Au, au, der Papst!

Au, au, da hat der Papst sich aber in seiner Wortwahl schwer vergriffen! Und ich denke noch nicht einmal, dass er das wirklich so gemeint hat, er hat ja von einem Vater erzählt, der sein Kind manchmal schlägt, weil Schläge beizeiten zur Erziehung nötig seien, aber niemals ins Gesicht, damit die Würde des Kindes nicht verletzt werden würde durch das Schlagen.

Ich stelle mir gerade so vor, der Vater legt seinen Sohn über das Knie und gibt ihm zehn Schläge auf den Popo, danach steht der Sohn mit Tränen in den Augen auf und dankt seinem Vater für die Mühe, die er sich mit seiner Erziehung macht und geht würdevoll davon, zwar mit Tränen in den Augen, aber in seiner Würde nicht verletzt.

DAS ist so gedacht natürlich sträflich und strafbar, das geht gar nicht! Der Vater ist stärker als der Sohn, der Sohn ist noch ein Kind und vom Vater abhängig. Zudem ist der Vater eine ausgereifte Persönlichkeit, der Junge muss da erst noch hinkommen. Deswegen schlägt der Vater als Stärkerer seinen Sohn als den Schwächeren, und das ist eine Erziehungsform, die ich niemals gutheißen würde!

Ich kann das gar nicht genug betonen, mich schüttelt es bei dem Gedanken, ein Kind zu schlagen, körperlich zu züchtigen. Ich habe keine Kinder, aber Hunde, da ist es in einem gewissen Maße genauso. Ich habe meine Hunde noch kein einziges Mal geschlagen, und das ist der Grund, warum sie meine Hand lieben und niemals Angst vor mir haben. Hunde können sich aber auch sehr gut daneben benehmen. Da habe ich einen Reaktionskatalog an Tadeln, und zwar mündliche Tadel. Der erste fängt mit leise gesprochenen, mahnenden Worten an und der letzte ist ein Anschreien mit heftigem „pfui“ und „Vorsicht“, was ich jetzt vielleicht vier Mal in diesen vergangenen sieben Jahren wirklich tun musste. Und warum schreie ich meine Hunde nicht an? Weil sie das fast genauso sehr erschreckt wie ein Schlag. Schon die Andeutung eines Fußtritts oder Schlages empfinden sie als eine massive Drohung, wie einen Schlag selbst eben auch.

Warum erzähle ich jetzt von meinen Hunden? Weil ich denke, dass beim Schlagen einer schwächeren Person durch eine Stärkere beide an dieser Sache beteiligt sind. Wenn ich genau hinsehe, sehe ich die Signale, die meine Hunde mir geben, und kann gegen reagieren, und zwar rechtzeitig! Bevor die Hunde den fremden Kinderwagen entern und ein Würstchen klauen! Wenn der Vater genauer hinsehen würde, würde er vielleicht auch die Signale sehen, die ihm sein Sohn gibt. Scheints hat er sie übersehen und die Situation ist eskaliert, Kinder reagieren nicht wie Erwachsene, sie sind keine keinen Erwachsenen! Der Vater beschließt, den Sohn als letzten Ausweg zu schlagen. Der Sohn fühlt sich geistig und seelisch wahrscheinlich genauso verletzt wie körperlich durch den Schmerz, es gibt kein Schlagen von Kindern, das ihre Würde nicht verletzen würde!!!

Um noch einmal zum Papst zurück zu kommen, ich denke mir, er hat in diesem Moment einfach so weit gar nicht gedacht. Das kann ja mal passieren. Aber sein Verein (also die katholische Kirche 🙂 ) hat ja eh schon superviel Bockmist gebaut, was die Behandlung von Jugendlichen angeht (wenn ich mich da mal so leger ausdrücken darf), er sitzt also quasi im Glashaus, wenn er dann solche Sachen sagt.

