Bolero (Charlene), Teil 11

(Und jetzt geht es auch weiter, genießt einfach die Musik… 🙂 )

In dieser Geschichte greife ich die Fäden aus den Geschichten „Zufällige Begegnung“ um Julia und der zweiten um Charlene zusammen und schildere, wie der Rest der Nacht für Charlene und Matt verläuft. Matt ist noch zu unruhig, um zu einer seiner Lieblingsbeschäftigungen zurück zu kehren. Er braucht etwas Neues oder Anderes in dieser Nacht.

Für alle, die neu dazu gekommen sind, man müsste diese beiden Geschichten vorher lesen, um Bescheid zu wissen! 🙂 )

***

Matt sah auf und lächelte Charlene leicht und liebevoll an, als er Julia sorgfältig auf das breite Bett legte und zudeckte. Julia sah erst zu Charlene hin, dann flatterte ihr Blick unruhig zu Matt, der ernst auf sie herunter sah. „Hier bist du sicher, Kleines“, beruhigte er sie und setzte sich zu ihr an den Bettrand, „und jetzt musst du schlafen! Ich werde Charlene hier bitten, dir etwas zu geben, das nimmst du bitte ein. Damit wirst du bis morgen gut schlafen. Charlene und ich sind noch eine Weile lang unterwegs, für diese Zeit habe ich dir eine Krankenschwester bestellt, die sich ausschließlich um dein Wohlergehen kümmern soll. Ist dir das so Recht, Liebes?“ Julia sah ihn unter schweren, leicht verschwollenen Augenlidern an und nickte nur. Aus ihren Augen leuchtete Dankbarkeit und Vertrauen. Matt sah auf, aber Charlene kehrte schon mit leisen Schritten wieder, eine Tablette und ein Glas Wasser in der Hand. Sie reichte Matt beides an. Matt richtete Julia liebevoll halb in seinem Arm auf und legte ihr erst die Tablette und dann den kühlen Rand des großen Wasserglases auf die Lippen. Julia leckte sich die kleine Tablette in einer unbewusst reizvollen Art wie ein Kätzchen mit der Zungenspitze von der Unterlippe und trank dann das ganze Glas Wasser fast gierig aus. Matt behielt sie so im Arm und streichelte ihr erschöpftes Gesicht, ihre schwarzen Haare flossen über seinen ganzen Arm. Sie sah zu ihm auf, mit einer schwer fassbaren Mischung aus erwachsener Ernsthaftigkeit und jugendlicher Verletzlichkeit, dann fielen ihr langsam die Augen zu. An der Wohnungstür klingelte es leise, er hörte, wie Charlene sich entfernte und die Tür öffnete. „Kommst du wirklich wieder?“, fragte ihn Julia derweil mit schon leicht lallender Stimme. „Läßt du mich nicht alleine?“ Matt hatte ihr diese Fragen schon ausführlich beantwortet und schob sie dem aufkommenden Gefühl der Entspannung und des Wohlgefühls zu, das sich durch die Tablette in Julias Körper und Geist ausbreitete. Sie half ihr, all das Vorgefallene los zu lassen, zumindest für diesen Augenblick. „Aber ja, mein Liebling!“, erwiderte er leise, „und jetzt träume schön!“ Julia lächelte leise. „Das alles ist wie ein Traum“, hauchte sie und sah ihm noch einmal in die Augen. „Du…du kümmerst dich um mich, obwohl du…“ Matt schüttelte sofort den Kopf. „Pschhht“, machte er nur leise. Dann fielen Julia endgültig die Augen zu. Matt gingen ihre letzten Worte noch im Sinn herum, ihm wurde wieder bewusst, wie jung und unerfahren Julia war. Er war ihr gegenüber eine Verpflichtung eingegangen, die er auch zu halten gedachte. Das hier war die Realität. Julia würde sich daran gewöhnen müssen, nicht mehr zu träumen, nicht in Filmen, nicht in Büchern, nicht in Blogs. Die Welt hielt sich nicht an Träume, mochten sie auch noch so lebendig und schön sein.

