Zufällige Begegnung, (Charlene), Teil 8

(Dieser Teil braucht kein rotes Schild…)

So, etwas später als euch versprochen der 8. Teil der Geschichte um Julia und Charlene, Julia: Teil 1 bis Teil 5, Charlene: Teil 6 bis Teil 9. Teil 6 und 7 der Nachfolge-Geschichte um Charlene habt ihr schon gelesen (16. und 30.10.2014), dazu gibt es einen Kommentar von mir im Geschichtenindex. Teil 8 und 9 liefere ich euch nun nach und kommentiere diese beiden letzten Teile erst, nachdem ihr sie gelesen habt.

An dieser Stelle nochmals ein Einwurf: Diese Idee von mir, die Geschichte an der Stelle abzubrechen, war nicht meine beste, da habe ich mich schon weitaus besser entschieden. Ich musste selber erst nachlesen und teilen, deswegen jetzt auch meine Hilfestellung für euch. In der Zwischenzeit zwischen den letzten beiden Teilen haben wir über Pseudonyme gesprochen, meine gesperrte erste veröffentlichte Geschichte (Nina) besprochen und den Kommentaren der Waldfee dazu gelauscht. Immer noch will ich diese Kommentare keineswegs lächerlich machen oder abweisen, schließlich habe ich auf sie reagiert, indem ich dieses scheußliche rote Schild eingeführt habe. Seitdem überlege ich, wie (zum Henker!) ich eine leicht durchzuführende Altersbeschränkung einführen und diese Schilder wieder abschaffen kann. Dann habe ich euch eröffnet, dass ich für dieses Jahr noch eine eigene Domain anstrebe, in der es einen shop geben wird, wo ihr die Geschichte um Nina und andere, die zu grenzwertig sind, in überarbeiteter Form als eBook für kleines Geld kaufen könnt. Damit bin ich aber einer Form der Altersbeschränkung immer noch nicht wirklich näher gekommen…

Und zuletzt: Entschuldigung an alle, die auf eine Email warten, ich habe es immer noch nicht geschafft, meinen Account durchzusehen (Schande über mein Haupt). Nein, ehrlich, das ist nicht gut, hat bei mir aber etwas mit diesen Vorgängen zu tun.

So, und jetzt kommt der Teil, den ich euch gar nicht abnehmen will :), ihr solltet wirklich die vorherigen Teile 1 bis 7 vorher noch einmal gelesen haben, dieser 8. Teil macht sonst keinen Sinn. 😦 Sorry, wie gesagt, das war nicht meine beste Entscheidung. Aber wie ich das jetzt auch mache, so werde ich es auf jeden Fall nicht mehr wiederholen. Es geht ja nicht an, dass der Autor nach seinen eigenen Geschichten graben muss…

Na Gott sei Dank! Das ist jetzt die fünfte Überarbeitung, und endlich sitzen alle Absätze und Formate… 🙂 Ein Grund mehr, sich selbstständig zu machen, wie auch immer.

Und last but not least: Ein herzliches Willkommen auf unserer gemeinsamen Reise an den 50. Mitreisenden! Fühle dich wohl und scheue dich nicht, zu kommentieren. Wir haben hier schon so einiges diesbezüglich durchgestanden, und letztendlich war alles fruchtbar.

Jetzt wünsche ich euch viel Spass beim Lesen! Und vorsicht, der Teil 1 – 7 geht von der Länge her locker als eBook durch, also etwas mehr Zeit nehmen, hinsetzen, durchatmen und zu träumen anfangen…

***

Charlene sank mit ihm zusammen in das Polster hinein, die Stille im Wagen ließ sie Matt ganz spüren, nur er und sie waren hier, nur sein fester Griff um ihren Körper. Seine andere Hand strich über ihr Haar, weich zog er es durch seine Finger, sie spürte seinen Mund, seine Lippen, die sich warm und beruhigend auf ihren Kopf legten. Es gab nichts zu sagen in diesem einzigartigen Moment, seine und ihre Taten sprachen für sich. Charlene bedauerte es in diesem Moment schon, aus diesem Wagen irgendwann wieder aussteigen zu müssen, sie holte tief Luft, um neue Kraft zu sammeln. Sie dachte an nichts, Matt handelte, und was er tat, war gut so für sie.

Sie spürte ihn, sein harter Körper an dem ihren, er hatte sie ganz an sich gezogen, sie lag an ihn gelehnt. Sein Bein stützte ihre ab, ihr Kopf war wie von selbst an seinen Hals gesunken. Sie zog die Beine ganz an, machte sich in seinem Arm klein und lauschte seinem ruhigen Atem und Herzschlag. Das Auto war extrem komfortabel, hatte eine Scheibe zum Fahrer hin, die geschlossen war, es drangen kaum Geräusche aus der Außenwelt in den Fonds. Dieser fremde Mann namens Matthias hatte sie einfach allem entrissen, was auf sie eingestürmt war. Auch jetzt sagte er kein Wort, seufzte nur leise auf und bewegte seinen bandagierten Arm, als würde er ihm zumindest unangenehm sein. Aber mit dem anderen hielt er sie fest an sich gedrückt, schenkte ihr einfach menschliche Nähe und Wärme in einem Ausmaß, das es ihr erlaubte, sich ganz fallen zu lassen. Er streichelte mit der Hand seines verletzten Armes sanft ihre Haare, ihre Wange, ihren Oberarm, behutsam und zärtlich. Und als könne er Gedanken lesen, brachte er sie entgegen seiner Ankündigung vorher nicht zurück in ihre Wohnung. Der Wagen hielt in einem luxuriösen Wohnhausviertel an, er stieg aus und zog sie an der Hand mit sich.