*

Bei Erwachsenen nimmt das Schmerzzufügen durch Schlagen oder andere Spielarten eine völlig andere Position ein, die auch nicht jeder Erwachsene dieser Gesellschaft verstehen kann. Die Frage ist doch: Kann man schon alleine durch das Lesen und/oder Schreiben erotischer oder pornografischer Literatur ein Verbrechen begehen, das dem Übergriff des Vaters auf seinen Sohn ähnelt? Da eine solche Thematik kürzlich hier im Blog aufgeworfen wurde, kommt von mir jetzt dazu ein Kommentar :).

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Worte und Gedanken frei sein müssen, heute und in der Zukunft. Es darf nicht sein, dass sie aus Angst vor Unterdrückung oder Unverständnis nicht mehr ausgesprochen oder gedruckt werden.

Was hat das mit SM zu tun?

Na ja, jedem von uns hier sind viel zu viele Menschen bekannt, die mit SM nicht nur nichts anfangen können, sondern es auch für verwerflich, abartig und pervers halten (siehe Kommentar Waldfee). Diese Menschen sind der Meinung, Lustgewinn durch Schmerzen ist nichts anderes als ein Deckmantel für Gewaltexzesse innerhalb einer Beziehung, in der ein schwacher Partner durch einen starken unterdrückt wird.

Das ist eine persönliche Auffassung, die ich nicht verbieten kann (und will). Tatsache ist ja auch, dass es viele derart gelagerte Beziehungen gibt, wieder viel zu viele, wo das auch tatsächlich genauso der Fall ist.

Ich kann nur meine Gegenargumente vorbringen (ohne jetzt dabei den ganzen BDSM erklären zu wollen!). Ich denke, Sexualität bestimmt unser Leben, ob wir nun welche haben oder nicht, sie tut das auf jeden Fall. Die Sexualität rangiert direkt nach dem Atmen und dann dem Essen und Trinken. Und den Begriff BDSM mag ich nicht und verwende ihn auch nicht, weil eben bei diesem Begriff für meinen Geschmack viel zu viele starre Bilder im Kopf aufkommen. Ich sage lieber D/s, also eine dominant – submissive Beziehung, oder noch besser D/d, eine dominant – devote Beziehung. Warum, frage ich mich, ist meine jetzt folgende Definition so schwer zu verstehen?

Ein dominanter Mann trifft sich mit einer devot veranlagten Frau. Er lernt sie vielleicht bei einem Treffen erst einmal kennen, und wenn die Chemie stimmt, dann legt sie irgendwann über seine Knie und versetzt ihr den ersten Schlag. Danach überprüft er, wie die Frau reagiert. Hat sie Angst, ist sie verunsichert oder erregt sie diese Situation gar? Der dominante Mann tut mit dieser Frage mehr, als es die meisten heterosexuellen Männer in ihren Ehen tun, er kümmert sich ehrlich um das Befinden der Frau, er fragt ehrlich nach. Ein Schlag auf den Allerwertesten bringt in der Regel bei dem Geschlagenen (und Erwachsenen) eine heftige und vor allen sehr ehrliche Reaktion hervor. Reagiert die Frau nun verwirrt oder gar erregt, fällt sein nächster Schlag vielleicht härter aus. Und wenn die Erregung der Frau dann weiter ansteigt und der Mann sich vergewissert, dass er ihr wirklich nicht damit schadet, sondern ihr ihre geheimen Träume erfüllt, ja, warum zum Teufel darf das den Mann dann nicht erregen und die Frau genauso?

Das Stichwort ist Verantwortung. Der dominante Mann muss für seine devote Frau die Verantwortung übernehmen, dass es ihr bei ihm immer gut ergeht. Ich frage mich da gerade, wie viele Ehemänner von „normalen“ Ehen so denken…  Er muss an ihr Interesse haben, muss sie nach ihrer wirklichen Meinung fragen. Danach richtet er sich dann, und so spielt sich eine solche Ehe ein, es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ob die Kritiker das nun verstehen oder nicht!