Matt legte die schlafende junge Frau sanft ins Kissen zurück und deckte sie selber gut zu. Dann erhob er sich und verließ leise das Zimmer. Vor der Tür stand Charlene mit der Schwester. Die professionell wirkende Frau in mittleren Jahren wirkte wie auf dem Schlaf gerissen, sie sah Matt aber mit wachen Augen an und nickte ihm zu. Matt reichte ihr die Hand. „Wagner“, stellte er sich leise vor. „Cramer“, antwortete sie. „Ich bin von Ihrer Frau ins Bild gesetzt worden. Ich kann hier bleiben, bis Sie wiederkehren.“

Matt nickte nur und griff Charlene wortlos bei der Hand. Sie folgte ihm mit leichten Schritten, als er zielstrebig ihre Wohnung und das Haus verließ, und nichts anderes erwartete er auch von ihr. Draußen wartete eine schwarze Limousine. Der kleine Nissan war fort. Matt komplementierte Charlene mit leichter Hand in den Fonds, umrundete den Wagen und genoss dabei die milde Abendluft, die ihm mit sanften Schwingen in die Haare griff. Er setzte sich zu Charlene und nahm sie fest in den Arm, während die Tür leise und satt neben ihm zuschlug. „In den Park, bitte!“, wies er den Chauffeur an. Während der Fahrt verlor er kein einziges Wort mehr, aber seine angespannten, kräftigen Muskeln entspannten sich zunehmend an Charlenes weichem Leib. Er war fasziniert vom Ausdruck ihrer Augen, der sehr offen war, der ihn gleichzeitig aber auch etwas nachdenklich machte. Charlene stellte ihm keine Fragen, vielleicht war sie auch angespannt, wie er es zu spüren glaubte. Ihm gefiel, wie sie sich für ihn interessierte, ohne ein einziges Wort von sich zu geben. Es war, als würde sich sein Herz öffnen alleine durch ihre Gegenwart. Charlene rückte leicht von ihm ab und legte ihren Kopf in seinen Schoß. Es war kaum zu sehen, dass sie dabei seine Hand ergriffen hatte und sie die ganze Zeit über hielt. Matt beugte seinen Kopf zu ihr hinab und vergrub sein Gesicht in ihrem Haar. Es war die intimste und stärkste Geste, mit der Matt Charlene bedenken konnte, und noch immer sprach niemand im Wagen ein Wort.

Charlene war tatsächlich sehr durcheinander. Matt holte sie ab, wohin es ging, das wusste sie nicht. Was ging in seinem Kopf vor, was plante er nun? Es war so ganz gegen seine Art, dass er planlos mit ihr durch die Gegend fahren würde, das konnte Charlene fast ausschließen. Aber was wollte er nur in einem Park? Charlene grübelte leicht beunruhigt vor sich hin, aber sie konzentrierte sich voll auf ihren Herren, den sie über alles liebte und der scheinbar mit sich selber zu kämpfen hatte in diesen stillen Augenblicken. Sie versuchte nicht, ihm Informationen zu entlocken, er würde sie ihr zu gegebener Zeit schon zukommen lassen. Sie musste sich einfach überraschen lassen. Sie hatte sich nicht schön machen sollen, das war schade, denn sie hätte ihn doch so gerne alleine mit ihrem Anblick zu bezaubern versucht. Das wäre ihre erste Wahl gewesen. Sie hob ihren Kopf und betrachte ihn, als er sich wieder aufrichtete. Völlig entspannt saß er nun da. Wie immer eigentlich. Nur seine Liebe zu ihr sprang ihr förmlich aus seinen belebten Augen entgegen. Sieseufzte leicht. Von oben bis unten in schwarz gekleidet war er. Stilvoll und elegant. Anziehend, wie immer eigentlich. Sie betrachte ihn weiter und schweifte gedanklich ab. Dann hielt die Limousine und Charlene war mit einem Ruck wieder im Hier und Jetzt. Gerade eben hatte sie noch entspannt und warm in seinen Armen gelegen, nun kehrte ihre Nervosität zurück. Sie suchte seinen Blick einzufangen, aber noch immer gab er nichts Aufschlussreiches von sich. Er richtete sich leicht auf, als der schwere Wagen in fast völliger Dunkelheit hielt. Im Licht der Beleuchtung lächelte er sie nur leicht schelmisch an, während er sie aus seinen Armen entließ und die Wagentür öffnete. Recht kühler Wind fauchte sofort herein. Matt stieg aus dem Wagen aus, Charlene folgte ihm mit den Augen und senkte dann den Blick, als sie ihn hinter dem Wagen nicht mehr sehen konnte, ohne den Kopf zu wenden. Sofort öffnete sich neben ihr die Tür. Sie fuhr leicht zusammen, obwohl sie damit natürlich gerechnet hatte. Matt reichte ihr die Hand und half ihr beim Aussteigen, wohlwissend, dass sie ihm ohne ein weiteres Wort überall hin folgen würde. Alles war wie so viele Male zuvor. Sie nahm seine Hand und begleitete ihn in die rauschende Dunkelheit. Dann kam der Vollmond hinter einer dichten Wolkenbank hervor und Charlene hätte vor Erleichterung fast laut aufgelacht. Da war die steinerne Bank mit der Laterne, dort drüben eine Schaukel an einem hohen Ast, feiner Kies knirschte unter ihren Schuhen. Überall große Bäume. Sie befanden sich im Park des Anwesens der Wagners und Matt nahm sie mit, weil er nachdenken wollte. Charlene kannte Matt inzwischen gut genug, um zu wissen, dass er so etwas häufiger auch alleine tat, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Es stellte ein riesiges Kompliment für sie dar, dass er sie mitnahm. Und er hatte sie subtil daran gewöhnt, die Führung aus der Hand zu geben, in seine Hände zu legen. Charlene war als Ärztin daran gewöhnt, jede Planung selber zu übernehmen, also war dieses Unwissen im Moment sehr reizvoll für sie. Sie ließ sich einfach auf Matt ein, als er sie in die mondbeschienene Dunkelheit führte, alleine deswegen war diese Nacht schon denkwürdig für sie.