Er schien der Eigner oder zumindest der Mieter einer luxuriösen Wohnung in diesem Wohnviertel zu sein. Dorthin führte er sie jetzt völlig selbstverständlich. Er entließ seinen Fahrer mit einem Wink, der schwere Wagen verschwand. Charlene war inzwischen so müde, dass die Welt um sie herum schon traumhafte Züge annahm. Matt schloss die Eingangstür auf, führte sie durch das moderne Treppenhaus bis zu einem Lift und drückte den Knopf. Während der Lift kam, nahm er sie einfach wieder in seinen Arm. „Ich weiß, du bist völlig übermüdet, Charlene. Lass mich einfach heute Nacht für dich da sein. Du kannst völlig unbesorgt schlafen, ich will dir nur etwas Gutes. Lass mich einfach für dich sorgen, ich bin selbst noch angeschlagen und brauche etwas Erholung.“

Sie wurde bei seinen Worten wieder wacher und sah ihm forschend in die blauen Augen. Und wieder schrillte keine einzige ihrer vielen roten Alarmleuchten, Matt machte einen schlicht und ergreifend ehrlichen Eindruck, so ungewöhnlich sein Angebot auch war. Charlene hatte ein gutes Bauchgefühl, und bei Matt hatte sie das Gefühl, als könne sie ihm jedes Wort glauben. Sie nickte nur und lächelte ihn etwas schüchtern an. Er zog sie in den Lift, dessen Türen sich gerade schnarrend öffneten, nahm sie dort wieder fest in seinen Arm und hielt ihren Körper leicht an seinen gepresst. Ihr war schwindelig vor Müdigkeit.

An den ersten Eindruck seiner Wohnung konnte sie sich noch gut erinnern, alles danach an diesem Abend war für sie jetzt unscharf und verschwommen, überlagert von einer schweren Erschöpfung. Die Wohnung war eher ein Luxusloft, sehr weitläufig und dabei eher sparsam, aber geschmackvoll und vor allem mit einer schweren, gediegenen Eleganz eingerichtet. Sie wirkte ganz und gar wie eine Wohnung eines Mannes, schnörkellos, gedeckte Farben, ein paar Eyecatcher und ganz sicher nicht angemietet, denn überall sah sie seine persönlichen Dinge herum liegen.

An diesem Abend tat er einfach, was er ihr offeriert hatte. Er hieß sie auf dem breiten Ledersofa Platz nehmen, wartete neben ihr, bis sie gut saß. Dann brachte er ihr wortlos ein großes Glas mit einem Fruchtsaftgetränk, das sehr gut schmeckte, ihr aber auch Energie zurückgab. Sie hielt es für sehr gut möglich, dass es aus dem Sportlerbereich kam, also functional food war, und sie wusste auch noch genau, wie verwundert sie gewesen war, dass er ihr keinen Alkohol gebracht hatte. Sie war zu Tode erschöpft und hatte viel zu wenig getrunken, Alkohol in jeder Form wäre ihr sofort ins Blut geschossen und hätte bei ihrem geschwächten Zustand auch sofort gewirkt, als wäre er ihr intravenös verabreicht worden. Deswegen hätte sie Alkohol auch abgelehnt. Aber Matt brachte sie erst gar nicht in diese Situation, was wohl 99 Prozent aller Männer getan hätten, er tat ihr etwas wirklich Gutes.

Dann holte er sie wieder auf und bugsierte sie umsichtig in ein luxuriöses Bad. Charlene war noch nie von einem derartigen Luxus umgeben gewesen. Die große dreieckige Badewanne war ein Whirlpool und die Dusche durch eine breite, durchsichtige Glasplatte vom Rest des großen Raumes abgetrennt. Erst, als sie darunter stand, bemerkte sie, dass das Wasser von oben wie Regen aus einem rechteckigen Duschkopf kam, der die ganze Breite der Decke einnahm. Alle nötigen Utensilien standen in warm temperierten Halterungen an der Wand und waren ganz offensichtlich gebraucht und von erlesener Qualität. Matt hatte ihr wortlos einen Packen weißer Kleidung hingelegt und sie dann alleine gelassen. Sie genoss die Dusche, wurde aber durch das warme Wasser noch müder. Ohne zu denken benutzte sie die warmen Handtücher, die ebenfalls auf wärmenden Halterungen hingen, und schlüpfte in die für sie bereitgelegten Sachen, eine graue Jogginghose und ein einfaches blickdichtes, weißes T-Shirt. Sie benutzte einfach Matts überall herumliegenden Pflegeutensilien mit, föhnte sich die Haare mithilfe eines an der Wand befestigten Föns und nahm auch von seinen Hautpflegecremes. Danach fühlte sie sich wieder wie ein Mensch, erfrischt und doch schon schwindelig vor Erschöpfung. Sie räumte ihre benutzten Sachen sorgfältig zusammen und begab sich dann zu Matt, den sie in der Küche vorfand. Er kochte gerade. Die Küche war geräumig und ebenfalls benutzt, direkt vor der Küchenzeile stand ein langer, schmaler und hoher Tisch wie ein Tresen mit Barhockern davor. Sie setzte sich einfach zu ihm und lächelte ihn wortlos erleichtert an. Matt ließ sich nicht stören, lächelte freundlich zurück und kredenzte ihr zwischendurch ein anderes Fruchtsaftgetränk.

Sie aßen zusammen und einvernehmlich schweigend sein frisch zubereitetes Nachtessen am Tresen, Surf und Turf, aber leicht und einfach, wie für einen Sportler von ihm zubereitet. Als sie fertig waren, nahm Matt sie ohne Umschweife wieder bei der Hand und führte sie in ein großes Schlafzimmer. Auch hier Spuren von einem täglichen Gebrauch, aber das Doppelbett war gemacht und frisch. Matt schlug für sie die Bettdecke zurück, und ein umwerfend frischer Duft nach gerade mit einem Wäscheparfüm gewaschener Wäsche haute sie fast um, so einladend war alleine dieses Geruchserlebnis. Sie legte sich sofort hin, Matt deckte sie zu und setzte sich an ihre Bettkante. Er sah auf sie herunter und streichelte sie sanft über die Haare.