Der Unterschied zu Vater und Sohn ist eben der, dass beide Ehepartner ein erwachsenes, ausgereiftes Gefühlsleben haben (sollten) und damit eine Beziehung begründen, in der beide Partner gleich viel wert sind. Auch wenn die Frau augenscheinlich diejenige ist, die geschlagen wird, dann ist das so und bleibt auch so.

Jetzt wird es mit einhundertprozentiger Sicherheit genügend Menschen geben, die dieser einfachen Ausführung keinen Glauben schenken werden. OK, das akzeptiere ich, aber ich erwarte, dass meiner Meinung ebenfalls diese Toleranz entgegen gebracht wird. Ich will deswegen nicht bedroht werden, und die Ausführungen von Waldfee, was mir im Gefängnis bevorstehen würde, sind eine Drohung! Ich will auch keine ernsthaften Nachteile in Kauf nehmen müssen, wenn ich auf meine Ansicht nicht verzichte. Das ist mir jetzt gerade mit Nina und amazon passiert, aber ich gebe nicht auf, das ist und bleibt mein gutes Recht.

Das einzige, was ich tatsächlich beherzigen werde, ist der erweiterte Jugendschutz. Auf das neue Cover kommt ein dickes „über 18“, wie es jetzt vor meinen Geschichten steht. Ich erschrecke mich selbst immer, wenn ich dieses Schild lese, aber ich sehe ein, dass es wirklich notwendig ist. Ein Jugendlicher kann mit meinen Geschichten nichts anfangen, im Gegenteil, er kann daran Schaden nehmen.

Amazon hat mir wahrscheinlich genau zwei Dinge vorgeworfen: 1. Die Darstellung von noncon-sexuellen Szenen, und 2. eine Gewaltverherrlichung. Alles andere ist ihnen scheints völlig egal. Wenn also jemand betitelt: „Die Erziehung meiner Ehefotze zur willigen Dreilochstute, Untertitel: eine Ehefrau wird von ihrem Mann zu sexuellen Orgien erzogen“, dann nimmt amazon daran keinen Anstoß, weil das Wörtchen „willig“ dabei steht (so dehnbar dieser Begriff auch ist), und weil keine explizite Gewaltverherrlichung geschildert wird. (Auch dieser Begriff ist ja deeeeeehnbar…) Das finde ich echt krank, aber es ist so.

Was jetzt den Vorwurf der Gewaltverherrlichung angeht, da ist auch das persönliche Kopfkino des Lesers verantwortlich dafür, wie er das empfindet. Erotik und Pornografie sind beide in meinen Augen sehr persönliche Anschauungen und lösen in jedem Leser ein anderes Bild aus. Das habt ihr damit gemeint, als ihr geschrieben habt, man müsse meine Geschichten im Kontext lesen. Das stimmt ganz genau, dann wird man lesen, dass Matt weder brutal drauf los prügelt noch sich seiner Verantwortung, die er so auf sich nimmt, entzieht.

Wer verstehen möchte, warum das Popo-Versohlen so lustvoll sein kann, dem lege ich den aktuellen Beitrag dieses Blogs ans Herz. http://www.johannaweber.de/zartliche_Dominanz/DOMINA-BLOG/Eintrage/2012/5/6_Ubers_Knie_legen,_Hose_runter_und_Arsch_voll!.html Ich möchte ihn nicht 1:1 hier hinein kopieren, aber ich finde, da ist es sehr gut erklärt.

*

So, und was hat jetzt diese Aussage vom Papst mit D/d und mit mir zu tun? Ich finde es einfach nur beruhigend, dass selbst ein Mann wie der Papst so (miss)verstanden werden kann. Und das musste jetzt einfach mal raus!

