Bitter-tasting trust, Teil 2

Oder: Ein Gespräch mit Herrn Gernot, Teil 2

(So, Ihr Lieben, hier kommt der 2. Teil der Geschichte um Josephine, die wohl insgesamt 3 Teile bekommen wird. Ich möchte euch noch einmal auf den völlig fiktiven Charakter aufmerksam machen, denkt daran, diesen Dialog hat es so niemals gegeben, das ist keine Abschrift oder so etwas. Und ich habe mich im Nickname von Florian verschrieben, ich ändere ihn hier auf „Frantic Heart“, übersetzt: rasendes Herz. I`m sorry for that!)

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Wieder hielt Matt erstaunt im Lesen inne. Josephine war also auch noch verheiratet, das bestärkte ihn in seinem Eindruck, den er schon die ganze Zeit von ihr hatte: Sie schätzte das Risiko, das sie hier einging, nicht richtig ein, nicht ein kleines bisschen. Es gab sicherlich genügend Frauen, die sich mit Männern trafen, die geschickt im Internet mit Worten umzugehen wussten, so wie Florian neben ihm. Die dann vielleicht auch so ein Treffen dominieren konnten und hinterher zu Protokoll gaben: Er war mir aber dann doch ein wenig zu langsam und zu zärtlich. Die es gerne härter gehabt hätten. Diese Frau gehörte Matts Ansicht nach aber nicht dazu, sie zog eher den Typ Mann an, der seine eigene Schiene durchzog. Und das war generell nicht ungefährlich.

Josephine Hartmann: „Ich denke, es gibt mehr als eine Form von Liebe. Wenn ich meinem Mann nichts wegnehme, sondern eher mehr geben kann, dann fühle ich mich nicht so, als wenn ich ihn mit jemand anderem betrügen würde. Da profitierst du von der Vorarbeit dieser Autoren, die ich eben erwähnt habe. Und jetzt bin ich total unruhig und fühle mich damit ziemlich alleine! :D“

Frantic Heart: „Das Problem kenne ich. Bei Frauen gibt es so etwas. Ich hatte zwei Frauen, die beim Sex zuvor noch nie einen Orgasmus hatten. Denkst du denn, du bist so weit, dass du deine eigenen Grenzen austesten lernen willst? Dass du deine Fantasien in die Realität umsetzen willst?“

Josephine Hartmann: „Das hat mich eben auch jemand anderes gefragt, was reizt dich, der Gedanke, benutzt zu werden, Schmerzen, Erniedrigung, oder ein Konglomerat? Das fragt er mich quasi nach der ersten Mail! Nein, das liegt viel tiefer. Ich hab Probleme damit, jemandem richtig vertrauen zu können. Ich bin auch fremdbestimmt worden, aber das war beruflich und hat mich geschädigt, weil ich mich gegen Ausbeutung gewehrt habe. Ein Objekt will ich eigentlich nicht sein, aber ich habe Sehnsucht danach, mich bei jemandem fallen lassen zu können, mich jemandem hinzugeben, dem ich auch wirklich vertrauen kann, der weiß, was er da tut. Und diese Wunschvorstellung bekommt dann ganz handfeste erotische Züge bei mir. Aber bisher hat es mich nicht erregt, mit dir zu schreiben. Das würde es wahrscheinlich erst, wenn ich wüsste, dass du das wirklich auch wollen und ernst meinen würdest. Um das mal ganz klar zu sagen, das hat mir schon immer gefehlt, in der Form, dass ich zusammen mit einem Mann bisher keinen Höhepunkt hatte. Wenn ich nicht irgendwann kapiert hätte, dass ich das auch selber machen kann, würde ich meinen, ich wäre irgendwie unnormal. Das ist es aber nicht. Ich kann mich nur so ohne weiteres nicht fallen lassen, weil eben genau diese Ebene fehlt, denke ich. Warum das so ist, das weiß ich auch nicht.“

Frantic Heart: „Du willst es erleben, dich hinzugeben, du willst einmal das Objekt sein? Du willst erleben, wie es sich anfühlt, nicht bestimmen zu können und zu dürfen, dich fallen zu lassen und einfach nur zu gehorchen? Erregt es dich, mit mir zu schreiben? Und weiß dein Mann davon?“

Josephine Hartmann: „Mein Mann weiß von diesen Dingen überhaupt nichts. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, und mit so einer Gefühlsebene würde er sich nie beschäftigen, da käme er einfach nicht drauf. Er weiß nicht, was ich für Träume habe, was ich schreibe, er weiß in der Hinsicht nur, dass ich schriftstellerisch tätig bin. Aber du darfst das nicht so verstehen, dass ich mit ihm zusammen nicht zufrieden wäre. Wir haben uns gegenseitig das Leben gerettet und wir haben wilde Zeiten durchgemacht. Das hier ist eben eine Ebene, auf die er nicht kommt. Man kann nicht alles haben im Leben, er ist wunderbar, er tut auch sehr viel für mich, er ist auch ein toller Mann, nur diese Ebene, da kommt er gar nicht drauf.

Und mein Verlangen ist immens. Ich habe angefangen, es aufzuschreiben, wenn du das lesen würdest, würdest du das wahrscheinlich nicht mehr fragen. Aber irgendwann kommt man an den Punkt, wo man sich fragt, wie das aussehen würde, wenn es real wäre. Was ich mir dann noch wünschen würde. Das ist ein riesiger Unterschied. Es gibt auch andere sehr tiefgehende Beziehungen, Liebe hat viele Gesichter. Das nimmt meinem Mann nichts, das gibt ihm eher etwas. Und ich hab nicht mehr wirklich etwas zu verlieren. Deswegen hab ich diesen Schritt gemacht.

Frantic Heart: „Wie groß ist dein Verlangen?“

Josephine Hartmann: „Ja, mein Verlangen hat eine andere Ebene als die, die ich gewöhnt bin. Keiner, der mich fragen würde, würde von mir diese Antwort bekommen. Das hat verschiedene Gründe, ich bin ja nicht unehrlich. Im Grunde fragt niemand mit so einer Intention. Wir kennen uns überhaupt nicht, und du stellst diese Frage ernster als jeder andere. Das ist sehr ungewöhnlich für mich. Aber ich nehme das ernst, du kannst mir glauben, dass ich meinen richtigen Namen so schnell normalerweise niemals herausrücken würde. Ich kann deine Intention dabei nicht verstehen, aber ich hab das Gefühl, dass du es ernst meinst. Deswegen fühle ich mich im Moment nicht unwohl. Aber wie hast du das eben mit deiner Anrede gemeint, als du mich ’subi‘ genannt hast? War das abwertend gemeint?“

Matt stutzte wieder. Diese Frau behielt den Überblick über dieses Gespräch besser als er, dachte er anerkennend, aber er war auch der Ansicht, dass man Frauen an bestimmten Punkten nicht allzu viel reden lassen sollte. Das waren die Punkte, an denen dann er handelte und den Frauen, die er sich vornahm, das Reden verging. Florian konnte das nicht tun, das war einer der Nachteile des Internets, dachte Matt leise in sich hinein grinsend. Er schien das mit kurzen und knapp formulierten Fragen und Antworten auf ihre Fragen zu versuchen. Aber Matt fragte sich auch, wie sich Florian wohl verhalten würde, wenn er diese Frau jetzt vor sich sitzen haben würde.

Frantic Heart: „Du meinst, als wir über das waterbording gesprochen haben und ich ’subi‘ gesagt habe? Das war nicht abwertend gemeint, das ist die normale Ansprache. Also eigentlich ist das eine lieb gemeinte Ansprache.“

Josephine Hartmann: „Ich frage mich gerade, ob du mich auch so anreden würdest und ob das unter ‚Kontrolle abgeben‘ fällt, will sagen, ob ich so eine Frage überhaupt stellen dürfte.“

Frantic Heart: „So! Da habe ich dich! Natürlich darfst du mir eine Frage stellen, ich entscheide dann, ob ich bereit bin, sie dir auch zu beantworten. Was geht jetzt in dir vor?“

Josephine Hartmann: „Ich fühle mein Herz. Linksthorakal, genau, ist richtig!“

Frantic Heart: „Erregtheit? Aufgeregt?“

Josephine Hartmann: „Aufgeregt ja, massiv! Und erregt, also so, als wurde man gerade erschreckt.“

Frantic Poison: „Sag mir nochmal, wo du gerade bist und was du anhast!“

Josephine Hartmann: „Ich bin in meinem Zimmer, wir schlafen getrennt. Aber die Tür ist immer offen, ich kann also nicht reden. Und ich habe ein T-Shirt und eine Leggins an.“

Frantic Heart: „Keine Unterwäsche?“

Josephine Hartmann: „Doch, 😀 .“ Klar, Unterhose und BH eben.“

Frantic Heart: „Ich will, dass du den Slip ablegst. du wirst keinen Slip tragen heute!“

Josephine Hartmann: „Es könnte sein, dass mein Mann noch im Bad ist!“

Frantic Heart: „Schau nach!“

Josephine Hartmann: „Sekunde!“ und nach 1 Minute: „So, wieder da! Er ist nicht hier oben.“

Frantic Heart: „Das war aber eine lange Sekunde!“

Josephine Hartmann: „Ja, weil ich ihn schon ausziehen wollte, aber dann hab ich befürchtet, er kommt doch hoch. Du machst jetzt aber keinen Blödsinn mit mir?“

Frantic Heart: „Nein. Ich will nur, dass du dies für mich tust, wenn es geht.“

Josephine Hartmann: „Ja, es wird gehen.“

Frantic Heart: „: Ich will, dass du nach und nach ganz langsam Dinge für mich tust. Ich kann dich beruhigen. ich erwarte nichts Schlimmes von dir, aber ich erwarte, dass du das auch tust!“

Josephine Hartmann: „ 😀 Alles klar!“

Frantic Heart: „Und denk schön brav an mich!“

Josephine Hartmann: „Darauf kannst du Gift nehmen! Willst du wissen, was so gerade bei mir abläuft? Interessiert dich das?“

Frantic Heart: „Na, dann mach mal! Oder willst du lieber, dass ich mich weiter mit dir befasse?“

Josephine Hartmann: „Wie du willst!“

Frantic Heart: „Wie sehr fühlst du dich gerade zu mir hingezogen?“

Josephine Hartmann: „Oh Mann, wenn ich nur wüsste… sehr!“

Frantic Heart: „Wenn du nur was wüsstest?“

Josephine Hartmann: „:D Was du damit bezweckst!“

Frantic Heart: „Wie sehr erregt dich meine Anwesenheit?“

Josephine Hartmann: „Jetzt im Moment bin ich sehr froh, dass du überhaupt da bist!“