„Schlaf schön, Charlene“, sagte er zu ihr. „Ich muss noch ein wenig arbeiten. Wenn du etwas brauchst, bin ich sofort bei dir.“ Sie nickte wieder und lächelte ihn sprachlos erleichtert an. Sie fühlte sich geborgen, die Bettwäsche war aus Seide und fühlte sich einfach nur wundervoll auf ihrer Haut an, und das Beste war, niemand konnte sie hier erreichen, da niemand wusste, wo sie war. Hier war sie tatsächlich sicher. Als Matt aufstand und das Licht löschte, war sie auch schon halb eingeschlafen.

In der Nacht wachte sie irgendwann schlaftrunken davon auf, dass sich die Matratze bewegte. Matt hatte sich zu ihr ins Doppelbett gelegt, wurde ihr schlafumnebelt klar. Er legte sich zum Schlafen zurecht, auf seiner Seite, und begann, tief und regelmäßig zu atmen. Für Charlene war ihre Einsamkeit des Nachts meistens am schärfsten spürbar, und jetzt fühlte sie einfach Sehnsucht nach seiner Nähe in sich aufsteigen. Sie rutschte schlaftrunken zu ihm und ließ sich fest von ihm in den Arm nehmen, in diesem Moment nichts als glücklich darüber, dass er das tat. So schlief sie wieder ein, glücklich und zutiefst entspannt.

***

Der nächste Morgen, der sie weckte, war eher schon ein Mittag. Erschrocken fuhr sie im Bett auf, sie hätte schon seit Stunden auf der Arbeit sein müssen, wie ihr ein Blick auf die Uhr auf ihrem Nachschränkchen zeigte. Aber genau an diese Uhr war auch eine weiße Karte gelehnt, und Matt war nirgendwo zu sehen.

„Meine liebe Charlene“, stand darauf. „Du hast wunderschön im Schlaf ausgesehen, aber ich musste dich trotzdem schon verlassen. Du bist für die nächste Woche krank gemeldet, du hast also Zeit heute. Wenn dir danach ist, dann wähle auf dem Handy die 000, dann kommt ein Fahrer und bringt dich in deine Wohnung zurück. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn ich dich heute Abend noch hier vorfinden würde. Wenn du die 111 wählst, kommt eine Servicekraft mit einer Mahlzeit für dich. Ansonsten darfst du gerne deiner Neugierde nachgeben und dir meine Wohnung genauer ansehen. Wenn du mich benötigst, hast du mich mit der 222 direkt am Apparat. Mit herzlichem Gruß und der Hoffnung, dich heute Abend noch hier anzutreffen, verbleibe ich. Matt.“

Schlicht und schnörkellos geschrieben, und Charlene musste auch nicht weiter nachdenken. Ihre Neugier war geweckt, sie wollte Matt liebend gerne genauer kennen lernen. Sie rief also mit dem neben der Karte liegenden Handy nur eine Nachbarin an und bat sie, Cora in ihrer Abwesenheit zu sich zu nehmen. Ein weitergehendes Interesse an einer Inspektion seiner Wohnung verspürte sie auch nicht, sie ging nur in die Küche und holte sich aus dem Kühlschrank zwei große Gläser seiner Fruchtsaftgetränke und den Rest des Abendessens von gestern, dann verzog sie sich wieder ins Bett und schlief sofort wieder ein.

Sie erwachte davon, dass die Matratze nachgab, weil jemand sich zu ihr auf ihre Bettkante setzte. Matt lächelte ihr in die Augen, zurückhaltend und freundlich. „Wie schön, Charlene, dass du meinem Angebot nicht wiederstehen konntest!“ Sie lächelte verschlafen zurück, streckte sich wie eine Katze. Seit Monaten schon war sie nicht mehr so ausgeruht gewesen, hatte sie schon nicht mehr eine derartige Kraft in sich gefühlt. Und ihr schreckliches Handy hatte hier jeden Schrecken verloren. Er nickte ihr zu. „Im Esszimmer steht ein riesiges Abendessen bereit. Ich bin gleich bei dir!“ Sie brauchte zwei Sekunden, um in ihrem verschlafenen Gehirn durchzuschalten. Das hier war sein persönliches Schlafzimmer, und er wollte sich umkleiden, er saß noch im Anzug vor ihr. Sie zwinkerte ihm neckend zu und grinste schelmisch und noch sehr müde. Dann setzte sie sich auf, Matt machte ihr Platz und sie schlüpfte aus dem Schlafzimmer. Bis sie ihre Sachen, darunter ihre Handtasche, gefunden hatte, sich frisch gemacht und dann das Esszimmer endlich gefunden hatte, war Matt in Freizeitkleidung auch schon bei ihr. Nur ihr Handy, das fand sich nirgendwo wieder an, aber das konnte ihr gerade auch so richtig gestohlen bleiben.