Matt entspannte sich merklich, als er mit Charlenes zierlicher kleiner Hand in seiner kräftigen in die rauschende Dunkelheit eintauchte. Der Vollmond strahlte vom Himmel in dieser wunderschönen Herbstnacht, das leise Rascheln der Nadelbäume mischte sich mit dem sanften Rauschen der Laubbäume. Matt dachte an den Farbenrausch bei Tage, an die goldbraunen Farbtöne der Laubbäume vermischt mit dem leuchtenden Grün der Nadelbäume, und eine schon etwas tiefer stehende Sonne, die vom Himmel strahlte. Noch immer standen ihm Julias große, schmerzerfüllte Augen im Gedächtnis. Er war dominant, aber auch hilfsbereit und liebevoll, und ihre Blicke hatten ihn bis ins Mark getroffen. Er hatte sich anstrengen müssen, sie nicht mit seinen Gefühlen zu überwältigen zu einem Zeitpunkt, an dem sie mit ihnen noch nichts anfangen konnte. Langsam und behutsam hatte er sich ihr genähert, sie hatte ebenso sein Vorgehen bestimmt wie er selber. Nun war sie in seiner Obhut und er konnte loslassen, zumindest für diese gerade beginnende Nacht und für Charlene. Aber es wollte ihm nicht gelingen. Ihm wurde klar, dass er etwas dagegen setzen musste, um auf andere Gedanken kommen zu können. Er brauchte nun etwas Zeit für sich selber, etwas Zeit für eine innere Einkehr, damit er in sein körperliches und seelisches Wohlbefinden zurück finden konnte. Egal, ob es sich um Steß auf der Arbeit handelte, oder um die Empathie, mit der er auf Julias Ängste reagiert hatte, das Ergebnis war für ihn dasselbe. Er brauchte eine kurze Pause zum Nachdenken.

Matt sah auf die Uhr. Es war gerade noch zeitig genug, ihm war da endlich eine gute Idee gekommen. Er hatte sich mit Charlene auf eine Bank setzen wollen, jetzt änderte er die Richtung und steuerte die hintere Tür des Anwesens an. Er öffnete die Tür und hielt sie freundlich für Charlene auf, bevor er ihr ins Innere des Hauses folgte. Im Haus war es still, niemand rechnete mit ihm. Das war ihm aber gerade Recht, er mochte im Moment keine langen Erklärungen abgeben. Charlene sah ihm in den dunkel über sie flie0enden Schatten in die Augen, sie lächelte ihn mit ihren bezaubernden grünen Augen an, fragte ihn noch immer nicht, was er nun zu tun gedachte. Im Gegenteil, sie bestätigte ihn, sie gab sich bewusst in seine Hände.