Frantic Heart: „Das ist aber nicht die Antwort auf meine Frage. Ja, ich bin noch hier und ich habe mir sogar heute Nacht für dich Zeit genommen, obwohl ich in ein paar Stunden schon arbeiten muss.“

Josephine Hartmann: „Ja, das weiß ich, es ist ja auch schon 2:00 Uhr durch. Wenn ich froh bin, dass du da bist, dann bin ich nicht so erregt für den Moment. Da müsste ich echt lügen, aber ich bin ja auch nicht dauergeil oder so etwas.“

Frantic Heart: „Ich wollte nur eine Antwort. Bist du ungestört?“

Josephine Hartmann: „Ja, jetzt ja!“

Frantic Heart: „Du willst mir gehorchen?“

Josephine Hartmann: „Ja!“

Frantic Heart: „Fühlt es sich gut an das zuzugeben?“

Josephine Hartmann: „Du willst ja nicht hören, was ich zu erzählen hätte! Ja, ich bin sogar ein wenig stolz darauf!“

Frantic Heart: „Doch, will ich. Du hast nicht reagiert darauf, als ich geschrieben habe, dass du loslegen sollst.“

Josephine Hartmann: „ 😀 Und ich wusste nicht, ob du das jetzt hören willst oder selber etwas machen willst! Willst du, dass ich dir das sage, wenn es mir wichtig ist?“

Frantic Heart: „Ja.“

Josephine Hartmann: „Ok, ja, also wichtig ist es auf jeden Fall! Ich wollte dich jetzt nicht…., na, ist ja jetzt auch egal. Ich habe versucht, deinen Wunsch zu erfüllen, und es auch geschafft. In den vergangenen Minuten hab ich mich wieder beruhigt, du hast mich so verschreckt, dass deine Anwesenheit mich erst auch nicht mehr beruhigen konnte.“

Frantic Heart: „Was für einen Wunsch?“

Josephine Hartmann: „Den mit dem Slip!“

Frantic Heart: „Du warst die ganze Zeit erregt!“

Josephine Hartmann: „Erregt? Verängstigt! Erschrocken!“

Frantic Heart: „Was bist du jetzt?“

Josephine Hartmann: „Jetzt gerade fühle ich mich so lebendig! Ich hab beschlossen, mich so zu pflegen, wie ich es tun würde, wenn du jede Minute vor der Tür stehen könntest.“

Frantic Heart: „Okay, und das tat dir gut?“

Josephine Hartmann: „Gut tun ist da nicht der richtige Ausdruck. Ich hatte keine Freude mehr am Leben, und heute hat mich es gefreut, lebendig zu sein! Ich kann dir das unmöglich heute Nacht erklären.“

Frantic Heart: „Du bist bereit, dich mir hinzugeben.“

Josephine Hartmann: „Du bringst das immer so direkt auf den Punkt! Ja! Und ich hab so langsam das Gefühl, dass das so richtig ist. Bei mir ist das so, entweder es kommt sehr schnell oder nie! Aber dass es sehr schnell kommt, hab ich natürlich nur selten bisher erlebt.“

Frantic Heart: „Und nun ist es so. Du willst, dass ich die Macht über dich übernehme, über deinen Körper und auch über deinen Geist.“

Josephine Hartmann: „Wie du das ausdrückst! Da muss ich erst mal tief Luft holen.“

Frantic Heart: „So, wie es ist, denke ich.“

Josephine Hartmann: Ja, ich bin dazu bereit, ich hab nur eine Bitte.“

Frantic Heart: „Sprich!“

Josephine Hartmann: „Ich möchte, dass du mich anschaust und ehrlich bist, und wenn dir nicht gefällt, was du siehst, mir das ehrlich sagst. Es ist ganz egal, wie andere das sehen, ich hab da ein grundlegendes Problem mit meinem Aussehen. Immerhin bin ich 10 Jahre älter als du, und mein Körper gibt langsam nach. Ich meine, ein Model war ich nie, aber bevor ich mich darauf einlasse, möchte ich von dir wissen, ob du damit klar kommst, oder was es dir ausmacht.“

Frantic Heart: „Dann zeige dich mir komplett!“

Josephine Hartmann: „Das kann ich eigentlich erst morgen, wenn mein Mann nicht da ist, das geht jetzt nur sehr schwer. Ähm, du meinst, du willst mich erst im Ganzen sehen?“

Frantic Heart: „Ja, wenn du eine ehrliche Antwort willst….“

Josephine Hartmann: „Ja, ganz sicher! Okay, ich muss nur noch warten, bis mein Mann noch einmal hier drinnen war, dann geht es, nicht zum Reden, aber zum Zeigen, und nur ganz kurz.“

Frantic Heart: „Ok.“

Josephine Hartmann: „Aber ich hätte wenigstens gerne Reizwäsche angezogen, oh Gott!“

Frantic Heart: „Ja das darfst du. Erregt dich der Gedanke sehr?“

Josephine Hartmann „:D das geht jetzt aber nicht mehr!“

Matt hatte noch nie erlebt, dass ihn ein Dialog dermaßen fesseln konnte wie der, der sich gerade vor seinen Augen entwickelte. Normalerweise hätte er so etwas langweilig gefunden, aber nicht jetzt, jetzt fand er die Psychodynamik, die sich bei beiden Beteiligten entwickelte, faszinierend. Sowohl die der Frau wie auch die seines Freundes, den er nicht wieder erkannte. Es war Matt ganz klar, so etwas machte die Frau zum ersten Mal, sein Freund hingegen nicht, der verhielt sich ausgesprochen erfahren. Und noch etwas hatte einen solchen Einfluss auf Matt, dass er begann, unruhig sein Gewicht auf dem Sessel zu verlagern, immer hin und her. Diese Frau hatte ganz sicher kein Gefühl von Erregung oder gar Lust, wenn sie sich Florian jetzt vor der webcam zeigen sollte.

Frantic Heart: „Was? Dich zu zeigen oder Reizwäsche anzuziehen?“

Josephine Hartmann: „Mich zu zeigen!“

Frantic Heart: “Doch, das geht, in Reizwäsche oder auch ohne!“

Josephine Hartmann: „Erregt sein? Ich hab eine Todesangst davor!

Frantic Heart: „Und wieso kannst du die Reizwäsche nicht mehr anziehen?“

Josephine Hartmann: „Weil wir unsere Schlafzimmer getrennt haben, warte mal, Sekunde!“

Frantic Heart: „Ok.“

Josephine Hartmann: „Sekunde!“

Frantic Heart: „Ok.“

(Nach ein paar Minuten) Josephine Hartmann: „Oh Mann, jetzt war ich im Schlafzimmer, mein Mann schläft schon. Und ich hab die Reizwäsche herausholen können, ohne dass er etwas gemerkt hätte. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“

Frantic Heart: „Er ist weg?“

Josephine Hartmann: „:D Ja, ist er, gleich geht es.“

Frantic Heart: „Ok. Ich bin gespannt.“

Josephine Hartmann: „Hm, erregt dich das denn?“

Frantic Heart: „Ja. Macht erregt, und die habe ich und ich bin gespannt.“

Matt musste fast gewaltsam einen Impuls unterdrücken, seinen Freund von der Seite her anzustarren. So klar hatte er noch niemals von ihm seinen Bezug zur Macht gehört, Macht ausüben oder Macht über sich selbst erleben, ganz egal. Matt war an dieser Stelle dermaßen in den Dialog involviert, dass er ganz spontan dachte: So würde ich das niemals tun!, und sich damit impulsiv in die Rolle der Frau hinein dachte. Deswegen war er über ihre Antwort dann auch nicht wenig verblüfft.

Josephine Hartmann: „:D Ok, das verstehe ich, ja. Du kannst wirklich Gift darauf nehmen, dass ich das niemals tun würde, du bist die einzige Ausnahme. Weil es für mich nämlich noch schmerzhafter wäre, wenn du das erst sagst, wenn ich Gefühle für dich zugelassen habe. Aber eines muss ich dir auch noch sagen, darf ich?“

Frantic Heart: „Ja!“

Josephine Hartmann: „Ich kenne mich mit dieser ganzen Materie nicht aus, aber ich weiß, was Demütigung ist. Von meiner Arbeit her. Also wenn es um Demütigung geht, da habe ich einschlägige Erfahrungen, und zwar ganz reale. Ich werde im Moment ganz einfach über das Ohr gehauen von meinem Seniorpartner, und ich kann nichts dagegen tun. Und das, nachdem ich so viele Jahre dort geschuftet habe wie ein Tier! Daran musst du denken, das ist kein Spiel für mich. Wenn du so etwas gerne machst, dann musst du mir vorher klar machen, dass es bei dir anders ist.“

Frantic Heart: „Ich achte auf dich, denn als erstes kommt der Mensch, dann die Neigung.“

Josephine Hartmann: „Ich sage dir das nur, weil mich das schwer geschädigt hat.“

Frantic Heart: „Ich werde dir jeden Schritt erklären und erläutern.“

Josephine Hartmann: „Ja, ich sag immer, alles ist gut und schön, man kann mit allem spielen, so lange man nicht selber darunter ernsthaft gelitten hat und dadurch geschädigt wurde.“

Frantic Heart: „Ich war mit einer nervenkranken Frau zusammen.“

Josephine Hartmann: „Was hatte sie denn?“

Frantic Heart: „borderline“

Josephine Hartmann: „Ah, ok, schwer oder leicht?“

Frantic Heart: „Schwer!“

Josephine Hartmann: „Und wie lange hast du es mit ihr ausgehalten? Beziehungsweise,  was hat euch getrennt?“

Frantic Heart: „Vier Jahre, fast fünf.“

Josephine Hartmann: „Das ist wirklich lange. Und wieso ging es zu Ende?“

Frantic Heart: „Es ging nicht mehr. Man wird kalt und stumpft ab.“

Josephine Hartmann: „Ja, mein Mann hat schwere Zeiten mit mir durchgestanden. Eigentlich gehen unter so etwas alle Ehen kaputt. Wenn du mich so triffst, merkst du mir das nicht an, aber ich habe Schwächen