Liebe Grüße, euer Matt

Love…actually

Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich immer an die Ankunftshalle im Flughafen Heathrow. Es wird allgemein behauptet, wir lebten in einer Welt voller Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Im Gegenteil, mir scheint, wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist immer da. Väter und Söhne, Mütter und Töchter, Ehepaare, frisch Verliebte, alte Freunde…. Als die Flugzeuge ins World-Trade-Center flogen, gab es unter den Anrufen der Menschen an Bord meines Wissens nach keine Hass- oder Rachebotschaften, es waren alles Botschaften der Liebe. Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist.

Liebe ist tatsächlich überall

Tatsächlich…Liebe

(Aus: Love actually, 2003, eingestellt 02:38 Uhr)

 

Böse Panne reloaded

In dieses Vorweihnachtstagen war es richtig schwer für mich, alles auf die Reihe zu bekommen. Ich musste noch schnell zum Hausarzt, um die Laborwerte und EKG für die anstehende Zahn-OP machen zu lassen. Dabei hat sich herausgestellt, dass ich 1. immer so müde bin, weil ich eine ziemlich schwere Anämie habe, und 2. habe ich eine Veränderung im EKG, und da mein Hausarzt einmal kardiologischer Oberarzt war und noch gute Kontakte hat, wollte er mich an 23.12. zum Herzkatheter schicken! Kein Witz! Na ja, ich hab ihm geantwortet, also jetzt, so am 23., Sie wissen schon…. Und er meinte, also ich würde meinem Partner Weihnachten so richtig vermiesen, wenn ich vor dem Weihnachtsbaum mit einem Herzanfall umkippen würde. Das nenn ich mal Optimismus! Pffft, ich hab gar nichts am Herzen, so etwas spürt man einfach. Nur zehn Pferde…

Aber letzten Endes ist doch alles vorbereitet. Sogar der Tannenbaum leuchtete gestern Nacht schon zur Weihnachtsgeschichte von Dickens (und Walt Disney).

Nur mein Auto macht ausgerechnet jetzt, wo man ja doch so die ein oder andere Besorgung zu erledigen hat, schon wieder Zicken. Erst hat das Warnzeichen für die Kühlung angezeigt, das hat unser Mechaniker von nebenan überprüft, ausgelesen und meinte, das wäre wohl am ehesten ein Elektrodenfehler. Na gut, ich bin also mit leuchtend rotem Zeichen gefahren. Aber jetzt leuchtet ein Zeichen in gelb dazu auf, und ihr ahnt es schon? Es ist mein alter Bekannter von meiner letzten Reise, und mein Auto zieht auch schon nicht mehr so gut. Gut, dass wir zwei Autos haben, aber sagt mal selber, ist dann denn die Möglichkeit??? Ich verklage Audi…

Na gut, jetzt ist Weihnachten. Ich wünsche euch allen einen wunderschönen, friedlichen Heiligen Abend! Feiert schön in geselliger Runde, und da, wo Weihnachtsgeschenke gemacht werden, wünsche ich euch die Allerschönsten!

Und vor allem: Die, denen es aus irgendeinem Grund schwer fällt, jetzt Weihnachten zu feiern, die nicht genug Geld haben oder trauen…tut es gerade dann trotzdem!!

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https://www.youtube.com/watch?v=eT-sC33vB5M
Setzt euch eine Minute ruhig hin und hört mal auf den Text, das ist ein wunderschönes Weihnachtslied…

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Fröhliche Weihnachten euch allen!

Euer Matt

Ankündigung

Ich habe ja in meiner vorletzten Antwort ein wenig davon erzählt, was ich im Moment alles so um die Ohren habe.