Matt kannte sich gut in dem riesigen Anwesen der Wagners aus, gut genug, um seinen Weg zu dem Ankleidezimmer von Nina auch im Dunklen zu finden. Auch Nina war heute Abend nicht da. Er  machte Licht und zog zwei Schränke mit Abendkleidern darin auf. Charlene starrte mit leicht geöffnetem Mund auf die Pracht. „Wir gehen in die Oper, meine Schöne“, ließ er sie nun wissen. „Suche dir ein Kleid aus, Ninas Kleider werden dir passen. Nimm bitte eines mit etwas weiter fallenden Röcken, ein rotes. Ich warte vorne auf dich.“

Er ließ Charlene mit ihrer Überraschung im Ankleidezimmer zurück und wählte die Frankfurter Oper an. Sie gaben heute Carmen/Boléro, das war ihm sehr angenehm. Als Ballett zur Musik von Georges Bizet, Wolfgang Rihm und Maurice Ravel wurde die Geschichte der spanischen Zigeunerin Carmen erzählt. Carmen galt als Archetypus der femme fatale: Ihre erotische Aura, ihr unzähmbarer Freiheitsdrang und ihre Kompromisslosigkeit machen sie zu einer Außenseiterin in der Gesellschaft, sodass männliche Macht- und Besitzansprüche auf sie zu einer Katastrophe führen mussten. Die Gesellschaft scheiterte an Carmen, es war das Motiv der leidenschaftlichen, sinnlich-erotischen  Liebe, die schließlich in Mord enden musste. Matt bestellte zwei Karten in einer Einzelloge.

Charlenes Herz klopfte ihr bis in den Hals. Welche Frau würde nicht gerne in eines dieser wundervollen, teuren Abendkleider steigen, dazu noch in einem leuchtenden Rot? Sie hatte sich schnell entschieden. Ein blutrotes Kleid erregte ihre Aufmerksamkeit. Es hatte Röcke, die sich schwingend um ihre Hüften legten und damit jeden Schwung ihrer Lenden betonten, wenn sie darin ging. Charlene ließ sich weder beim Aussuchen noch beim Ankleiden mehr Zeit als nötig. Nachdem sie die dazu passenden Schuhe gefunden und ihre blonden Haare an dem Schminktisch an der Kopfseite des Raumes gelegt hatte, betonte sie ihre Augen und ihre hohen Wangenknochen noch mit Schminke, sodass sie sich selber fühlte wie ein Feuerwerk an einer Frau. Sie eilte hinaus zu Matt.

Matt lächelte und packte sie fest um ihre aufregenden Lenden. „So hatte ich dich vor Augen, meine Schöne!“, sagte er nur sanft, „jeden Mann wird die Leidenschaft packen, der dich so sieht!“

„Aber ich werde nur Augen für dich haben, Herr, und ich hoffe, deine Leidenschaft zu entfachen!“, gab Charlene liebevoll zurück und errötete sanft.

Matt war so geblieben, wie er war. Er legte Charlene einen passenden Schal um die Schultern und führte sie dann schnurstracks wieder zurück zum Auto. Die Fahrt zur Oper war nur kurz. Der Chauffeur stieg aus, als er vor dem großen Entree vorgefahren war, und öffnete Charlene die Wagentür. Charlene senkte die Augen und ließ sich hinaushelfen. Dann nahm Matt ihre Seite ein und führte sie durch die prachtvoll erleuchtete Eingangshalle der Alten Oper. Von beiden Seiten liefen Bedienstete der Oper auf sie zu. Von der einen Seite wurde ihnen Champagner angeboten, was sowohl Matt wie Charlene gerne annahmen, eine zweite Bedienstete führte sie rasch die Treppen hinauf zu ihrer Loge. Äußerlich blieb Charlene gelassen wie Matt, als sie ihre Plätze in der Loge einnahmen, aber innerlich klopfte ihr das Herz. Das Haus war voll besetzt, der Champagner prickelte in den Gläsern, und dann senkte sich auch schon die Dunkelheit herab. Eine erwartungsvolle Stimmung lag über dem Publikum, und schon die ersten Klänge fingen sowohl Matt wie auch Charlene mit ihrem Zauber ein.