Frantic Heart: „Ich werde behutsam sein mit dir.“

Josephine Hartmann: „Ich will damit sagen, dass ich im Alltag Probleme habe, überhaupt wieder Fuß zu fassen und ein geregeltes Leben auszubauen, aber vom Umgang her und psychisch merkt man es eigentlich nicht mehr.“

Frantic Heart: „Ist mir völlig bewusst.“

Josephine Hartmann: „Ich habe nur Stimmungsschwankungen in der Art, dass ich mal mehr, mal weniger belastbar bin, und das kann plötzlich kommen.“

Frantic Heart: „Okay das habe ich verstanden. Ich werde behutsam vorgehen und darauf achten, wie du drauf bist. Bist du bereit?“

Matt sah auf. Er war am Ende des Dialoges angekommen und sah auf den Bildschirm seines Freundes. Wie er erwartet hatte, zeigte der dasselbe Bild an. Florian nahm ihn nur am Rande wahr und bedeutete ihm, naher zu ihm heran zu rutschen mit dem Sessel. Er drehte den Bildschirm so, dass sie beide nun gut sehen konnten, was er zeigte. Matt konnte es irgendwie nicht glauben, dass es das zu werden schien, was er gerade dachte, aber es war so. Die fremde Frau machte ernst, sie verließ sich auf die Angaben und vertrauensbildenden Maßnahmen eines ihr völlig fremden Menschen aus dem Internet und war dabei, ihre webcam einzuschalten. Matts Geist war wie leergespült. Er war nicht erregt, und er wollte in die Augen der fremden Frau sehen. Jetzt würde er das gleich tun können. Florian neben ihm dagegen war erregt. Er rutschte unruhig auf seinem Sessel herum, seine Augen waren starr auf den Bildschirm gerichtet. Matt hatte keinen Zweifel, er würde jetzt auch seinen Schwanz herausholen, wenn ihm danach war. Aber so weit schien er noch nicht zu sein, er wartete nur äußerst angespannt erregt.

Josephine Hartmann: „So, warte mal, wenn ich jetzt auf Video-Anruf gehe….“

[02:58:17] *** Anruf an Frantic Heart ***

[02:58:25] Frantic Heart: „So, ich sehe deinen Kopf!“

[02:58:35] Frantic Heart: „Und ich weiß nicht, wieso du dich versteckst!“

[02:58:59] Frantic Heart: „Das hast du nicht nötig!“

Tatsächlich sah auch Matt jetzt das Gesicht der Frau in einem ungesund blassen Licht, das wahrscheinlich ihr eigener Laptop abstrahlte. Er sah ihr in die Augen, sah ihre Not, ihre Angst darin, diesen Ausdruck kannte er nur zu gut. Sie war an einem Punkt, wo er sie aufgefangen hätte, wäre er derjenige, der dieses Gespräch führen würde. Und Florian hatte durchaus Recht, Josephine hatte entfernte Ähnlichkeit mit seiner Charlene, sowohl vom Alter wie auch vom Typ her. Sie gefiel auch ihm auf Anhieb. Sie war vor dem Bildschirm, mehr als ihr Gesicht war von ihr nicht sichtbar.

[02:59:52] Sophia: „Ja, siehst du mich?“

[02:59:56] Frantic Heart: „Ich will nun Stück für Stück mehr von dir sehen!

[03:00:00] Frantic Heart: „Ja, ich sehe dich!“

[03:00:44] Frantic Heart: „Weiter!“

[03:01:18] Frantic Heart: „Zieh den BH aus für mich!“

[03:01:51] Frantic Heart: „Wie geht es dir?“

Diese Frage war rein rhetorischer Natur für Matt. Josephine hatte feucht glänzende Augen, und es zogen sich zwei Falten um ihre Mundwinkel. Es ging ihr ganz offensichtlich und für jeden sichtbar nicht gut. Sie trat aber etwas vom Bildschirm zurück, zog aber den schwarzen Spitzen-BH folgsam aus und entblößte ihre vollen Brüste. Florian wurde neben ihm noch unruhiger.

[03:02:02] Sophia: „Schlecht!“

[03:02:17] Frantic Heart: „Das muss es nicht. Du tust es für mich!“

[03:02:21] Frantic Heart: „Und du willst es tun!“

[03:02:38] Sophia: „Ich zieh mich wieder an, Sekunde.“

[03:02:44] Frantic Heart: „Stop!“

[03:03:07] Frantic Heart: „Lass ihn aus. Fang an, dich so zu akzeptieren wie du bist.“

[03:04:08] Sophia: „Da würde mein Mann Augen machen, das geht nicht!“

[03:04:31] Frantic Heart: „Ich will, dass du dir in deinen Schritt fasst für mich!“

[03:04:45] Sophia: „Das stimmt, ich mache das für mich, weil ich wissen will, ob ich dich abstoße.“

[03:05:03] Sophia: „Was, vor der Kamera?“

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©Matt

A New Years Night Concert, Teil IV, (Constanze) – Die Kräfte der Sonne

(Ja hallo zusammen!

Für den letzten Teil habe ich jetzt tatsächlich nur 2,5 Tage gebraucht. Ich habe auch den Bogen bekommen, so wie ich ihn vor Augen hatte, aber die Länge für die Entwicklung dieser Gedankengänge habe ich dabei nicht im Griff. Es sind also 5 Teile geworden, dieser ist der vorletzte. Den letzten schiebe ich dann übermorgen hinterher. Damit habe ich für diese ganze Geschichte 22 Tage gebraucht, das ist eigentlich keine schlechte Zeit. Aber wie ich schon sagte, Neujahr ist vorbei, da habe ich zwangsläufig das Nachsehen… Ihr müsst euch also bitte noch einmal zurück fühlen.

Ich habe auch Gedanken aufgegriffen, die in den Posts dazwischen schon angeklungen sind. Das zeigt euch, dass ich diese ganze Entwicklung auch so vor Augen hatte, aber es sind dann doch zwei Paar Schuhe, es grob vor sich sehen und es dann auch schriftlich zu entwickeln. Ich will euch ja keinen Bären aufbinden 🙂 … Und diese Geschichte ist damit erst einmal beendet. Meine Geschichten haben kein wirkliches Ende, das Leben geht ja auch immer weiter.

Eines wollte ich euch noch dazu sagen. Es hat beim Schreiben schon einen gewaltigen Einfluss auf mich, ob ich es nur für mich tue oder auch für euch. Das hätte ich vor Eröffnung dieses Blogs nicht gedacht. Die Geschichten sind also quasi mit eurer Hilfe bzw. Unterstützung entstanden, und dafür danke ich euch allen!

Und noch eines, bei der Ausführung der astronomischen Vorgänge übernehme ich keine Garantie. Ich hoffe, es stimmt so alles…

Viel Spaß beim Lesen!)

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Der nächste Morgen fand beide eng umschlungen vor. Matt war kein Freund von „aus dem Bett geschubst werden“, wenn er das vermeiden konnte,  und zudem war der heutige Morgen der erste Tag des Neuen Jahres, also ein Feiertag, Neujahr. Er konnte heute Vormittag alles langsam und entspannt angehen lassen und tat das auch. Er wartete, bis Constanze von alleine die Augen aufschlug. Sie hatte sich mit dem Rücken zu ihm gedreht im Schlaf und ganz fest an ihn gedrängt, und er genoss ihre vertrauensvolle Wärme und die Weichheit ihres Körpers, selbst im Schlaf drückte sie noch dieses Vertrauen aus, das sie zu ihm gefasst hatte. Er umschlang sie mit beiden Armen und sah in das flirrende Wintersonnenlicht. Die Sonne erinnerte ihn an so manches, und gleichzeitig war ihm klar, dass Constanze noch lange nicht an dem Punkt war, an dem er sie gerne sehen wollte. Bilder von gestern Nacht zogen an seinem inneren Auge vorbei, er ließ sie einfach zu, ohne sie ordnen oder korrigieren zu wollen. Er wusste, sein Unterbewusstes arbeitete so, ihm würde so klar werden, wie er weiter mit ihr verfahren wollen würde.

Er dachte frei schwebend an alles und gar nichts, er sah nur in den blauen Himmel und das Sonnenlicht, bis er merkte, dass sie sich zu regen begann. Als er dann auf sie herunter sah, wusste er auch, was er jetzt tun würde.

Sie drehte sich sehr vertraut noch enger gegen ihn, so dass sie ihren Kopf zu ihm wenden und ihm einen sanften Kuss geben konnte. Dabei sah sie ihm verschlafen und sehr glücklich in die Augen.

„Es ist wirklich ein Jammer, dass man sich mit dir so überhaupt nicht amüsieren kann!“, meinte sie lächelnd zu ihm und zwinkerte ihm dabei zu. „Du hast ja überhaupt keinen Sinn für Humor!“

Matt musste leise lachen. Er liebte diese Art von sarkastischem Humor  an einer Frau, gerade am Morgen danach. Das zeigte ihm, dass Constanze ihn nicht so permanent ernst nahm, und damit fühlte er sich ausgesprochen wohl, das liebte er. Er war ganz sicher von seiner Persönlichkeit her dominant, aber er war noch lange kein Despot, er sagte bei weitem nicht immer so etwas wie, alles hört auf mein Kommando. Wenn er das dann aber sagte, dann meinte er es wirklich auch so. Man musste ihn eben kennen, um das unterscheiden zu können, und ihm war von sich selbst auch klar, dass er es den Menschen, denen er begegnete, oft nicht so sehr einfach machte.

Aber was war im Leben schon einfach?? Matt musste wieder lächeln. Er liebte die Spannung, die seine Verschlossenheit oft mit sich brachte. Constanze stichelte etwas, Matt sah ihr den Schalk in den Augen stehen, sie fühlte sich entspannt und überglücklich, sie neckte ihn ein wenig, harmlos und lustig. Er lächelte ihr in die Augen. Sie erwartete eine entspannte, vertraute Atmosphäre, so war eine Frau wie sie es sicherlich gewöhnt nach einem solchen Vorfall. Fürsorge und Zuvorkommenheit. Er würde so einige romantische Vorstellungen und Erwartungen an ihn in ihr zerstören müssen, damit er sie überhaupt vor eine Wahl stellen konnte. Die Wahl, wie sie ihr Leben weiter leben wollte. Matt war klar, sie suchte einen Neuanfang, und er hatte gestern viel in ihr sehen können. So erkannte er lange nicht jede Frau. Also würde er heute damit beginnen, es zu versuchen, das aufzudecken, was tief in ihr schlummern musste.