Und trotz allem ist mir eine Geschichte für Weihnachten eingefallen, aber ich muss euch gleich warnen, es ist eine, die es in sich hat. Ich kann euch nicht genau sagen, warum das so war, aber die Idee ist in mir eingeschlagen wie eine Bombe und hat sich dann mit einem Haken in meiner Seele festgeklinkt. Ich dachte zuerst, das passt von Stoff her unmöglich in eine Weihnachtsgeschichte, aber dann konnte ich gar nicht anders, als sie aufzuschreiben. Ich mache es dann immer so, wenn mich etwas so drängt: Ich beginne mit dem ersten Wort und lasse die Geschichte wachsen wie eine Blume. Die Blume braucht bei ihrem Wachstum ja meine Hilfe auch nicht, so what? Schlimmstenfalls funktioniert sie am Ende nicht.

Einen kompletten Tag habe ich vorgestern, glaube ich, nur geschrieben und heute den Rest. Und sie funktioniert!, mehr als das, aber das lasse ich lieber euch beurteilen.

Ich muss betonen, sie ist in keinem Fall autobiografisch, sie hat aber etwas mit meinen Beruf zu tun. Es ist also nicht wirklich sooo verwunderlich, dass ich auf so etwas komme. Und ich wusste anfangs gar nicht genau, ob ich mit diesem Stoff überhaupt klar komme, will sagen, ob ich diese Geschichte überhaupt schreiben kann, ob sie schlüssig sein wird. Mal sehen, es kommt auf einen Versuch an wie immer im Leben. Ich bin gespannt.

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist für mich wie ein wenig verwunschen, eigentlich klickt etwas in mir einen Schalter um und ich empfinde in dieser Zeit völlig anders. Etwas schwerelos. Magisch erhellt. Oft den Tränen etwas näher, meine Gefühle haben viel mehr Macht über mich. Wir begehen diese Zeit sehr ruhig und festlich, und es wäre für uns beide ein echtes Sakrileg, das nicht zu tun, egal, wie die Situation auch aussieht vorher. Deswegen wäre ich eigentlich niemals auf die Idee gekommen, gerade für eine Weihnachtsgeschichte so einen Stoff zu verwenden. Aber der letzte Satz der Geschichte wird euch diese Frage beantworten, wie er es mir auch beantwortet hat.

Trotzdem, ich sags noch einmal, Lesen auf eigene Gefahr! 🙂

Sie hat zwei Teile und findet genau in der Heiligen Nacht statt. Ich gehe mal davon aus, dass ihr alle da beschäftigt seid, also werde ich den ersten Teil am 25.12. einstellen und den 2. Teil am 28.12. Wenn jemand aus einem berechtigten Grund lieber am 24.12 lesen würde, reicht ein kurzer post hier oder eine Email und ich stelle sie früher ein. Nur für Stimmungsbilder wird es wohl nicht mehr reichen! 🙂

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Eine weitere Ankündigung betrifft Nina. Der erste Teil wird in den kommenden Tagen als Ebook erscheinen, ich kann euch nur noch nicht versprechen, wann genau das sein wird, ob ich das vor dem neuen Jahr noch schaffe. Krystan war und ist mir da eine tatkräftige Hilfe und hat mir damit ein tolles Weihnachtsgeschenk gemacht.

Der erste Teil um Nina findet also im Ebook endlich das angemahnte Ende. Ein zweiter Teil ist bereits begonnen. Und die Geschichte um Charlene und Julia wird ebenfalls dergestalt vollendet so erscheinen. Wenn nichts dazwischen kommt, schnell auf Holz geklopft!

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Also wünsche ich euch noch ein paar besinnliche Tage vor Weihnachten, und übrigens, ich finde, ein Baum ist Pflicht 🙂 !

Liebe Grüße, euer Matt

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Böse Panne

Ich hab weder euch noch mein Versprechen vergessen, euch den nächsten Teil der aktuellen Geschichte am 10.09.14 zu präsentieren. Mir ist nur etwas Denkwürdiges dazwischen gekommen, das wollte ich euch kurz erzählen, das ist zu schön! (grrrr)

Ich habe am vergangenen Wochenende eine 500 km lange Fahrt unternommen. Losgefahren bin ich Mittwoch letzter Woche in der Nacht zum Donnerstag (also gegen 0:00), und gekommen bin ich fast genau 250 km weit, dann hat mein Auto keinen Mucks mehr von sich gegeben. Aufleuchten tat das Zeichen für das Abgassystem, und zwar in Gelb, aber gefahren ist das Auto trotzdem nicht mehr.