Charlene kuschelte sich bezaubert in Matts Arm, den er fest um ihre Schultern gelegt hatte, und atmete tief und befreit durch. Wie ein Echo fühlte sie Matts tiefen Atemzug. Sie sah ihm ins Gesicht und entdeckte ein leichtes, entspanntes Lächeln in seiner Mine. Eng aneinander gekuschelt trieben sie in einen zauberhaften Musikfluss, der sie beide mit sich riss. Matt legte eine Hand auf Charlenes Oberschenkel. Durch den Seidenstoff fühlte seine Handfläche sich kühl und prickelnd auf ihrer Haut an, Charlene erschauderte. Sie wollte wohl die Augen schließen, aber die Darbietung des Balletts riss sie mit sich. Auch Matt begann, mit den Fingern zart den Rhythmus der Musik auf ihrer Haut mit zu klopfen. Charlene durchrann ein feines Prickeln, das sie angenehm anregend für seine Zärtlichkeiten sensibilisierte. Der Champagner tat ein Übriges.

Matt strich fest über ihr glattes, seidiges Fleisch und murmelte ihr ins Ohr. „Sage mal, meine Schöne, trägst du einen Slip? Wenn ja, dann möchte ich, dass du ihn ausziehst!“

„Was, hier, Herr?“, vergewisserte sie sich überrascht.

„Aber ja! Lass dir Zeit, das wird keiner von unten sehen!“

Charlene errötete wieder fein. Aber sie kam der Aufforderung ihres Herren sofort nach. Mit leichten Händen fuhr sie sich die langen Beine entlang nach oben, wie in Erregung wegen der sich steigernden Liebesmotivik in der Musik und den kraftvollen Tänzen der Balletttänzer, griff dann mit einer Hand rasch unter ihren Rock und zog sich das Höschen vom Leib. Sie ließ es einfach auf den Boden fallen, und während sie ihre Hüften noch wieder sinken ließ, nahm Matt ihr Höschen vom Boden auf, knüllte es in seine Hand und roch völlig ungeniert daran, bevor er es sich in die Tasche steckte.

„Was hat du denn vor, Herr?“, konnte sie sich nun eine Frage nicht verkneifen. Matt grinste leicht.

„Ich weiß noch nicht“, murmelte er ihr leise knurrend ins Ohr, „ich will nur spontan reagieren können!“ Charlene atmete tief durch. Das Prickeln in ihr steigerte sich sofort zu einem erwartungsvollen Kribbeln, das ihr in Schauern über die Haut rann. Ihre Brustwarzen wurden fest und rieben sich im knisternden Seidenstoff des Kleides, zwischen ihren Schenkeln wurde es kühl. Wieder zog Charlene überrascht tief Luft, sie fühlte sich trotz des Kleides plötzlich erregend nackt in Matts Armen. Ihre Feuchtigkeit rann ihr kühl zwischen die Schenkel.

Matt klopfte weiter sachte auf ihren Oberschenkel, immer im Takt der Musik. Charlenes Gedanken wiegten sich weiter in der rhythmischen Musik, die sie zu verwegenen Gedanken verführte, Gedanken an sie und Matt und die Loge. Ziemlich verbotene Gedanken. Ihr kam in den Sinn, wie Matt an ihrem Höschen gerochen hatte, und es überlief sie heiß. Ja, sie war bereit für ihn.

Matts Klopfen hatte sich ihrer erotischen Zone genähert. Charlene fühlte, wie sie sich in seinen Armen leicht anspannte und damit aufrecht hinsetzte. Alles in ihr wartete auf ein Signal von Matt. Ein ganz leises Zittern durchlief ihren angespannten Körper, ein Zittern, das Matt keineswegs entging, so sehr ihn die Musik auch mit riss.

Carmen tanzte in einem natürlich ebenso roten Kleid, wie Charlene es trug, den Liebestanz. Matt ließ kein Auge von ihren kraftvoll eleganten Bewegungen, als er sich nahe an ihr Ohr neigte und sanft über ihren Hals blies, über diese so empfindliche erogene Zone. Charlenes Härchen stellten sich auf. „Charlene, Liebes, lege dich auf den Logenrand und bewege dich nicht!“, hauchte er ihr ins Ohr. Charlene zögerte keine Sekunde. Sie schob sich auf den breiten, hölzernen Logenrand und blieb erschaudernd in der Waagerechte liegen. Von unten konnte man nun nur sehen, wie sie weit vorgebeugt der Musik lauschte. Von den Seitenlogen her war da schon mehr zu sehen, aber die zu ihren beiden Seiten Sitzenden waren ebenfalls mit sich und der Musik beschäftigt. Mit etwas Glück würden sie keinen Grund finden, sich zu ihr umzudrehen. Sie durfte ihnen natürlich auch keinen Grund geben.