***

So begann ihre Liebe zueinander, mit einer Freundschaft und vielen langen Gesprächen. An diesem Abend begann sie, das erste Mal seit vielen, vielen Monaten und Jahren von sich zu erzählen, und zwar die Wahrheit, ihr Leben, so wie sie es sah und empfand. Matt zeigte sich an ihr zunehmend interessiert und hörte ihr gut zu. Zuhören zu können war eine Gabe, und dabei empathisch mitempfinden, mitleiden zu können, eine noch viel größere. Matt tat beides, und er bewies darüber hinaus, dass er sich gut merkte, was sie von sich preisgab. Das bildete das Fundament ihrer ganzen folgenden Beziehung zueinander, seine Fürsorglichkeit und Aufmerksamkeit ihr gegenüber. Sie hatte ihm gegenüber kaum Vorbehalte bilden können, und die Barrieren zwischen ihnen, die alleine dadurch bestanden, dass sie einander noch so fremd waren, waren auf diese Weise schnell niedergerissen. Matt erzählte auch von sich, wenn auch sparsamer als umgekehrt. Aber er erzählte ihr von seinen familiären Bindungen und seiner Arbeit, nannte auch Namen, erzählte ihr von dem Stress, den er kannte wie sie, und wie er damit umging. Der Abend verging wie im Flug, sie schlief wieder bei ihm in seinem Schlafzimmer, fest an ihn gedrückt.

Auch die folgenden freien Tage, die Matt ihr verschafft hatte, verbrachten sie so. Matt zeigte sich an ihrem Beruf und allem, was damit zusammen hing, ehrlich und tiefsinnig interessiert, und Charlene hatte so lange einen echten Gesprächspartner, der ihr auch zuhörte, entbehrt. Er analysierte ihre Situation auch sehr genau und aus seiner Sicht der Dinge, die für sie ungewöhnlich und überraschenderweise sehr befreiend war. Charlene gab sich insgeheim an vielem, was sie zu tragen hatte, eine Mitschuld, und im Allgemeinen redete sie über solche Gedanken überhaupt nicht, wirklich mit niemandem. Matt konnte sie das erzählen, warum das so war, das wusste sie selbst nicht so genau. Er relativierte es unermüdlich, machte ihr klar, was sie da über sich gesagt hatte und wie er die Strukturen in ihrer Abteilung einschätzte. Er war nicht so von Konflikten bezüglich seiner Arbeit geplagt, deswegen sprachen sie deutlich mehr über ihre als über seine Arbeit. Aber er erzählte ihr jeden Tag, was er genau getan hatte, was ihn dabei gestresst hatte und warum, so dass sie bald einen relativ guten Eindruck von seiner beruflichen Tätigkeit hatte. Er arbeitete jeden Tag, und doch hielt er sich in gewisser Weise an ihre Verordnung und kam immer zeitig wieder. Aber ihr war auch klar, dass er ihr bei Weitem nicht alles erzählte, und das akzeptierte sie anstandslos. Aus einem ihr unerfindlichen Grunde durfte er das.

Und sie sprachen über ihre bisherigen Beziehungen. Charlene erzählte von Werner, aber Matt hielt da für sie eine faustdicke Überraschung bereit.

Wenn Matt des späten Nachmittags kam, kochte er selber. Er sagte von sich, dass er kein großer Koch wäre, aber ein paar Gerichte relativ gut zubereiten könne. Er würde Männer nicht mögen, die sich nicht selbst versorgen konnten. Charlene schwieg meistens und verkniff sich jedes Spontanlob, wenn er die Teller auftrug, nicht etwa aus Berechnung, sondern aus Wertschätzung ihm gegenüber. Er trug meistens ein drei Gänge Menü auf, und das wollte sie einfach nur genießen. Matt kochte einfach köstlich, und ihr Schweigen war da beredet genug. Die Lebensmittel dafür wiederum ließ er sich aber liefern, zum Einkaufen fand er bei seinem straffen Zeitplan keine Zeit mehr. Und er lieferte den Beweis dafür, dass Liebe auch durch den Magen ging, wenn ein Mann für eine Frau kochte. Seine Teller, die er ihr vorsetzte, waren so sorgfältig und liebevoll arrangiert, dass man sie für einen Foodblog hätte fotografieren können, und das war wiederum war beredet genug für Charlene. Was das Essen anging, legte Matt bei ihr einen Start-Ziel-Sieg hin.

Über Beziehungen begannen sie miteinander zu plaudern, als sie gemeinsam auf dem Sofa saßen, ineinander gekuschelt, und fern sahen, also schon wesentlich vertrauter miteinander waren. Der Film spielte aber bald nur noch eine Nebenrolle, als Matt mit seinen Besonderheiten diesbezüglich herausrückte.

Als sie ihm von ihrer schief gegangenen Ehe und den Gründen dafür erzählt hatte, lachte er nur auf und meinte, das eben wäre der Grund, warum er sich nicht fest binden wollte. Charlene war erstaunt, ein Mann in seinem Alter, mit Status und Vermögen, der keine feste Bindung eingehen wollte? Das fand sie ungewöhnlich und befragte ihn offen danach. Er lächelte entwaffnend und erwiderte, seine Freiheit sei ihm wichtiger, und an ihrem Schicksal würde man ja auch gut sehen können, wo das enden würde, wenn man sich diese beschneiden ließ. Und außerdem hätte er gewisse Vorlieben, was Frauen anging, und die wären mit einer Ehe nur schlecht vereinbar. Charlene nickte nur und sah ihn mit großen Augen an, sie konnte sich schon denken, was er mit diesen Vorzügen meinte. Ein zartes Alter von zwanzig, große, stramme Brüste, eine schlanke Figur und High Heels. Wie auch anders, Matt konnte sich solche Frauen leisten und sie aushalten. Sie selbst hatte ein paar Kilo zu viel und achtete auch nicht so sehr auf ihr Äußeres, dazu musste sie viel zu hart arbeiten.