„Du meinst den Käfig, Kleines?“, harkte er sanft und gespielt gutmütig nach. Diese harmlos gestellte Frage baute sofort wieder eine gewisse Spannung zwischen ihnen auf. Die liebte er, gerade am Anfang, aber auch während einer Beziehung immer wieder. Er suchte solche Situationen deswegen auch mit den Frauen, die zu ihm gehörten. Das bedeutete für alle seine Frauen, dass sie bei ihm immer mit entsprechenden Überraschungen rechnen mussten, und das wiederum hieß, dass ihm an einer Frau mit einer schwachen Persönlichkeit nicht gelegen sein konnte. Er stellte seine Frauen auf den Prüfstand. Am härtesten hatte er Nina, seine Sklavin, geprüft, aber genau deswegen war sie nun seine Sklavin und er ihr Herr. Er nahm die Verantwortung, die damit für ihn verbunden war, sehr ernst, und Nina konnte darauf vertrauen. Und als er Nina nach dieser ersten Phase vor die Wahl gestellt hatte, war sie nicht mehr von ihm zu trennen gewesen. Er machte ganz sicher keine seiner Frauen unglücklich. Er nahm sie nur dauerhaft zu sich, wenn ihm auch ganz klar geworden war, dass sie das auch selber wollten. Auch Nina war nicht gegen ihren Willen oder mit einer Art Hassliebe bei ihm, auch wenn sie einen völlig anderen Anfang mit ihm erlebt hatte. Wieder lächelte er. Die Würze in seinem Leben mit seinen Frauen machte gerade diese Abwechslung, er wollte nicht anders leben.

Was nun Constanze anging, wollte er sich ihrer zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht immer und zu jeder Zeit zu einhundert Prozent sicher sein können. So, wie für ihn im Moment die Dinge standen, würde das auf Dauer sein Interesse an ihr deutlich verringern, das wusste er. Wenn sie versuchen würde, es ihm permanent Recht zu machen, würde sie auf Dauer damit bei ihm eher das Gegenteil erreichen. Er hatte aber auch nicht vor, Constanze ihrem Leben zu entreißen. Jede Beziehung hatte ihren eigenen Reiz, die zu seinen beiden Frauen hier im Haus war jeweils eine ganz andere, als die zu Constanze es werden würde. Aber so weit war er mit Constanze auch noch nicht, dass er überhaupt an eine feste Beziehung dachte. Das hing jetzt auch entscheidend von ihr selbst ab.

Im jetzigen Stadium konnte sie noch gehen, noch hatte sie von ihm quasi nichts gesehen. Das würde sich entscheidend ändern, wenn sie tatsächlich mehr vom ihm zu wissen bekommen würde. Dann würde sie erst wieder gehen können, wenn er sich ganz sicher sein konnte, dass sie seine Geheimnisse bewahrte. Er war beileibe kein Superheldentyp, der sein normales Leben schützte, aber in dieser Sache verhielt er sich irgendwie doch ähnlich.

Er grinste. Er liebte Batman seit seiner Kindheit, vielleicht hatte dieser düstere Superheld seine Entwicklung sogar beeinflusst. Was ganz sicher war, war, dass er gerne die Fahr- und Flugzeuge von Batman hätte, das Batmobil, das Batpod, den Tumbler, das Batwing. Batman konnte selber fliegen, zumindest gleiten, hatte jede Menge körperliche Fähigkeiten, und trotzdem schien er Fahrzeuge zu lieben. Das sah Matt ähnlich wie Bruce Wayne, was Bruce allerdings an Schulterpolstern nicht brauchte, brauchte er selbst nicht an Stimmenverstärkern. Matts Grinsen vertiefte sich, das war wohl die verspielte Seite an ihm.

Constanze erwiderte sein Grinsen schelmisch und verschlafen lächelnd. „Du hat mir eine unglaubliche Angst damit gemacht“, antwortete sie ihm und schloss dabei ihre Augen wieder, „und dann war der Gedanke an dich plötzlich wunderbar, wie die einzige Rettung aus meiner ganzen Misere.“ Matt hatte keine Ahnung, was sie mit „ihrer Misere“ wohl meinen könnte, sie machte ihn neugierig, schon wieder, aber er harkte noch nicht nach.

Er küsste sie nur nacheinander auf beide Augenlider, eine zärtliche und liebevolle Geste. Sie lächelte wieder, strahlend und doch noch sehr müde. Der vergangene Tag war für sie ja auch wirklich anstrengend gewesen, er musste ihr noch in den Knochen stecken. „Soll ich dir erzählen, was ein wirklich wunderbarer Gedanke ist?“, fragte er sie lächelnd. Sie nickte nur, kuschelte sich ganz fest in ihn hinein und presste ihren grazilen Rücken fest an seinen Leib, ließ ihren Hinterkopf in seine Achsel sinken, so dass ihr Gesicht zu ihm aufgerichtet blieb. Eine Geschichte schien für sie im Moment genau das Richtige zu sein, aber ihr schien nicht danach zu sein, ihm das auch wörtlich mitzuteilen. Matt sah ihr lächelnd ins entspannte Gesicht  mit den geschlossenen Augen, dann irrte sein Blick ab in den Sonnenschein, der in die riesigen Fenster flutete.

**

„Licht bedeutet Leben“, hob er leise an. „Diese Weisheit kennt jedes Kind. Aber wer weiß schon, was es damit wirklich auf sich hat?“ Er unterbrach sich und lächelte Constanze an. Sie schwieg nur und hörte ihm aufmerksam zu. Er küsste ihre entspannten Züge mit leichten Küssen, fuhr den Linien ihres Kinns nach, wartete auf eine Antwort, aber ihr war weiter einfach danach, ihn nicht in ihre Gedanken mit einzubeziehen. Damit tat sie genau das Gegenteil von dem, was sie gestern Nacht so dringend gewollt hatte, sich ihm umfassend mitteilen. Er musste wieder lächeln, sie wirkte auf ihn in diesem Moment ein wenig geheimnisvoll, mysteriös, das war etwas, das den meisten Frauen schlichtweg fehlte. Ihm gefiel es im Moment sehr, er fand die schöne Frau einfach reizend. Also sprach er unaufgefordert weiter.

„Unsere Sonne ist nicht besonders groß, auch, wenn unser Planet ungefähr eine Million Mal in sie hineinpassen würde“, dozierte er leise und vertraut in einem entspannten, nachdenklichen Tonfall dicht über ihrem Ohr.  „In ihr kämpfen zwei Kräfte miteinander und liegen in einem labilen Gleichgewicht, das es der Sonne erlaubt, diese Form bei zu behalten. Die Gravitation presst die Atome der Sonne zusammen und die Kräfte der Kernfusion würde sie explodieren lassen.“ Er musterte ihr entspanntes Gesicht, er wollte wissen, ob er sie für dieses Thema interessieren konnte. Sie lächelte wieder. „Diese beiden Kräfte sind also miteinander verbunden in einem Stern“, sinnierte sie leise. „So wie Gut und Böse, wie Yin und Yang. Kraft und Gegenkraft.“

„Zumindest für die Existenz unserer Sterne in unserer Galaxie ist das der Fall“, bestätigte er. Sie schien sich für dieses Thema erwärmen zu können, er erzählte es ihr also nicht umsonst. „Nun solltest du wissen, dass alle Elemente, die es im Universum gibt, aus einem einzigen aufgebaut sind: Aus Wasserstoff. Ein Proton im Kern, ein Elektron in der Schale. Kannst du mir so weit folgen?“ Constanze nickte nur.

„In der Sonne findet eine gewaltige, anhaltende Fusion von Wasserstoff zu Helium statt“, fuhr er entspannt fort und sah jetzt in das strahlend helle Sonnenlicht. „Helium besitzt zwei Protonen, entsteht also aus zwei Wasserstoffatomen. Das nennt man eine Fusion, und die dabei frei werdende Energie strahlt die Sonne auch in Form von Energie ab, also Wärmeenergie und Lichtquanten. Nun, wir befinden uns in der Lebensspanne unserer Sonne, in der sie diesen Prozess im Überfluss in sich trägt. Es entsteht in ihr also immer mehr Helium. Wenn aber ihre Lebenszeit sich dem Ende nähert, dann heißt das nichts anderes, als dass jeder Wasserstoff verbraucht ist.  Die Gravitation zwingt die Sonne aber zum weiteren Fusionieren von Atomkernen, sie ist eine unbezwingbare Kraft in unserem Universum, wenn ihr die Sonne nichts entgegen zu setzen hat. Also fusionieren dann die Heliumatome. Aus jeweils drei Heliumatomen entsteht ein Kohlenstoffatom, also sechs Protonen im Kern und sechs Elektronen. So weit mitgekommen?“ Wieder musterte er ihr entspanntes Gesicht. Sie öffnete leicht die rauchgrünen Augen, die sofort im Sonnenlicht leuchteten, und zwinkerte ihm wieder zu. „Ja, bin ich“, flüsterte sie.

Er küsste ihr entspanntes Gesicht. „Da hat jetzt nur noch die richtige Anrede gefehlt bei deiner Antwort, mein Liebes“, kommentierte er ihre Antwort mit leiser Stimme.

„Du meinst, ich hätte dich mit Herr ansprechen sollen?“, fragte sie lächelnd nach. Man hörte es ihrem leicht neckenden Tonfall an, sie sagte auch jetzt wieder genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich meinte.

„Ja“, antwortete er schlicht und er meinte es auch so. Wieder öffnete sie die Augen und sah in seine. Sie hielt für einen Moment seinen Blick wie eine Sphinx, ließ sich nicht anmerken, was in ihr vorging. Dann schloss sie die Augen wieder, blieb ansonsten regungslos an ihn gekuschelt liegen. Er musste grinsen, aber das sah sie nicht.

„Das Problem, das die Sonne nun hat, ist das, dass Kohlenstoff jeweils drei feste Bindungen zu einem anderen Kohlenstoffatom eingeht. Damit entsteht ein stabiles, reaktionsfreies Gitter. In der Mitte der Sonne entsteht also ein fester Kohlenstoffkern, in dem jeglicher Fusionsprozess unwiderruflich zum Stillstand gekommen ist. Die äußere Schale der Sonne bläht sich auf, und die Sonne wird zu einem Roten Riesen. Das alleine überlebt unsere Erde schon nicht mehr. Schon lange, bevor die Sonne unseren Planeten verschluckt, ist er verbrannt, die Weltmeere sind verdampft, die Temperatur ist auf mehrere hundert Grad angestiegen.“ Wieder schwieg er für einen Moment. Constanze öffnete wieder die Augen und traf seine, ihr Blick war schon wesentlich aufmerksamer, und sie schloss sie auch nicht mehr, als er nun weiter sprach.