Charlenes wohlgeformter, weiblicher Po stand nun in Matts Schritthöhe. Elegant erhob er sich und stellte sich in die Dunkelheit der Loge hinter sie. Er fasste ihre Lenden unter ihren Röcken und hauchte ihr zu: „Raffe deine Röcke bis zur Taille hoch!“ Charlene errötete, aber ein kräftigeres Zittern durchlief sie ebenfalls. Das war aufregend, sich so auf die Anweisung ihres Herren hin in einem so vornehmen Haus wie der Oper zu entblößen, es war erregend anstößig und es passte wunderbar zu der Musik, deren Leidenschaft sich steigerte. Vorsichtig raffte Charlene ihre Röcke in beiden Händen immer weiter hoch, bis sie spürte, wie kühle Luft über ihren nackten Po strich.

Matt sah auf Charlenes prallen, entblößten Po in seinen Händen hinab und verfolgte gleichzeitig die schnellen, wirbelnden Bewegungen der Tänzerin in dem roten Kleid. Seine Männlichkeit stand nun deutlich, seine Hose war ihm plötzlich viel zu eng. Unauffällig zog er den Reißverschluss seiner Hose herunter, und seine gepresste, ebenso pralle Männlichkeit schoss waagerecht ins Freie. Er hatte das erotische Dreieck zwischen Charlenes Schenkeln gut vor Augen und begann, es langsam zu streicheln.

Charlene hätte fast aufgestöhnt, als sie die sanften Fingerkuppen ihres Herren so unversehens und selbstverständlich auf ihrer Haut ihrer intimsten, weiblichsten Zone fühlte. Mit Daumen und Zeigefinger rieb Matt über ihre angeschwollenen, feuchten Schamlippen, die leicht zwischen ihren Schenkeln hervor glänzten, so prall legten sie sich um seine Finger. Als er schließlich nach Minuten der süßesten Folter ihre hoch aufgerichtete Perle zwischen seinen Fingern rieb, zucken Blitze durch Charlenes Blut. Die Musik und Matts Finger trieben sie in ein von Lust bestimmten, dunklen Tunnel, in dem sie nichts anderes mehr wahrnehmen konnte.

„Spreize deine Schenkel“, flüsterte Matt. Charlene gehorchte sofort. Umgehend reagierte Matt und schob gleich zwei Finger in Charlenes nasse Höhle vor. „Oh, Gott!“, keuchte sie leise, als sie von Matt unerbittlich immer weiter in eine Spirale der Lust getrieben wurde, die der jetzt einsetzende Bolero eindrucksvoll für sie intonierte.

„Oh ja!“, kam es von Matt leise zurück. Der Bolero wurde schneller. In seinem leidenschaftlichen Rhythmus rieb Matt seine Finger in ihrem Allerheiligsten, suchte und fand den Punkt an ihrer Scheide, der sie so maßlos weiter erregte. Rhythmisch zur Musik wurden auch seine Finger schneller und schneller. Charlene hörte die Musik wie in einem Traum von wilder Exstase. Ihr Körper zuckte leicht im Rhythmus des Boleros und Matts Finger. Sie folgte Matts Fingerstößen bebend, presste sich begierig an seine Hand. Blitze explodierten in ihrem Kopf, als die Wellen der Lust über ihr zusammen schlugen. Ihre Knie wurden weich, während ihr das Blut in einem wilden Orgasmus brennend durch die Adern rollte. Matt packte wieder fest ihre Hüften, um sie unbewegt und waagerecht auf der Brüstung zu halten. Charlene hatte gelernt, sich zu beherrschen, sie keuchte nur leise und der Schweiß rann ihr an den Schenkeln herab.