Matt lächelte sie an, als hätte er ihr diese Gedanken an der Nasenspitze ansehen können. Und was er dann sagte, das hatte Charlene wieder genau in Erinnerung. „Ich reagiere auf Frauen wie dich, Charlene, sie ziehen mich fast magisch an, wie das auch bei dir der Fall war.“ Das verstand sie nicht, sie fand an sich nichts Besonderes und sah ihn daher nur verwirrt an. „Siehst du“, führte er aus, „ich bin ein dominanter Mann. Ich möchte der Frau gegenüber einen Führungsanspruch ausüben, und ich suche nach Frauen, die sich führen lassen wollen. Und diese Konstellation führt zu ungewöhnlichen Beziehungen in unserer Gesellschaft. Deswegen bin ich nicht verheiratet. Ich bin auf der Suche nach mir selbst, aber das, was eine normale Ehe oder Beziehung zwischen Mann und Frau hier in unserer Gesellschaft so ausmacht, das stößt mich eher ab.“

Charlene verstand immer noch nicht, was er damit meinte. „Was ist denn so ungewöhnlich an den Beziehungen, die du führst?“, fragte sie ihn besonnen und doch neugierig.

„Nun, ich habe Lust an Erotik und einer Frau, die sich mir unterwirft. Und ich möchte die Lust dieser Frau entfachen, für mich alleine und richtig, nicht so, wie sie nach ein paar Jahren Ehe noch besteht, wenn sie sie dann überhaupt noch da ist. Siehst du, es gibt Frauen, deren Empfindungsfähigkeit und Lust erst richtig entfacht werden, wenn sie sich einem Mann unterlegen fühlen können und dürfen.“ Er strich sich über die Haare, und über seinen Augenbrauen entstand eine steile Falte. Es schien ihm nicht richtig leicht zu fallen, für Charlene die angemessenen Worte für seine Vorlieben zu finden. „Sicherlich hast du schon einmal etwas von BDSM gehört. Diese Begriffe lehne ich aber grundsätzlich eher ab, Begriffe wie Unterwerfung, Lustschmerz, spielerische Bestrafung, Fesselung, und was es dergleichen noch mehr gibt. Für mich sind das sehr tief in der Persönlichkeit eines Menschen eingebettete Bedürfnisse und Verhaltensweisen, die ihr ganzes Leben bestimmen, sowohl dann, wenn sie es ausüben wie auch dann, wenn ihnen das nicht möglich ist.“

„Und du hast bei mir Tendenzen in diese Richtung gesehen?“, fragte Charlene ihn nachdenklich und wirklich erstaunt. Das konnte sie kaum glauben.

„Du hast sie auch gefühlt, Charlene“, entgegnete er sanft. „Sonst wärst du jetzt nicht hier. Lange nicht alle Frauen empfinden so wie du, und lange nicht alle Männer so wie ich. Tatsächlich ist nur ein Bruchteil der Frauen wirklich submissiv. Und genau diese Frauen interessieren mich.“

Charlene begann, zu verstehen, was er ihr sagen wollte. Ihre Bereitschaft tief in ihr, einem Mann zu folgen, obwohl sie sicher auf eigenen Beinen stand, die bestimmte tatsächlich ihr ganzes Leben. Da hatte Matt Recht. Sie nickte langsam. Ihr war nur nicht klar, wie Matt seine Dominanz ihr gegenüber denn auszuleben gedachte. Sie sah ihm verwirrt in die Augen. Er lächelte sie an.

„Ich werde es dir zeigen, das ist leichter, als darüber zu philosophieren“, meinte er. Er stand auf und ging wortlos aus dem Raum. Als er wieder kam, waren seine geschmeidigen Schritte kaum zu hören, mit denen er hinter sie trat. Sie zuckte zusammen, als sie seine Hände ganz sachte über ihren Hals streicheln fühlte. „Nicht umdrehen, bitte“, wies Matt sie leise an. „Ich werde nichts mit dir tun, worum du mich nicht bitten wirst. Also keine Angst, bitte.“ Sie hielt erschaudernd still. „Schließe deine Augen“, bat er sie mit leiser, sanfter Stimme. Sie gehorchte sofort. Und fühlte, wie sich etwas Leichtes, Schmales, Seidiges um ihre Augen legte, so etwas wie ein Seidenschal. Matt verknotete ihn so locker an ihrem Hinterkopf, dass sie die Augen durchaus noch hätte öffnen können, wenn sie das gewollt hätte. „So ist es gut“, sagte er sanft hinter ihr, strich ihr noch einmal zart und leicht über ihre plötzlich viel empfindlicher gewordene Haut an Hals und Nacken, es kribbelte leicht und es fühlte sich gut an. Matt küsste sie mit weichen Lippen auf ihre Haare und verließ sie dann wieder. Für einen Moment war es so ruhig in dem großen Raum, dass sie eine Stecknadel hätte fallen hören können. Ihre Sinne waren viel schärfer, wenn sie so ihres Sehsinnes beraubt da saß, und es gefiel ihr.

Dann setzte Musik ein. Die leisen Klänge eines Klaviers erklangen in diesem Raum, in dem sie saß, und sie erkannte diesen Song sofort wieder, auf der Stelle, jeder kannte diesen Song irgendwie. Und dann hörte sie Matt singen. Er hatte eine schöne Stimme, etwas tiefer als die von Billy Joel, aber er sang mit ebenso viel Gefühl.

She can kill with a smile
She can wound with her eyes
And she can ruin your faith with her casual lies
And she only reveals what she wants you to see
She hides like a child
But she’s always a woman to me

Charlene verstand hinlänglich englisch, ihr fehle es lediglich an Übung. Sie musste sofort schlucken, denn sie wusste auch sofort, dass Matt sie damit meinte.