„Aber das ist nicht das, was ich dir erzählen wollte.“ Matts Stimme war noch immer leise und ruhig, tatsächlich hatte er das Innere einer Sonne vor seinen Augen, als befände er sich darin. „Wenn dieser rote Riese, der unsere Sonne dann geworden ist, seinen größtmöglichen Umfang erreicht hat, dann sprengt die Sonne ihre äußere Schale komplett ab, in einer gewaltigen Explosion. Übrig bleibt ein Blauer Zwerg, eine Sonne so groß wie unsere Erde, nur eine Million mal heißer und gänzlich ohne Fusionsprozesse. Damit hat die Gravitation keine Gegenkraft mehr, das macht den Blauen Zwerg so klein und die Gravitation, die auf ihm herrscht, so gewaltig. Und in Inneren dieses Blauen Zwerges ist ein Kern entstanden, ein gigantischer Kohlenstoffkern. Die Kohlenstoffchemie ist sehr kompliziert, aber du weißt sicher auch, dass die stabilste Zustandsform des Kohlenstoffs die des Tetraeders ist, eine dreidimensionale Bindung, denn dann ist das Kohlenstoffatom alle seine ihm möglichen Bindungen in Form von kovalenten, also festen Bindungen eingegangen. Der Kern des Blauen Zwerges wird also ein gigantischer, lupenreiner Diamant sein, ein Diamant, der vielleicht ein Viertel der Masse des Blauen Zwergs einnimmt, ein Diamant im Himmel.“

Constanze sah ihn mit glänzenden, großen Augen an. „Das ist wirklich ein wundervoller Gedanke“, flüsterte sie. Er sah es ihren Augen an, jetzt hatte er sie gepackt.

„Nun gibt es aber noch sehr viel größere Sterne als unsere Sonne, Liebes“, fuhr er deswegen fort. „Der größte bisher entdeckte Stern ist eine Million mal größer als unsere Sonne. Diese Sterne leben heller und schneller, sie werden nicht so alt wie unsere Sonne, die gleichmäßig vor sich hin fusioniert. Und in ihr entstehen auch ganz andere Elemente, Atomkerne mit einer Vielzahl des Wasserstoffprotons. Stirbt ein so gigantischer Stern, dann beginnt sein Sterben damit, dass er Eisen in seinem Kern produziert. Eisen ist ein leitendes Metall, und es fusioniert ebenfalls nicht weiter. Wenn in diesem Stern ein Eisenkern entstanden ist, dann dauert seine Existenz nur noch Sekunden, eine unfassbar kurze Zeitspanne für die Zeitspannen, die in unserem Universum normalerweise vorherrschen. Der Stern pumpt verzweifelt seine Masse in den Eisenkern, um eine Fusion erneut anzutreiben, gezwungen von den gewaltigen Kräften seiner Gravitation. Auch er bläht sich dabei auf, dann aber explodiert er schlagartig in einer Supernova, wenn sein Kraftfeld dann zusammen bricht. Alle Elemente, die wir kennen, sind in ihm auf diese Weise entstanden, und er verstreut sie wieder zurück ins Universum. Die Quintessenz ist also, dass wir alle, alles, was hier auf unserer Erde existiert, quasi jedes einzelne Atom, aus dem Inneren eines Sternes stammt. Wir sind also im wahrsten Sinne des Wortes Sternenkinder, denn wir bestehen aus Sternenstaub.“

Matt sah Constanze lange schweigend an. Sie wusste dazu nichts zu sagen, dieser Gedanke war einzigartig wunderbar, und Matt erschien ihr auf einmal wie ein Magier. Matt holte schließlich tief Luft.

„Aber auch die Lebensspanne unseres kompletten Universums ist endlich. Das wissen viele nicht. Das Universum erkaltet, seine Elemente driften, vom Urknall einmal angetrieben, immer weiter auseinander. Irgendwann wird aus dem freien Material, das es in unserem Universum gibt, kein neuer Stern mehr entstehen können. Dann gehen die Lichter an unserem Himmel langsam aus, eines nach dem anderen. Die größten Sterne sterben zuerst. Dann kommen die mittelgroßen, solche wie unsere Sonne. Dann die kleinen und die ganz kleinen. Und am Ende unseres Universums ist es so dunkel, wie es vor seiner Entstehung gewesen sein muss.“

„Die große Dunkelheit“, sagte Constanze langsam und schmiegte sich fest in Matts Arme.

„Macht dir dieser Gedanke Angst, Kleines?“, fragte Matt sie sanft.

„Nein“, antwortete sie ihm versonnen, „ich denke, es gibt verschiedene Qualitäten der Dunkelheit. Von der absoluten Leere bis in die absolute Fülle.“ Matt nickte nur. Das war eine kluge Antwort, die sie ihm da gegeben hatte, sie gefiel ihm immer mehr.

„Aber jetzt leben wir noch im Licht, jetzt ist unser Universum noch sehr, sehr produktiv, nicht wahr? Jetzt entstehen noch jede Menge an Sternen?“ Constanze sah ihn mit wachen Augen an. Jetzt hatte er sie sanft ganz geweckt, und das liebte er sowohl für sich selber als auch für die Frau, die bei ihm lag.

„Ja“, antwortete er ihr nachdenklich, „so ist es. Am Anfang und am Ende steht die große Dunkelheit. Und die Bemerkung, dass wir das nicht erleben werden, ist bedeutungslos für mich. Für mich zählen diese wunderbaren Gedanken. Denke ich sie, geben sie mir Kraft.“ Er lächelte auf Constanze herunter und wechselte ruckartig die Sichtweise, den Sehwinkel.

„Und das ist der Grund, warum du deine Brücke gut verteidigen musst, meine Liebste, und sei die Zahl der anstürmenden Feinde auch noch so groß. Eine Brücke ist eine Überquerung eines Hindernisses, wo es sonst keine andere Überquerung gibt. Sie ist gut zu verteidigen, denn sie ist schmal. Ich denke mir, du hast unterbewusst aus gutem Grund eine Brücke gewählt, denn eine Brücke ist ein großartiges Bild, ein kräftiges Symbol. Du alleine kannst dein Wesen, dein Sein und alle diese wunderbaren Gedanken gegen eine Überzahl von Feinden an diesem einen Punkt verteidigen. Und solltest du dann überrannt werden, dann war dieser Kampf deinen ganzen Einsatz wert. Nichts ist ehrenvoller, als für ein derartiges Gut zu sterben, das uns Menschen eigentlich ausmacht.“

**

Constanze sah Matt mit riesigen Augen in seine. So hatte sie ihre Brücke noch nie gesehen, so hatte sie generell die Welt noch nie betrachtet. Sie verstand, was Matt ihr damit sagen wollte, sie erkannte die Kraft, die hinter so großen Gedanken steckte.

Matt küsste sie sanft auf die Stirn. „Ich sehe, du hast mich verstanden, mein Liebes“, sagte er lächelnd und legte sie sanft ab, erhob sich auf seinen Ellbogen. „Es ist schon weit fortgeschrittener Vormittag, kleine Katze, wir sollten frühstücken. In deinem Abendkleid von gestern Nacht kannst du nicht hier herum laufen, es muss erst wieder gereinigt werden. Ich werde meine Sklavin Nina, eine meiner beiden Frauen, bitten, dir auszuhelfen. Dann können wir frühstücken und uns gemeinsam überlegen, was wir nun tun mit unserer Freundschaft, die uns beiden so unversehens in den Schoß gefallen ist.“

Matt wechselte das Thema so unvermittelt, wie er es begonnen hatte. Er übernahm damit ganz natürlich die Führung, riss das Ruder bildlich gesehen herum und führte ihr gemeinsames Boot rasch in einen stetig wehenden, kräftigen Wind, nahm sozusagen plötzlich Fahrt auf. Constanze blinzelte ihn überrascht an und atmete dann tief durch. Sie fühlte sich, als hätte er sie plötzlich mit einem Schwall kalten Wassers aufgeweckt aus dieser wohligen Entspannung, in der sie sich bis gerade eben noch befunden hatte. Die Gedanken und Erinnerungen an das, was gestern alles geschehen war, kehrten mit Wucht in ihr Gedächtnis zurück. Aber Matt ließ ihr erst gar keine Zeit, darüber wieder nachzudenken beziehungsweise zu grübeln.

Er lächelte sie an, dieses Mal war er es, der ihr rätselhaft erschien, alleine schon sein Lächeln und seine glitzernden Augen drückte aus, dass er die ganze Zeit etwas im Schilde geführt hatte, sowohl mit seiner Erzählung wie auch jetzt gerade.

Constanze sah zu ihm auf und ihm dann nach, als er schwungvoll aufstand. Sie sah kaum auf sein Äußeres, das, was er gesagt hatte, ging ihr wesentlich eindringlicher durch den Sinn. Er hatte also wohl zwei Frauen, die sich als seine Sklavinnen bezeichneten. Nun, Constanze konnte sich Matt gut in einer solchen dominanten Position vorstellen, er hatte so etwas wie ein natürliches Potential in ihren Augen dafür, das hatte er sie gestern ja auch schon wirklich unverblümt spüren lassen. Und Constanze war auch auf dem Laufenden, was es so alles an Formen menschlicher Interaktionen und Beziehungen zueinander gab. Sie persönlich hatte solche Strukturen zwar noch nie selbst erlebt, sie besaß aber eine relativ vorurteilfreie, unabhängige Denkweise. Es gab durchaus auch in der modernen Zeit Frauen, die sich als Sklavinnen eines Mannes bezeichnen wollten und das so auch leben wollten. Der Unterschied lag im Zweck der Sklaverei, früher war es ein ökonomischer, heute eher ein zwischenmenschlicher. Jedem Menschen das, was er sich zu leben wünschte, fand Constanze, das war ein freies Land. Und warum sollte Matt nicht so leben? Constanze konnte diesen Gedanken zu ihrer eigenen Überraschung sehr gut akzeptieren.  Und auch, wenn ihr die großen Farbstriche, die Matt ihr gerade an ihren Himmel gemalt hatte, noch durch den Sinn zogen und sie jetzt durcheinander brachten, passte das alles für sie gut zusammen. Matt beugte sich leicht vor und sprach etwas in eine Gegensprechanlage, die Constanze an jeder der drei aus diesem Raum führenden Türen sehen konnte. Dann drehte er sich zu ihr zurück und lächelte sie fast schelmisch an.