Matt hielt sie fest, bis sich ihr stoßartiger Atem wieder langsam beruhigt hatte, reichte ihr ruhig ein Taschentuch und ihr Glas Champagner. Charlene konnte es nicht glauben, wie höflich ihr Herr ihr in dieser Situation beistand. Sie trank ein Schlückchen, dann nach zwei, drei tiefen Atemzügen das ganze restliche Glas leer. Matt hielt seine Hände weiter um ihre Hüften geschlossen, verharrte stehend hinter ihr. „Genieße die Oper, Kleines!“, flüsterte er ihr zu.

Charlene erkannte die Bedeutung seiner Worte. Der Bolero trieb unaufhörlich seinem Höhepunkt entgegen. Matt verfolgte das Ballett, auch ihm rann die Glut der Leidenschaft durch die Adern. Charlene fühlte noch seine Finger in sich, ihr wundervoll runder Hintern zeigte Matt ihre Pforte, die verlangend zuckte, offen war für ihn. Sie spreizte ihre Schenkel etwas weiter. Matt stellte sich ganz zwischen sie und drückte seine bereit stehende Männlichkeit in ihre Pforte, verharrte dort kurz. Charlenes Körperbewegungen wurden unruhiger, sie konnte die Anwesenheit ihres Herren in sich kaum noch erwarten, bebte seinem Stab entgegen.

Matt erlöste sie und sich selbst, als er dann endlich ihren Wunsch erfüllte und sein straffes Glied ruckartig in sie hinein stieß. Er weitete ihre Enge, trieb sie in einen von der wilden Musik der Trompeten des Boleros untermahlten Lustrausch. Ihre feuchte, warme Enge steigerte sein Verlangen nach ihr, seine Bewegungen nahmen an Tempo und Heftigkeit zu. Charlene atmete nach dem Rhythmus des Boleros und dem der Stöße von Matt in ihr, aber auch Matt keuchte nun leise im Rhythmus der Musik. Auf der Bühne fand das Liebesdrama statt, als Matt seine finale Erfüllung erreichte. Er griff Charlene eisenhart mit beiden Händen und trieb sein Glied in einer wilden Bewegung ganz tief in ihr Innerstes vor. Charlene verspürte keinen Schmerz, nur eine überwältigende Hingabe in den Willen ihres Herren. Als Matt sich unter wilden Zuckungen in sie verströmte, schluchzte sie leise, jetzt hatte sie sich nicht mehr ganz im Griff. Sie fühlte Matts Samen sie erfüllen und über ihre Oberschenkel fließen.

Einen Augenblick lang verharrten sie beide in dieser Stellung wie erstarrt in der Luft. Matts Atem wurde langsam ruhiger, auch sein Verstand setzte wieder ein. Charlene benutzte währenddessen sein eben gereichtes Taschentuch.

„Ich liebe dich, Herr!“ flüsterte sie leise und erhielt die drei Worte dieses einzigartigen Zaubers von ihm zurück. Charlene rutschte zurück und ließ ihre Röcke sinken. Mit wild klopfendem Herzen setzte sie sich auf Matts Schoss, und so lauschten sie beide der Musik weiter. Matts Seele fand wieder zur Ruhe, in ihm kehrte eine beseligte Stille ein. Das war die beste Antwort, die er auf diesen Vorfall von heute sich selbst geben konnte. Er zog Charlene fest in seine Arme, freute sich an ihrer sanften Weichheit und Verletzlichkeit, denn heute war sie für ihn stark gewesen. Mit ihrem Vertrauen in ihn hatte sie ihm heute mit einer solchen Stärke zur Seite gestanden. Matt war sehr froh darüber, dass er sie hatte.

***

©Matt

5 Kommentare zu “Bolero (Charlene), Teil 11

  1. wildkatze sagt:

    Hey Matt,
    nun komme ich endlich dazu Dir zu schreiben. Und dann noch als erster Kommentar hier, nach einer so langen Zeit. Ich hoffe ehrlich, Du hattest noch anderes Feedback.
    Die Fortführung von Julia und Charlene, darüber freue ich mich sehr!
    Ich finde die Fortsetzung beeindruckend. Zunächst mag ich, wie Matt nun auch mal etwas ziellos und noch voller Gedanken ist. Erst der Park, dann die Oper, das finde ich doch sehr beruhigend, dass er nicht gleich nach der Geschichte mit Julia so einen Powerplan hat, bzw. seinen wahrscheinlich eigentlichen Plan für den Abend nicht durchzieht.
    Ich kann mir alles genau vorstellen und höre auch die Geräusche beim lesen, die Autotür, das rascheln der Blätter, das ist das, was ich an Deinem Schreibstil so mag. Ich kann die Geschichte nicht nur lesen und vor mir sehen, sondern auch hören. So wie die Musik die in dieser Geschichte wieder auftaucht. Es ist bestimmt nicht der aufregendste Abend in Matts Leben, aber ein sehr authentischer und für den Leser ist es erstens aufregend zu lesen was Matt und Charlene erleben, und dann auch nun endlich den Bogenschlag zu bekommen von Julia zu Charlene.
    Ich hoffe, Du bekommst den Bogen bei Nina von entführt und gequält zu freiwillig und glücklich mit Matt auch in weiteren Geschichte geflochten, bzw. Du schriebst, Du hast sie nur noch nicht veröffentlicht? Ich denke, das größte Stück Arbeit bei Nina ist getan und sie wird Ihrem Herrn nur folgen wollen, sobald Sie ihre Liebe entdeckt. Ich persönlich kann dies in kniendem Zustand sehr gut, aber ich komme ab vom Thema.

    Bei Carmen musste ich lächeln, habe ich letztes Jahr gerade als Oper gesehen, allerdings leider nicht in einer Einzelloge, das mache ich sicher das nächst Mal. Du hast die Aufführung in Essen gesehen?

    Ich kann jedes Deiner Worte nachvollziehen und kann es auch ganz genauso nachempfinden.

    Das schöne an Deinen Texten ist für mich eigentlich, dass ich mich so total normal fühlen kann. Ich habe das Gefühl, ich muss mich nicht verstellen und ich werde verstanden. Sicher gibt es viele Frauen und Männer die so fühlen und genau das wollen, was Du beschreibst. Ich nehme Sie jedoch nicht wahr in der Öffentlichkeit. Es wird viel geschrieben, „SM“ ist eine feste Kategorie bei Pornos oder auch in Clubs und allgemein in der Öffentlichkeit, aber fast alle (oder sogar alle anderen?) sind häufig rein auf das körperliche beschränkt und wenig liebevoll. Es geht doch nicht mehr oder minder als um eine Art zu leben und zu fühlen!
    Ich bewundere Dich für Deine Fantasie aber vor allem für Deinen Mut eine Lebensidee aufzuschreiben.
    Danke für Deine(!) warmen Worte und so viel von Deinem Innersten. Es ist schön, Dich zu kennen.
    wildkatze

  2. Wow, ich bin fertig mit Lesen… Ganz toll geschrieben und es hat sich gelohnt bis zum Schluss durch zu halten! Danke!

    • Hi Richard (05.06.2017),

      Entschuldige diese maßlose Verspätung einer Antwort auf deinen Post. Ich danke dir sehr, von solchen Rückmeldungen leben meine Geschichten im Netz eigentlich. Eigentlich, weil ich schon seit längerem keine Inspirationen bezüglich meiner Matt-Geschichten hatte und dementsprechend nur den Blog euch allen zuliebe habe stehen lassen. Mal sehen, es regt sich ja immer wieder jemand und schreibt mir hier, vielleicht komme ich so wieder in den Schreibflow. An dich auf jeden Fall herzlichen Dank für deinen Kommentar!

      Liebe Grüße, Matt

  3. Birgit sagt:

    Einfach nur eine unfassbare Geschichte.
    Ich freue mich auf die nächsten Fortsetzungen 🙂

    • Hi Birgit (04.11.2017),

      Diesmal bin ich pünktlich mit meiner Antwort auf deinen Post :). Vielen lieben Dank für deine Rückmeldung. Ich habe Matt keineswegs abgelegt, sondern wahrscheinlich lediglich etwas beiseite geschoben. So genau weiß man das nie bei so einem kreativen Prozess. Ich freue mich aber über jede einzelne Spiegelung meiner Geschichten durch euch alle, weil sich der Matt in mir als Person einer fiktiven Geschichte dann regt. Mal sehen, vielleicht bekomme ich jetzt endlich wieder den Faden zu fassen, den ich anscheinend losgelassen habe, und schreibe weiter für euch. Ich bedanke mich auf jeden Fall ganz herzlich bei dir, ich weiß, dass eine Meldung in einem Blog nie selbstverständlich und oft auch eher schwierig ist.

      Liebe Grüße, Matt

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