She can lead you to love
She can take you or leave you
She can ask for the truth
But she’ll never believe you
And she’ll take what you give her as long as it’s free
Yeah, she steals like a thief but she’s always a woman to me

Matts Stimme wurde lauter und eindringlicher, sein Klavierspiel belebter. Und dabei war seine Stimme so sanft. Charlene ging ein Schauer durch den ganzen Körper. Matt sang den Refrain, und sie ließ sich fallen, sank weich in das Sofa zurück, die Hände ruhig auf dem Schoß. Was er sang, traf sie genau, mitten ins Herz,, und sie war umgeworfen von dem Verständnis, das er ihrem Wesen mithilfe dieses Songs entgegen brachte.
Oh, she takes care of herself

She can wait if she wants
She’s ahead of her time
Oh, and she never gives out
And she never gives in
She just changes her mind

Dann hätte die nächste Strophe kommen müssen, aber das Klavierspiel brach ab, machte übergangslos den getragenen, tiefen Tönen einer Geige, einer wunder-, wundervollen Geige Platz. Matt schwieg, spielte diese nächste Strophe in dem Raum, in dem sie sich befanden, auf einer Geige. Das war so schön, das berührte ihr Herz so sehr, dass ihr unaufhaltsam die Tränen kamen. Dieses Verständnis, das er damit ausdrückte, das ging bei ihr viel tiefer hinein, das hatte sie ihr ganzes Leben lang vermisst. Sie konnte nicht denken, nicht ausdrücken, was sie dabei empfand. Dann brach das Spiel der Geige wieder ab, und das Klavier setzte sofort wieder ein, und damit Matts Stimme, die nächste Strophe.

And she’ll promise you more than the Garden of Eden
Then she’ll carelessly cut you
And laugh while you’re bleedin‘
But she’ll bring out the best
And the worst you can be
Blame it all on yourself
‚Cause she’s always a woman to me
Hm,hm, hm, – hm hm, hm,
Hm,hm, hm -, hm hm, hm,

Charlene wusste nicht, wie Matt das machte, es war wie Magie, aber sie fühlte sich auf einmal verstanden, geliebt, auf eine Art und Weise, wie sie es noch niemals empfunden hatte. Und wieder setzte Matt zum Refrain an.

Oh, she takes care of herself
She can wait if she wants
She’s ahead of her time
Oh, and she never gives out
And she never gives in
She just changes her mind

Charlene konnte hören, wie Matt es liebte, zu singen und zu spielen, wie er es liebte, ihrer Seele damit näher zu kommen, als Worte es jemals gekonnt hätten. Das Seidentuch konnte ihre Tränen nicht mehr halten, sie liefen langsam ihre Wangen hinunter. Ihr Herz begann, fast schmerzhaft in ihrer Brust zu klopfen, ihre Wangen röteten sich, ihr Atem beschleunigte sich, sie musste ein Aufschluchzen unterdrucken, sie schluckte einmal schwer.

She is frequently kind
And she’s suddenly cruel
But she can do as she pleases
She’s nobody’s fool
And she can’t be convicted
She’s earned her degree
And the most she will do
Is throw shadows at you
But she’s always a woman to me
Hm,hm, hm, – hm hm, hm
Hm,hm, hm -, hm hm, hm
Hm, hm, hm – hm, hm, hm- hm hm hm – hm hm hm hm hm

Das Klavier spielte leise mit ein paar Phrasierungen aus, und dann kam diese wundervolle Geige noch einmal, spielte die letzte Strophe noch einmal und ließ den letzten Ton tief und leise schwingend im Raum stehen.

Charlene war in Tränen aufgelöst. Sie hörte, wie Matt die Geige auf das Klavier legte, diesen leisen, hohlen Klang, den der Klangkörper der Geige dabei machte, dann stand er diesmal hörbar für sie auf und kam zu ihr, setzte sich neben sie. Sie sank in dem schweren Ledersofa an ihn, er umarmte sie nur fest, und das war der letzte Tropfen für ihr Fass. Sie begann zu weinen, in ihrem Herzen auf einmal nichts mehr als ehrlichen Schmerz, Schmerz, der ihr jeden Tag zugefügt wurde und den sie stets erfolgreich unterdrückt hatte, so erfolgreich, dass sie es selber nicht bemerkt hatte. Jetzt schuf er sich mächtig Raum in ihr, ließ sich auf einmal nicht mehr von ihr in seine Schranken weisen, zurück in ihr Unterbewusstes.

Matt atmete einmal tief durch. Dann sprach er leise an ihrem Ohr, während sie immer noch haltlos weinte, der schwarze Seidenschal immer noch über ihren Augen lag.

„Könntest du jetzt meine Augen sehen, wüsstest du, dass ich verstehe, was jetzt in dir vorgeht, pschhht, nicht reden, ich weiß ja…“ Er nahm sie fester in die Arme, vor seine Brust, als sie endgültig an ihn sackte.

„Komm her zu mir, ich befehle dir nichts, ich bestätige dir nur, was du möchtest und dir ersehnst…Geborgenheit und Sicherheit…pschhht, nicht denken, nur fühlen….Nähe…ein letzter Schritt und ich halte dich in meinen Armen…das ist ganz real, fühle meine Berührungen, meine Nähe, alles ist echt, lasse dich fallen…entspanne dich…ich fühle deine Tränen auf meiner Haut, heiß, vermischt mit deinem Atem…es muss Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte her sein, dass du dich sicher gefühlt hast…pssscht, nichts sagen, alles braucht seine Zeit, lasse dir Zeit, deine Gedanken zu sortieren…fühle einfach nur meine Nähe und die Geborgenheit bei mir…du spürst meine Wärme, nicht wahr? Es ist nicht schlimm, wenn du die Beherrschung verlierst, die hast du viel zu lange behalten…nichts mehr wollen, nichts verlangen, nichts mehr tun, lasse es fließen.“

Charlene wusste gar nicht mehr, wie ihr geschah, aber sie öffnete Matt ihr Herz, und darin war noch so viel mehr Schmerz, als sie es bisher selber gewusst hatte. Matt hingegen schien das verstanden zu haben, denn sonst würde er jetzt so mit ihr nicht sprechen, also erlaubte sie sich den Luxus, ihm einfach einmal alles zu glauben, was er ihr gerade sagte. Matt schwieg eine ganze Weile, ließ sie zur Ruhe kommen, dann sprach er langsam und leise weiter.