„Ich habe Nina Bescheid gesagt, Liebes. Sie kommt sofort und wird dir helfen, dich für heute einzukleiden. Ich denke, ihre Kleidung wird dir gut passen.“

**

Constanze sah ihn sprachlos an. „Warte mal, Matt!“, hielt sie ihn sofort zurück, „Sekunde mal. Ich komme ja gar nicht mehr zum Nachdenken. Ja, wird es Nina denn nicht stören, wenn sie mich hier so sieht?“, stotterte sie fast. „Ich meine, in deinem Bett?“

Matt lächelte sie an. „Liebes, sie ist meine Sklavin. Sie ist glücklich, wenn ich es bin. Und wenn ich mit einer anderen Frau in dieser Nacht glücklich war, dann ist sie es auch. Warum sollte sie also?“

Constanze war nicht nur sprachlos, ihr entzog sich absolut jedes einzelne Wort. Matt suchte nach ein paar Hausschuhen und sah ihr dann wieder bedeutsam lächelnd in die Augen. Auf einmal verstand Constanze auch, was er eben mit seiner Bemerkung gemeint hatte, es würde ihm noch die richtige Anrede fehlen. Auf einmal verstand sie es wirklich, sie sah es Matt an. Er forderte nichts von ihr ein, er lächelte sie nur an, aber dieses Lächeln sagte ihr mehr als tausend Worte. Ihr wurde fast schwindelig, so rasch hatte er sie in einen völlig anderen Geisteszustand versetzt. Sie sah ihn mit großen Augen an und setzte sich beunruhigt auf, sah an sich herunter. Sie trug immer noch ihr hauchdünnes Unterkleid und darunter ein Nichts von BH und Höschen.

„Ja, aber, wird es sie denn nicht verletzen, wenn sie sieht, dass wir uns geliebt haben gestern Nacht?“

„Du meinst, dass wir beide Lust aneinander hatten, Liebes? Dass wir Sex hatten?“, brachte er es wieder so unverblümt auf den Punkt und hielt ihren Blick so wie gestern Nacht, eindringlich und unwiderstehlich.

„Ja“, stotterte sie und nickte nur etwas hilflos.

„Mein Liebes“, er kam noch einmal auf sie zu und nahm von oben ihr Kinn in seine Hand, hob ihr Gesicht zu sich empor. Sie registrierte wieder kaum etwas anderes als seinen Blick, sie hätte später nicht sagen können, welche Farbe seine Boxershorts gehabt hatten. „Wenn wir gefrühstückt haben, dann lege ich dich hier in ihrer Gegenwart auf dieses Bett zurück. Ich habe nämlich noch immer Lust auf dich, meine Schöne. Ich spreize deine Beine und bereite dir Lust, und ich will diese Lust sehen, im Licht und an deinem ganzen Körper, nicht nur in deinen Augen.“

„Und sie soll dabei zusehen?“, fragte sie ihn völlig verwirrt. „Dann kann ich keine Lust empfinden!“

Matts Lächeln vertiefte sich, er streichelte ihr mit den Fingern über die Wangen. „Wenn du keine Lust empfinden oder dich schlichtweg weigern solltest, sie anzunehmen und dich ihr hin zu geben, wenn ich mir das von dir wünsche, mein Liebes, dann wirst du eben zur Zuschauerin. Dann bereite ich Nina Lust, und du siehst uns dabei zu.“

„W-was sagst du da? Du willst sehen, wie ich Lust empfinde, wenn du Nina vor meinen Augen liebst?“

„Oh ja, mein Liebling“, antwortete er ihr sanft. „Ganz genau! Ich weiß, wo ich dich abholen muss, meine Schöne. Du sollst dich mir ergeben und du wirst mir gehorchen. Du wirst mir geben, was ich von dir verlange, du wirst es einfach zulassen, wenn ich mir das von dir wünsche. Ich sehe, dass du dir genau das tief in dir vergraben wünschst. Und zu einfach soll es für dich ja nicht sein, das ist ja der Zweck der Übung. Ich möchte, dass du es mir gestehst, dich mir unterwerfen zu wollen, aus eigenem Antrieb, und dass du deine Lust gegen alle deine inneren Wiederstände offen und frei auslebst. Dann wird die Lust, die du empfindest, für dich keine Angst oder Qual mehr mit sich bringen.“

„Ich weiß nicht, Matt“, antwortete Constanze verunsichert, „so leicht, wie du dir das vorstellst, kann ich mich nicht umstellen, und auch, wenn du gestern auf der Brücke von mir vielleicht ein anderes Bild hattest, eigentlich kämpfe ich, das ist meine wahre Natur.“

„Oh, das habe ich gestern Nacht sehr wohl sehen können, mein Kleines. Beides, sowohl deinen Kampfgeist wie deine inneren Wiederstände.“ Matt lächelte sie undurchsichtig an. „Das kannst du sehr wohl heute und sofort. Du erbittest dir von mir, dass ich deine Lust wecke und befriedige? Dann sage mir, dass du bereit bist, dafür zu tun, was immer ich will. Und ich will, dass du dich in meine Hände fallen läßt, ohne zu denken, ganz und gar und ohne Rückhalt.“

„Matt!“, Constanze war nun mehr als verunsichert. „Du wirst mich erst überzeugen müssen, dass ich das tun soll!“

„Deinen Körper habe ich schon überzeugt, mein Liebes“, fuhr Matt ungerührt fort. „Ich will mehr, ich will deine Lust, ich will, dass du sie mir darreichst. Es wird mich nur erregen, dich gegen deine eigene Lust ankämpfen und verlieren zu sehen, und das wird so kommen. Du wirst dich mir nicht entziehen, versuchst du das, dann denke an gestern Nacht. Ich will deine Lust sehen können, alles an dir!“

Constanze wurde es heiß im Gesicht, ihr Herz begann, zu klopfen. Adrenalin schoss ihr ins Blut. „Wenn du mich dazu zwingen willst, dann werde ich dagegen ankämpfen. Das kannst du doch nicht wollen, dass ich dich bekämpfe!“ Ihr Tonfall bekam eine bittende Note.

„Ich habe gestern Nacht, als ich dich ausgezogen habe, schon bemerkt, dass du in Wahrheit wirklich heiß bist, wie man so schön sagt …. du wehrst dich zwar noch dagegen, aber dein Körper hat mir etwas anderes gesagt. Ich muss dich nicht zwingen, und zum Kampf gegen mich muss ich dich schon gar nicht zwingen! Was hätte ich auch davon? Du wirst es von selber tun, du wirst ganz von alleine zu mir kommen.“

„Matt, du wirst es bereuen, mich dem ausgesetzt zu haben!“, warnte Constanze ihn nun fast verzweifelt. Sein Lächeln vertiefte sich.

„Nein, mein Liebes, wenn du dich so sehr wehrst, dann wird es dich nur noch stärker an mich binden, wenn du dich mir dann ergibst. Nichts davon wird passieren!“

„Oh ja, das stimmt!“, bestätigte Constanze ihm ehrlich und völlig verwirrt, was sie gerade fühlte. „Aber die Betonung liegt auf dem „wenn“, Matt! Du wirst mich fesseln müssen, ich denke nicht, dass ich es schaffen werde, das zuzulassen!“

„Ich werde dich nicht ein einziges Mal fesseln müssen dafür, Kleines. Ich habe schon einen Zugang zu deinem Geist, zu dir, meine Worte werden reichen.“

„Ja, wenn du diesen Zugang zu mir erst einmal hast, dann reichen deine Worte, Matt!“ Constanzes Gesicht begann, zu brennen, sie rang nach passenden Worten, um ausdrücken zu können, was sie gerade fühlte. „Denn dann ist das ein völlig freier Zugang, den du dir zu mir geschaffen hast. Dann würde ich mich dir völlig ergeben, das würde das heißen. Aber den wirst du dir erzwingen müssen!“

Matt schüttelte lächelnd den Kopf. „Nein, nicht im Mindesten, Liebes. Du kannst dich frei entscheiden, auch gegen die Lust deines Körpers. Ich zwinge dich zu gar nichts. Ich offeriere dir lediglich das, was ich mit dir tun werde, wenn du dich wirklich für das entscheidest, was ich mir von dir wünsche. Es ist ein Angebot, Liebes, mehr nicht. Du kannst es dir ansehen, in aller Ruhe. Wenn du nachgibst und dich entscheidest, dich deiner Lust hinzugeben, es einfach passieren zu lassen, dann gibst du dich mir erst richtig hin. Und es ist dein Schoß, der die ganze Zeit brennen wird vor Lust und Verlangen, Liebes, es wird dein Verlangen sein, das nach Befriedigung schreit, nicht meines…“

„Matt, ich weiß, du bist wirklich kein Anfänger, du machst so etwas vielleicht dein ganzes Leben lang schon,  und du warst vielleicht auch schon in lebensbedrohlichen Situationen, in Situationen, die keinen Fehler erlauben….“ Constanze flehte ihn jetzt regelrecht an. „Ich weiß, ich bin dir hoffnungslos unterlegen. Aber du bist ein Ungeheuer, wenn du das tust!!“ Sie wurde unwillkürlich lauter bei ihren letzten Worten.

„Warum das denn, Liebes? Etwa, weil ich deinen freien Willen akzeptiere?“

„Nein, weil du ihn gegen mich einsetzt!“

„Mein Liebes, da verstehst du etwas grundsätzlich falsch!“  Matt schüttelte nachdrücklich den Kopf und setzte sich zurück auf den Bettrand, aber seine aufrechte Stellung verriet schon, nicht für lange.

„Du bist mir keineswegs unterlegen, wieso sollte das auch so sein? Du hast nur ein Leben lang Blockaden aufgebaut, die dich direkt auf diese Brücke getrieben haben. Die gilt es, wieder einzureißen. Deine Emotionen sind dein wahrer Motor. Und diesen Kampf deiner anerzogenen Scham gegen deine Lust entscheidest du frei und ganz alleine! Ich biete lediglich die Plattform dafür an. Erzwingen werde ich von dir gar nichts, ich provoziere nur eine stumme Bitte von dir, mehr erwarte ich gar nicht.“ Er sah Constanze tief in die Augen, sah, dass ihre Augen zu glänzen begannen. Er atmete tief durch.

