie du das tust, dann bekommst du von mir einen Vertrauensvorschuss, weil ich eben nicht davon ausgehe, dass sich ein „Maulwurf“ so viel Mühe geben und so kompetent schreiben würde. Was ich hier durch das Netz und diese besondere Art der Kommunikation ebenfalls nutze ist die Tatsache, dass ich durch meine Worte eure Fantasie enorm anregen kann. Das ist wie ein freundliches Gespinst, so empfinde ich das immer. Würde ich euch sagen, wer ich genau bin, wäre das weg. Wirklich weg, und ich weiß, wovon ich rede, ich habe das selber an mir erlebt. Dieser Abstand, den wir zueinander haben, der läßt eben gewaltige Träume zu, und deswegen ist so ein Blog halt auch ein wichtiges Medium. Ihr wisst ja, dass ihr mir vertrauen könnt, das reicht dann ja. Ich habe ja die Absicht, zu veröffentlichen, aber ich habe mich entschlossen, die Geschichten für euch davon abzukoppeln, also nicht Wort for Wort für ein Buch zu nehmen, und wenn, dann in stark abgewandelter Form. eben um das alles hier so zu erhalten, und das geht eben nicht, wenn ich dauernd irgendwelche Geschichten sperre. Und Geld will ich von euch auch keines, zumindest nicht von meinen Followern. Die, die sich eingetragen haben, bekommen die pdf umsonst. Ihr habt mir schon genug gegeben durch den Austausch mit euch, die ganzen letzten Geeschichten wären ohne euch nicht entstanden. Und ich lerne immer mehr dazu, ich brauche den Austausch mit euch wirklich, das ist keine Floskel. 🙂

        So, wenn du mir schreiben magst, auf mattsfestehand@yahoo.de. Liebe Grüße dir!

        Matt

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