Da stand ich dann am Rand einer stockdunklen Autobahn, wo nur die Lastwagen vorbei donnerten. Ich brauchte die Telefonnummer vom ACE-Pannenservice, und da ich noch kein internetfähiges Handy habe, musste ich entweder meinen Partner oder meinen Freund aus dem Bett werfen. Aus dem Bett geworfen hab ich dann irgendwie beide, gesprochen habe ich aber mit meinem Partner, und auch die Nummer bekommen. So weit, so gut.

Der ACE ließ auch nicht allzu lange auf sich warten, vielleicht 20 Minuten. Ich ließ vorsichtshalber die Innenraumbeleuchtung meines Autos an, weil es doch ganz schön dunkel da draußen ist, wenn nicht gerade ein riesiger Lastzug vorbei donnert. Und es ist auch ganz schön gefährlich, wenn man nicht weiß, wie das Navi die GPS-Daten ausspuckt und man einen dieser Kilometersteine im Dunklen suchen muss und keine Warnweste hat. Zu erwähnen wäre noch, dass meine drei kleinen Hunde meine Begleiter waren.

Der ACE-Abschleppdienst kam und konnte mich dann nicht zu meinem Zielort abschleppen (der ja noch 250 km entfernt lag). Er schleppt grundsätzlich nur im Bereich von 400km Hin- und Rückfahrt (für den Fahrer des Abschleppautos) ab. Das hieß für mich, er konnte mich nur zu der nächstgelegenen Werkstatt abschleppen. Da standen wir dann, haben das Auto auf einen Parkplatz gerollt, und der nette Fahrer hat ein Taxi gerufen, weil das Europcar-Center 26 km entfernt lag. Dummerweise hatte ich aber kein Bargeld dabei, und der ACE hat eine Kostenübernahme für genau 30 € bewilligt.

Das Taxi kam, und ich habe Hunde und Gepäck umverfrachtet. Für die Hunde war das alles zu diesem Zeitpunkt noch ein Riesenpass. Die Fahrt zum Europcar-Verleih hat dann auch 29,90€ gekostet (man muss ja rein statistisch gesehen auch mal Glück haben!).  Bewilligt hat mir der ACE den Leihwagen erst einmal für genau einen Tag, alles weitere sollte ich dann mit ihm am nächsten Tag absprechen, wenn ich nach Rücksprache mit dem Reparaturdienst wissen würde, wie lange die Reparatur meines Autos denn dauern würde. Die maximale Leihzeit betrug sieben Tage, aber ich hab da einfach mal gehofft, dass der Schaden in sieben Tagen auch zu beheben war.

Gepäck und Hunde also in den Leihwagen… Ich setzte mich dann auch in den nigelnagelneuen Leihwagen, machte das Navi an und hörte englisch. Na gut, ich spreche ja englisch, zwar mitten in der Nacht um 5:00 etwas schlecht, aber das geht, dachte ich mir. Als ich damit schon wieder auf die Autobahn aufgefahren war, hab ich in diesem Tannenbaum an Lichtern, Kontrollleuchten usw., die diese neuen Wagen jetzt so haben, eine gelbe Warnleuchte gesehen, die mir doch äußerst bekannt vorkam.

Ihr könnt es erraten? Es war dieselbe Warnleuchte wie die, die bereits in meinem Wagen geleuchtet hat, die für das Abgassystem. Ich rief den Verleihmenschen an, und der fragte mich, ob ich denn zurückkommen könne. Ob ich zurückkommen kann?, hab ich so bei mir gedacht. Na klar, ich gebe die Adresse des Verleihs in dieses ultramoderne Navi ein und fahre eben eine Riesenschleife zurück. Klar kann ich zurückkommen. Muss ich ja wohl auch.