„Schau, Liebes, du erlebst meinen Wunsch gerade wie eine Fessel, du denkst, ich mache dich wehrlos und lasse dir keine andere Wahl. So ist das nicht! Du kannst es dir im Moment nur nicht vorstellen, das zulassen zu können. Aber wenn du für mich so viel empfindest, wie du glaubst, dann wirst du das können. Du musst lediglich erkennen, dass deine jetzige Denkweise dich fesselt, das bin nicht ich, der das tut. Dann kannst du dich auch dagegen entscheiden, und ich bin ja da! Ich fange dich auf, wenn du das tust, du fällst nicht ins Leere. Ich habe dich gestern Nacht schon aufgefangen. Und mir war auch gestern Nacht schon klar, was dich wirklich auf diese Brücke getrieben hat. Wenn ich dir also wirklich helfen will, dann musst du einfach nur zulassen. Mehr nicht. Und dann warte einfach ab, was passieren wird.“

„Du benutzt meine Liebe zu dir?“, fragte Constanze fassungslos.

„Liebe ist ein großes Wort“, antwortete Matt langsam. „Aber ja, Liebes, ich nutze sie dazu, dich verstehen zu lassen, was in dir passiert. Wenn du es verstehst, es dir wirklich bewusst machst, wirst du es ändern können. Du bist eine kluge Frau, du wirst das regeln können. Deine Gefühle und dein Verstand helfen dir dabei. Und du musst nicht mehr tun, als loszulassen. Aber ich nehme mir nichts von dir. Nicht in dieser Situation. Alles, was ich mir von dir nehmen werde, kann ich auch jetzt und hier haben, und das sofort. Und das wissen wir beide, Liebes.“

„D-das ist kein Spass, Matt!“, brachte Constanze gerade noch so heraus.

Matt nickte. „Nein, ist es nicht. Was du spürst, ist die Kraft, die solche Gedanken haben. Versuche einfach, deine Angst und Abwehr in den Griff zu bekommen. Dann schaffst du das auch. Du stehst vor einer Grenze, und ich helfe dir hinüber.“ Constanze blieb stumm. Matts Logik war bestechend, wenn sie es aus dieser Warte heraus sah, verstand sie, was er von ihr wollte. Aber sie konnte sich das dennoch unmöglich vorstellen.

Matt lächelte sie an. „Du wirst heute ein ganz neues Universum entdecken, mein Liebes“. Sein Tonfall war abschließend, Constanze hörte heraus, er würde diese Diskussion nicht fortführen. „Und danach reden wir weiter über das, was du nun tun solltest oder möchtest.“ Er sah ihr in die weit aufgerissenen Augen. „Nina wird nur am Anfang mit dabei sein, Liebes. Sie wird dir helfen, dich mir wirklich zu öffnen und dich mir hinzugeben. Du sollst mir deine Lust geben, sie mir überlassen. Du sollst alles loslassen, dich fallen lassen. Du sollst alles wirklich fallen lassen, so wie gestern Nacht im Käfig. Wenn du das getan hast, dann geht sie wieder.“

Constanze sah ihn wieder absolut sprachlos an. Matt lächelte sie verabschiedend und wieder rätselhaft an und nickte ihr zu. „Dann bis gleich, mein Liebes. Ich mache mich kurz frisch. Nina ist gleich bei dir!“

Und damit ließ er sie einfach im Bett zurück und verschwand durch eine der drei Türen, die dieses große Schlafzimmer hatte.

**

©Matt

Zufällige Begegnung (Julia), Teil 4

Wieder senkte sie den Kopf in seinen Fingern leicht, schlug die großen, goldbraunen Augen nieder. „Nein, wirklich nicht“, flüsterte sie tonlos. Er senkte sein Gesicht noch näher an ihres, um sie überhaupt noch verstehen zu können. „Du hättest mich sofort los gemacht und beruhigend in deine Arme genommen. Ich wäre aber so in Panik gewesen, dass du mir damit nicht wirklich etwas Gutes getan hättest, du bist ja auch ein Mann, und ich wäre innerlich in deinen Armen explodiert. Dann wäre die Polizei hier gewesen, sie hätten mich mitgenommen und hier alles auf den Kopf gestellt. Dann hätten sie mich auf dem Revier befragt und auch untersucht, nach Spermaspuren. Die Nachbarn hätten den ganzen Auflauf hier gesehen, und im Nu hätte es diese ganze vornehme Spießerstraße gewusst, alle hätten mich in den nächsten Tagen angestarrt und sich ihren Teil dazu gedacht, hätten betont weggesehen. Mein Rock wäre ja auch zu kurz, und so. Und meine Wohnung wäre wie ich entweiht gewesen, nicht nur dieser Kerl hätte sie dann beschmutzt, sondern auch noch die Polizei mit ihrer Spurensuche. Vielleicht hätte ich ganz von hier wegziehen müssen, aber ich liebe diese Wohnung und diese Wohngegend. Und ich hätte immer einen Schatten hinter meiner Schulter gehabt.“

Sie schwieg eine Weile lang, er sah, wie sie mit der Sache zu kämpfen hatte, es liefen auch wieder verzweifelte Tränen, Tränen aus Wut geboren. Aber Wut war besser als Angst. Sie war ziemlich sicher um die zehn Jahre jünger als er, wenn nicht noch mehr, und hatte völlig andere Vorstellungen von ihrem Beziehungsleben. Ein Freund bedeutete für sie sicherlich auch noch gewisse Vorzüge in ihrer Clique, ihrer Lebensweise, ihres Erwachsenwerdens, ihrer allgemeinen Orientierung in ihrem Leben. Und aufregenden, aber sehr egoistischen  Sex, Sex, bei dem sich der Freund ebenfalls von ihr nahm, was ihn anmachte, nur eben liebevoller. Sie ahnte noch nicht viel von der Tiefe eines Seelenlebens. Aber sie hatte auch eben erst eine wirklich kalte Dusche bezüglich der ihr bisher bekannten Formen des Zusammenseins mit einem Mann abbekommen.

Er ließ sie nachdenken, denn diese Entscheidung musste sie ganz für sich selbst treffen. Das war besser für sie beide. Auch, wenn Matt sich inzwischen seiner eigenen Motivation nicht mehr sicher war, auch, wenn er nicht mehr wusste, was er im Falle eines Einverständnisses mit ihr denn nun tun würde, das ersparte ihr Tränen und Traurigkeit.

„Woher soll ich denn wissen…“, setzte sie schließlich an und schlug die Augen wieder auf. „Überhaupt nicht“, fuhr sie dann selber fort und beantwortete ihre eigene Frage. „Es ist dann so wie in einer Beziehung oder ganz normalen Freundschaft auch. Es gibt keine Garantien. Und würdest du welche geben, dann wären es Lügen. Das stimmt doch?“ Sie sah ihn wieder hilfesuchend an.

Er lächelte sie liebevoll an und ließ seine andere Hand langsam wieder tiefer sinken. Er ließ sich Zeit mit seiner Antwort, streichelte diesmal fest ihre kleinen Brüste und fuhr dann unter dem Seitentuch über ihren Bauch, diesmal direkt und ganz offensichtlich ganz nach unten, betastete wortlos ihre angeschwollenen äußeren Schamlippen. „Aber denk einmal über das Folgende nach: Ich hätte dich gar nicht ansprechen müssen. Ich könnte bereits bei meiner Frau sein, ich lasse sie gerade warten.“

Sie rührte sich auch unter seinen tastend streichelnden Fingern nicht. „Du wärst überhaupt nicht mehr hier, wenn ich dich nicht interessieren würde, ja?“, wollte sie von ihm mit leicht gekrauster Stirn wissen und stellte ihm damit die Gewissensfrage, mit der er sich sowieso schon herum schlug. Sein Lächeln ließ sie jedoch inne halten, und sie folgte dem Wink seines Nickens zu ihren immer noch angebundenen Handgelenken.

„Zumindest das würde ich dann nicht tun“, beantwortete er ihre Frage nur indirekt. Schon als sie wieder angefangen hatte, zu sprechen, wusste er natürlich, wie ihre Entscheidung aussah. Ihre eigentliche Intimzone, ihr Heiligtum, das soeben auch noch so entweiht worden war, verspannte sich nicht unwillkürlich unter seinen federleichten Berührungen, blieb weiter offen für seine Finger liegen. Nun lenkte er ihre Aufmerksamkeit darauf, was er dort eigentlich genau tat. Und sie nahm es mit großen Augen zur Kenntnis.

Nachdem er ihre Haut mittlerweile eine ganze Zeit zärtlich und doch mit relativ sanfter Kraft massiert hatte und keine Stelle verschont geblieben war, hatte sie sich an das Gefühl der sanften, beruhigenden Reibung gewöhnt. Sie hatte die Veränderungen nicht mehr zur Kenntnis genommen.

Als sie dann nicht mehr unangenehm bemerkte, dass er ihre äußeren Schamlippen streichelte, war das ein Zeichen dafür, dass sie sich entschieden hatte. Aber es war auch eine unmittelbare Auswirkung seiner Massage. Und eine eindringliche Vorführung der ganz besonderen Art, er verführte sie nicht, aber seine Zärtlichkeit vermittelte ihr viel mehr als Begehren, sie vermittelte ihr scheinbar erfolgreich Beruhigung und seinen Schutz, unter dem sie stand, sein Verständnis und eine überaus große Nähe.

Er konnte deutlich erkennen, wie Julia erschauerte, als sie auf seinen Finger starrte, der sich ganz langsam immer wieder in ihre rot geschwollenen Schamlippen schob.

„Du wirst dich dein Leben lang fragen, ob du diese Gelegenheit nicht hättest ergreifen sollen“, sagte er leise. „Und wenn du jetzt ehrlich zu dir bist, dann wünschst du es dir, dass ich damit nicht aufhöre. In deinen Augen steht kein Feuer, Liebes, aber der verzweifelte Wunsch nach Hingabe nach diesem entsetzlichen Erlebnis.“ Sie starrte ihn nur an, er hatte wohl ihre Gedanken laut ausgesprochen. „Und ich will ehrlich zu dir sein, mein Interesse an dir erwacht immer stärker. Hingabe kenne ich von meinen Frauen, sie alle empfinden sie, aber du schenkst sie mir, ohne dass ich dich davon überzeugen müsste. Dir reicht meine Anwesenheit. Und du bist intelligent, du reagierst auf das Vorgefallene bedacht, weil ich bei dir bin und du das auch tun kannst. Sonst hätte ich auch kein ehrliches Interesse an dir. Und ich denke, ich habe dir alles gesagt, was du wissen musst. Aber dennoch ist es dein Leben, ich zwinge dich zu nichts. Und wenn dein Herz dir sagt, dass du bei mir wieder deinen Frieden findest, dann sollte dich keine Regel davon abhalten, jede Konvention ist dann eine dumme Konvention.“

Julia antwortete nicht mit Worten. Sie sah ihn nur weiter mit großen, schimmernden Augen an, und das war ihm Antwort genug. Aber er benötigte selber noch einen Moment Bedenkzeit, diese wunderschöne, gebrochene junge Frau rief in ihm Emotionen wach, die er an sich noch gar nicht kannte. Er wollte selber an der Luft einen klaren Kopf bekommen, und er wollte Julia auch noch einen letzten Moment geben, sich doch noch anders zu entscheiden.