„Genieße es einfach…ich fühle, wie fest du mich hältst…du spürst, dass ich dich annehme, du kannst deine Maske ablegen und nur du selber sein, hier brauchst du keine….deine Tränen verraten mir alles…da ist so viel in dir, was ausgelebt werden möchte, was noch niemals draußen war…bei mir kannst du es endlich zeigen…pssscht, ich werde dich nicht mehr fortschicken, ich werde dich in deinem Leben begleiten, wenn du das möchtest…ich bin ganz da für dich….“

Er streichelte ihre Haare, fuhr mit festen, warmen Handflächen über ihre bebenden Glieder, gab ihr das Gefühl, von ihm begehrt zu werden.

„Deine Gedanken steigen wieder empor…und bald wirst du mehr und mehr verstehen, was ich mit dir tue und warum das gut so für dich ist…und dein Körper wird folgen…habe keine Angst, ich bin da, ich bin da…hab keine Angst…“ Und dann zog er ihr die Augenbinde von den Augen.

Charlene sah mit rot verquollenen Augen nach oben und in seine ruhigen. Er lächelte, er lächelte sie ganz persönlich an. „Komm her zu mir, ich bin da, keine Träume mehr, nur noch die Wirklichkeit…ja, alles ist real…alles, was eben geschehen ist und jetzt geschieht, ist real…öffne deine Augen…alles ist real…“

Charlene wusste nicht, was Matt mit ihr machte, aber seine Worte waren wie Magie, sickerten tief in sie ein. Und auf einmal hatte sie keine Ängste und Vorbehalte ihm gegenüber mehr. So ein Vertrauen hatte sie als letztes zu ihrer Mutter empfunden, und danach nie wieder…bis heute. Und woran konnte das nun genau liegen? Matt hatte ihr nicht nur gut zugehört, er antwortete auch auf ihre kleinen nonverbalen Signale, die sie so von sich gab, in der Ambulanz wie jetzt gerade wieder. Und diese Signale beantwortete er, das war es wohl, was sein Verhalten ihr gegenüber so extrem ungewöhnlich machte.

Matt sagte an diesem Abend nicht mehr viel. Er behielt sie in seinen Armen, ließ sie ganz bei ihm und bei sich selbst ankommen, spielte nur leise Musik. Irgendwann gingen sie gemeinsam schlafen, und auch da küsste er sie nur flüchtig über die Wangen, den Hals, und sie schlief so tief und traumlos ein, wie sie schon ganz lange nicht mehr geschlafen hatte.

***

Songtext: Billy Joel: „She`s always a woman to me“

©Matt

9 Kommentare zu “Zufällige Begegnung, (Charlene), Teil 8

  1. wildkatze sagt:

    Lieber Matt,
    Danke für dieses zauberhafte Stück Kennenlerngeschichte und Poesie. Ich finde die zweite Ebene der Musik ist eine sehr starke Komponente, die absolut stimmungsvoll ist. Ich habe beim Lesen youtube mit Billy Joel laufen lassen. Es ist wohl bei uns allen so, dass wir Verwundungen und Stress in uns tragen. Dabei kann Musik (ebenso wie Bewegung) helfen. So richtig raus aus allem komme ich dann nur durch meinen Partner und unsere Sessions. Schmerz hilft mir mich frei zu fühlen, aufzuatmen und wieder offen in die Welt gehen zu können, bzw dann gefühlt zu schweben. Das ist sehr schön, dass es auch andere Menschen gibt die es fühlen und dies verstehen können. Matt scheint mir hier sehr nachdenklich und mitfühlend geworden zu sein (auch schon ohne Julia). Ich bin gespannt wie es weitergeht.
    Alles Gute für Dich und Danke, wildkatze

    • Hi wildkatze!

      Schön, dass du dich meldest! 😀

      Ich habe mit Nina meine erste Geschichte eingestellt, die ich im Zusammenhang mit Erotik als Kernstück alleine überhaupt geschrieben habe. Jeder Autor sagt mir, das hätte ich nie getan, da steckt so viel Druck dahinter. Das stimmt auch, aber ich stehe ja auch dazu. Und es war schon echt interessant, als ich Nina komplett wieder freigegeben habe, war sie sofort wieder am meisten gelesen!

      Aber ich schreibe ja beileibe nicht nur solche Sachen, und das sieht man jetzt auch. Ich brauche halt einen Kerngedanken, um den die Geschichte sich aufbaut, und der kann sehr intensiv sein, auch wenn er ruhig ist und mal keiner ans Kreuz gebunden wird. 🙂 Bei Charlene, die ja älter und in vielen Dingen erfahrener als Matt ist, geht es ja hauptsächlich um das Kennen Lernen dieser Form von Liebe. Ich umgehe das Wort BDSM eigentlich am Liebsten, weil ich finde, wenn man ehrlich zu sich ist, steckt das in jedem Menschen mal mehr, mal weniger. Deswegen reagieren die einen auf ruhige und die anderen auf eher harte Geschichten.

      Diese Sache mit einem Musikstück war hier im Blog das erste Mal, ich wollte sehen, wie ihr das findet. Ich sehe erfreut, dass du das zumindest magst, das ist toll. In anderen Geschichten ist so etwas auch schon dabei, einfach weil Musik so viel mehr Informationen trägt als das gesprochene Wort. Ich hatte die Befürchtung, ihr findet das kitschig. Musik und schmerzen, das passt ja auch wirklich gut zusammen, wenn man das erst einmal gerafft hat.