Ich also wieder zurück, und der zweite Leihwagen wurde dann überprüft und für in Ordnung befunden. Hunde und Gepäck in den zweiten Leihwagen, wobei die Hunde den schon nicht mehr so sehr mochten. Dann fuhr ich die restlichen 250 km mit dem Leihwagen und war genau zur Öffnungszeit der Werkstatt an meinem Ziel. Der Werkstattleiter versprach mir, sich mein Auto sofort anzusehen, und ich hab mich ins Bett gehauen.

Keine vier Stunden später meldete er sich erneut und verkündete (freudestrahlend, ich konnte ihn ja nicht sehen, aber seine Stimme klang so), dass mein Auto fertig sei. Ich konnte mich da nicht mitfreuen, denn ich war nach 500 km Nachtfahrt und der ganzen Aufregung darum herum nicht mehr fahrfähig. Und ihr erinnert euch? Ich musste das Fahrzeug SOFORT abholen, ich durfte den Leihwagen nur diesen einen Tag behalten. Mein Freund fuhr also mit mir liebenswerter Weise (noch mal ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an dich!!) die 250 km mit dem Leihwagen zur Werkstatt hin und mit meinem Wagen zurück. Der Wagen lief anstandslos, nur die Hunde haben sich in meiner fünfstündigen Abwesenheit in der Wohnung meines Freundes daneben benommen, weil ich eben so lange wegblieb. Sie wurden danach „die drei Tenöre“ getauft, was unschwer auf ihr gesangliches Auftreten schließen läßt, und unsauber waren sie auch, und das gleich zwei Mal, wenn ich das richtig im Kopf habe… (*seufz*, sorry, sorry, sorry!!)

Na gut, seis drum, passiert und nicht zu ändern. Am Samstag wollte ich dann plangemäß in der Nacht wieder zurück in mein Heim fahren. Ich blieb an der ersten Tankstelle stehen, und was leuchtete auf, als ich den Wagen wieder anließ? Jaaaaaa, ganz genau, eben diese Warnleuchte. Ich konnte schon nicht mal mehr fluchen. Ich fuhr noch ein paar Runden auf dem Gelände der Tankstelle, in der Hoffnung, die Warnung würde beim Warmwerden des Motors verschwinden, dann war das Auto wieder tot und ich musste den ACE schon wieder holen.

Als der Abschleppwagen dann wieder kam, erwies sich der Fahrer als sehr nett, kräftig, mit Glatze und einem schwarzen Arbeitsanzug. Hat mich irgendwie an Bruce Willis erinnert. Diesmal wurde der Wagen anders aufgeladen, und ich hatte meine drei Hunde noch bei mir. Das hab ich wohl irgendwie verpeilt, die im Auto zu lassen. Ich sagte zu dem netten Fahrer a la Bruce Willis: Ich hab da übrigens noch drei kleine Hunde…. Und er: Oh, mit Hunden habe ich schlechte Erfahrungen gemacht! So ein Kerl von Mann hatte Angst vor meinen drei kleinen Hunden, die noch nicht einmal einen Käfer töten können… (es haben übrigens erstaunlich viele Menschen Angst vor meinen drei kleinen Hunden… echt komisch). Und meine Hunde wiederum, die wollten definitiv NICHT mehr in dieses Riesenfahrzeug.