      Matt entwickelt sich immer weiter, desegen gibt es mal ruhige und mal belebte Geschichten. Ich wollte ihn ja nie als festen Typus einsetzen, sondern flexibel halten wie wir alle uns entwickeln. ich finde das ehrlicher und echter.

      Ich schreib gleich weiter oben weiter 🙂 !

  2. wildkatze sagt:

    Hey Matt,
    ich mußte doch nachträglich auch noch ein bißchen schmunzeln. Wieso spielen eigentlich immer alle dominaten Männer Klavier? Du hast nicht zufällig 50 shades of grey geschaut (ja es war grauenvoll)? oder Pretty Woman?
    Klar, dass Matt Geige spielt wissen wir schon und singen und Geige spielen ist schwierig. Ist schon ok, aber auch ein bißchen lustig. Vielleicht belegen jetzt mehr Männer Klavierkurse? (-:
    Liebe Grüße, wildkatze

    • Du, ich habe 50 Shades weder gelesen noch den Kinofilm gesehen. Bei 50 Shades habe ich mal den 2. Band angelesen, und spätestens, als diese riesige Feier mit hochwichtigen Menschen immer läääänger beschrieben wurde, habe ich das abgebrochen. Ich habe mal gehört, 50 Shades, also Christian, glaube ich, war als eine Fanfiction einer Vamir-soap / eines Vampirfilmes (?) konzipiert, und ich finde ehrlich gesagt, als Vampir würde er sich wirklich besser machen, wenn ich das so überblicke was ich selber angelesen oder gehört habe.

      Aber mit der Musik hast du mich wieder voll erwischt! 🙂 Du hast tatsächlich Recht, Klavier und Geige ist too much. Mit 50 shades hatte das nichts zu tun, es ging eben um die Idee, und Billy Joel hat, wenn ich das richtig im Kopf habe, auch Klavier dabei gespielt. Das Klavier und die Geige sind für mich die stärsten Musikinstrumente. Aber Matt kann unmöglich dabei auch noch singen, jedenfalls nicht beim Geige spielen :). Und eine Stradivari läßt man ja auch nicht einfach überall herum liegen. Ich schaue mir das noch mal an und nehme dann wohl die Geige raus. Klavierspielen ist bei einem Mann immer reizvoll, ich denke, das wird dann immer als Karte gezogen. aber man darf es auch nicht übertreiben. 🙂 Matt kan ja schon viel, aber eben doch noch nicht alleine zum Mond fliegen XD

      Danke für den Einwand, das schau ich mir nachher an! Und echt schön, dass du dich gemeldet hast, ich danke dir!

      lg, Matt

      • Kizuna sagt:

        Hey Matt, 50 Shades muss man nicht kennen oder lesen, wer ein Schlafproblem hat kaufe sich den ersten Band – man schläft nach der fünften Seite ein. Eigentlich begann dies Unding als eine Fangeschichte zu Twilight. Und die Protagonisten waren Bella und der Glitzervampir Edward. Und die Autorin schrieb es als BDSM Geschichte. Allerdings haben es die Reviewer nicht so gern gehabt das Bella in Fesseln liegt und von daher wurde aus einer Fanfiktion ein Original ohne Glitzervampire – wobei man Edwards melancholischen Ich bin so arm ich bin ein unsterblicher und doofer Vampir Einfluß eigentlich noch gut herauslesen könnte.
        Mir gefallen deine Geschichten obwohl ich noch nicht alle gelesen habe

      • Ich danke dir für dein Hereinschneien hier und deinen Kommentar zu meinen Geschichten!! 🙂 Bist herzlich willkommen! Meine Geschichten betragen allgemein 3000 bis 4000 Worte, so dass sich meine Veröffentlichungszahl von 1 Geschichte gut überbrücken läßt. Habe im Moment Stress, deswegen sinds jetzt schon 2 Monate, I am Sorry! lg, Matt

      • Hi Kizuna!
        Ich musste lachen, als ich das gelesen habe, mir ist es nämlich genau so ergangen :). Was das BDSM-Neustyling dieser Twilight Saga angeht, wundert es mich nicht, dass die Autorin damit so viel Erfolg hat. Aktuell kannst du fast jeden Geschichtenerzähler, der im Erotik-Bereich schreibt, auf BDSM umpolen, und das dauerhaft :). Hab ich jetzt schon mehrfach erlebt. Also gibt es massenhaft mehr oder weniger gute BDSM-Geschichten, und das Internet tut sein Übriges dazu. Ein Unterschied besteht immer darin, ob jemand auch im wahren Leben wirklich so gepolt ist und das dann in schöne Worte fassen kann. Ich weiß von mir, dass meine diesbezüglichen Empfindungen die reine Wahrheit sind (welche auch immer 🙂 ), deswegen versuche ich auch, das unterschiedlich und immer neu zu beleuchten. Dieser Crash im Spätsommer hat meine Fantasie halt nur etwas lahmgelegt, aber das kommt schon wieder! Was ehrlich ist, kommt eh immer wieder. Ich freue mich auf weitere Kommentare von dir und danke dir für diesen hier!
        Liebe Grüße, Matt

  3. Izzy sagt:

    Einfach nur wunderbar… so in etwa hatte ich mir den Weitergang dieser Geschichte vorgestellt – ein großes Maß an Gefühl, welches beim Lesen förmlich spürbar wird…
    Da möchte ich doch jetzt wirklich einfach mal ganz explizit „Danke“ sagen für diese wunderschöne Geschichte…

    LG, Izzy

    • Hi Izzy,

      dafür nicht, ich freue mich immer riesig, wenn du so etwas schreibst. Und es kommt ja noch ein etwas längerer Teil als dieser, den wollte ich nicht mehr aufteilen…

      Ich wünsche dir eine gute Zeit, jetzt wo auch das Wetter mitspielt!

      lg, Matt

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