Wir wieder zurück, die Vertragswerkstatt lag diesmal ungefähr 300 Meter vom Zuhause meines Freundes entfernt. Der nette Fahrer des Abschleppdienstes fuhr mich dann auch noch die 300 Meter bis zur Wohnung meines Freundes, konnte aber nicht in die kleine Straße mit seinem Riesenfahrzeug. Ich rief meinen Freund an, der hörte irgendetwas von einer Ampel, (die es dort, wo ich stand, also 15 Meter von seiner Wohnung entfernt, nicht gab), und fuhr mit Fullspeed an mir vorbei und ward erst mal nicht mehr gesehen. *Sch…..* hab ich nur noch gedacht. Ich mein Gepäck irgendwie auf meinen Trolli gepackt und dann über das Kopfsteinpflaster mit den ziehenden Hunden vorneweg… Na ja, als ich dann da war, war mein Freund auch wieder da, ein Trost zumindest.

Aber es war ja Sonntag. Also hieß es bis Montag warten, und irgendein Idiot hatte die Briefkastenklappe der Werkstatt für Notfälle dort zugeparkt, so dass wir morgens früh auch gleich dorthin mussten. Das ist ja schon ein Kunststück an sich, eine Briefkastenklappe zuzuparken… Mittags kam dann der Anruf, das Abgasrückführungsventil sei kaputt und die Reparatur würde 800 € kosten. Das war dann doch mal eine Ansage. Fertig war mein Auto dann einen Tag später, und diesmal trat ich die Heimreise bei Tag an. Als ich das Auto am Dienstag Mittag abholte, erfuhr ich auch, was die erste Werkstatt mit meinem Auto genau veranstaltet hatte: Sie hatten nur die Sicherung für die Zündspulen ausgetauscht, sonst nix. Nix, nix, nix.

Die Strecke ist für gewöhnlich ruhig, nur nicht an diesem Tag, da kam ich in einen 27 Kilometer langen Stau durch einen Unfall. Überall Autos, ich hatte viel Kaffee getrunken und musste mal. Und das wurde so dringend, dass ich rechts ran fahren und in der Öffentlichkeit Wasser lassen musste (Da war ja noch diese Lärmschutzwand, die verhinderte, dass man sich in irgendwelche Büsche schlagen konnte…). Ich hab dabei schon nichts mehr gefühlt, es war also kurz vor einem Harnverhalt bei mir. Der Rest der Fahrt verlief dann aber ereignislos und ich kam mit zweistündiger Verspätung zu Hause an.

Und ich muss wohl nicht betonen, dass dieses Wochenende auch insgesamt eigenartig verlief…. Und dass ein Schreiben meines Anwalts und unseres Notars auf mich wartet….Und dass mein Partner schon dachte, er wird mich niemals, niemals wieder sehen….

Deswegen bin ich jetzt verspätet mit dem nächsten Teil der Geschichte, aber ich verspreche euch, der kommt heute Abend, und ich kümmere mich auch um eure Kommentare. Sachen gibt’s…. Und ich schwöre euch, kein Wort davon ist gelogen oder dazu gemacht. Kann ein einzelner Mensch so viel Pech haben?? Wie gesagt, grrrrrr

Stimmungsbild Die Jagd

Wow, da wollte ich euch eine Sommergeschichte präsentieren, und jetzt hat es gestern bei uns in Strömen geregnet! Aber seis drum, heute scheint die Sonne ja wieder, und der kalendarische Herbstanfang ist erst Mitte des nächsten Monats. Bevor es weiter geht, hier noch ein Stimmungsbild. Laßt es auf euch wirken, die genaue Bedeutung wird euch klar werden, wenn ihr die Fortsetung der Geschichte lest. Der Fotograf dieses Bildes ist Martin Liebermann, er hat das Bild unter dem Titel: „Afternoon light on the Lindenberg ridge“ auf flickr unter einer common licence Lizenz am 30.04.2011 eingestellt. Einen entsprechender link findet ihr im Bilderverzeichnis.

lg, euer Matt

Ist das Bild bei anderen auch nicht zu sehen? Dann versucht es bitte mit dem link in meiner Antwort zu der ersten Frage! Hierher will dieser link jetzt auf einmal auch nicht! (*leiseamkopfkratz*)