„Julia, ich muss dich ein wenig behandeln, bevor ich dir deinen Seelenfrieden wieder geben kann“, sprach nach einer kurzen Pause weiter, in der er ihr über die Haare gestreichelt und seine sorgfältige Untersuchung ihrer Schamlippen abgeschlossen hatte. „Ich habe draußen im Wagen ein paar Dinge für so etwas. Magst du einen Moment hier auf mich warten?“

Sie nickte nur und schenkte ihm ein scheues, kleines Lächeln.  Er erhob sich und zog sich rasch den schwarzen Mantel über. „Ich bin sofort wieder da, Kleines. Ich lasse die Tür angelehnt, wenn du es dir in der Zwischenzeit doch noch anders überlegen solltest, musst du nur rufen, es hört dich bestimmt ein Nachbar.“ Er hätte noch ein paar Kleinigkeiten hinzugefügt, aber sie nickte schon, gab ihm stillschweigend ihr Einverständnis. Er brach bewusst ihre intime Zweisamkeit auf und begab sich zur Tür. Julia sah wunderschön so aus, mit den flirrenden, schwerelosen Farben um ihren halbnackten Leib. Matt wusste, wie das nun normalerweise laufen würde. Wenn sie ihn nicht mehr sah, war dieser Moment vorüber, die Gelegenheit ebenso, und Julia würde vermutlich  in ihren gewohnten Denktrott verfallen und sich Hilfe holen. Der menschliche Geist war schwach, wenn ihm die Versuchung nicht direkt angeboten wurde. Und dann hätte jeder Versuch von ihm, sie zurück zu erobern, einen recht verzweifelten Eindruck gemacht. Aber er wollte für sie mehr als nur eine Versuchung sein, wenn er das wirklich tat, er wollte, dass sie es auch wirklich herbei sehnte. Er mochte und konnte sich nicht belügen.

Er nahm elastisch federnd zwei Stufen auf einmal nach unten dabei, betrat die Straße und begab sich zu seinem Mercedes. Dort hatte ein spezielles Erste-Hilfe-Kästchen für Frauen, die er überraschend in seine Hände genommen hatte. Er war erstaunt, dass er sich ehrlich zugestehen musste, dass er Julia wirklich sehr gerne jetzt beigewohnt hätte. Aber es wäre unfair ihr gegenüber, ihr nicht alle Zeit dieser Welt zu lassen nach dem, was sie bereits durchlitten hatte. Er wäre ihr dann auch nicht böse, aber er musste sich gestehen, dass ein wenig Eifersucht bei ihm aufkommen würde, ein wenig wäre da sogar untertrieben, und so etwas wie Eifersucht bei dem Gedanken, sie mit einem anderen in ihrem Bett zu wissen,  sogar ein dringendes Bedürfnis, auch den Kerl seine Faust spüren zu lassen. Verdammt noch mal, er erkannte sich selber nicht wieder. Er, der er sich an den Rundungen von Frauen und den Schlägen auf sie, viele, satte Schläge, erfreute, er, der er die Gefühle der Frauen manipulierte und veränderte, freute sich auf einmal richtig unschuldig darüber, dass sie seinen Worten Glauben geschenkt hatte. Julia hatte sein Herz erreicht, genauso wie Nina, genauso wie Charlene. Sie saß da, mit ihren gefesselten, ausgestreckten Armen, und sie begann, ihm dennoch zu vertrauen. Nach dem, was er vorhin gesehen hatte, brauchte das eine ungeheure mentale Stärke. Julia war für ihn nicht nur wegen ihrer beginnenden Ergebenheit interessant, nein, eine Frau, die so handeln konnte, die dazu in der Lage war, war innerlich wertvoll, sie war eine beachtenswerte, großartige Frau. Er konnte sich nicht helfen, aber er wollte ihr wirklich gerne aus diesem Trauma heraushelfen und er wollte darüber hinaus herausfinden, wie sie sich ihm gegenüber weiter verhalten würde, gerade auch dann, wenn er sie sich nicht griff, übermächtig und direkt, gerade dann, wenn er es ihr erlaubte, ihm auszuweichen.

Matt ging mit raschen Schritten zurück, während er mit seinen Eindrücken und Gedanken dazu selber im Clinch lag. Im Treppenhaus Leere, alles totenstill, die Tür im ersten Stock wie eben ein Stückchen geöffnet. Sie hatte nicht gerufen. Er war erleichtert, auch das war in diesem Zusammenhang für ihn neu. Bisher hatte er bestimmt, und erleichtert waren höchstens die Frauen gewesen, wenn er sie das hatte fühlen lassen wollen. Und ihm war auch klar, dass er sie nicht damit berühren würde, wenn er ihr jetzt sagen würde, was er mit ihr vor hatte. Sie war völlig unerfahren, sowohl im Spiel mit der Liebe wie auch allgemein, sie war darauf angewiesen, ihn erst kennen zu lernen. Er würde bestimmt, aber behutsam handeln müssen.

Matt betrat ihre Wohnung wieder und schloss rasch die Tür. Julia hatte sich im Kissen bequem zurück gelegt und hob bei seiner Ankunft ihren Kopf wieder. Er zog den Mantel wieder aus und holte sich in der Küche eine kleine Schüssel mit einem sauberen Lappen und warmen Wasser und ein Trinkglas mit kaltem Wasser. Dann setzte er sich zu ihr, stellte alles neben ihr auf ihrer Bettkommode ab, streichelte ihr sanft über die Wange, die Haare. Ihre goldbraunen Augen suchten die seinen, aber nicht aus Angst, soviel war sicher. Nein, ihr Blick war weich und doch aufmerksam, eine umwerfende Mischung für ihn, nur seine eigenen Frauen hatten keine Angst vor ihm, die fremden sollten das ja haben. Und nun berührte es ihn, dass Julia ihm zunehmend vertraute, dass sie ihm zutraute, einer zu sein, mit dem für sie ein vernünftiges, vertrauliches Gespräch möglich war, und darüber hinaus noch viel mehr, er war für sie jemand, der ihr vielleicht mit seiner männlichen Zuwendung helfen würde. Und tatsächlich war er auch so einer.

„Mein Liebes“, er lächelte ihr in die ruhigen Augen, so ganz anders jetzt als vorhin war ihr Blick. „Wie stehst du zu Wasser?“

Sie begann, leicht zu lächeln. „Ich liebe es“, antwortete sie ihm einfach.

„Beschreibe mir, was du im Wasser fühlst, Kleines“, bat er sie sanft.

„Ich fühle mich sicher im Wasser, besonders, wenn es warm ist und türkisblau“, ihr Blick schweifte dabei aber nicht ab, trotz ihrer leisen, schwärmerischen Worte blieb sie ganz bei ihm. „Ich genieße es immer sehr, mich unter Wasser zu drehen, die Beine anzuziehen und zu kugeln, vornüber, so schnell, bis Oben und Unten verschwunden sind, Dann gibt es diesen kleinen Moment der Schwerelosigkeit, den ich so liebe, den Moment, wo ich orientierungslos bin und doch sicher geborgen. Das seidige Gefühl des Wassers auf der Haut, die Art, wie es mich trägt, die Leichtigkeit meiner Bewegungen, die Sicherheit, die mir das Wasser gibt. Wenn ich ruhig auf der Wasseroberfläche liege, dann muss ich nur tief einatmen, um etwas nach oben zu kommen, und ausatmen, um etwas abzusinken. Im Wasser kann mir nichts passieren.“

Er nickte und lächelte sie an bei ihren gefühlvollen Worten, und für einen Moment hatte er mit ihr empfunden, hatte mitempfunden, was für sie diese Sicherheit bedeutete. Er löste kurz den Blick, holte eine Tube und eine Schachtel Tabletten aus dem Täschchen, das er mitgebracht hatte. Er reichte ihr eine einzige der kleinen Tabletten an und ließ sie sie mit dem Glas Wasser trinken. Julia war durstig, sie trank das ganze Glas leer. Dann nahm er die kleine Tube und wärmte sie mit einer Hand.

„Liebes, ich muss dich kurz untersuchen“, informierte er sie leise. „Warst du denn schon einmal in hohen Wellen? Mit einem  Bodyboard vielleicht?“ Sie lächelte wieder und nickte.

„Erzähle mir davon“, bat er sie.

„Ja, die Wellen waren viel größer als ich“, begann sie mit leuchtenden Augen, sah dabei zu ihm herunter. Wenn er aufsah, trafen ihre Augen sich, sie beobachtete nicht sein Tun, sondern ihn, ob er ihr folgen konnte. Und so begeistert, wie sie ihm das schilderte, konnte er das auch, sie nahm ihn mit sich. „Wenn du an Land stehst, siehst du das nicht. Du musst erst hinein, und dann ist es nicht ganz einfach, sich richtig zu verhalten. Ist die Welle zu groß, musst du sie untertauchen, sie läuft dann auf der Wasseroberfläche über dich hinweg. Ist sie noch so groß, dass du sie überspringen kannst, dann solltest du das tun. Du musst die Tragkraft des Wassers miteinbeziehen. Du schaffst so höhere Wellen, als du denkst. Das Wasser hebt dich hoch. Und dann kommt direkt die nächste Welle. Schwierig wird es, wenn du dich überschätzt….“

Matt hatte derweil  eine Hand auf ihr ihm zugewandtes, aufgestelltes Knie gelegt und, als sie nicht zurück zuckte, seine Hand langsam weiter die weiche Innenseite ihres Oberschenkels herunter gleiten lassen. So öffnete er ihre Scham, und was er sah, bestätigte ihm, dass der Kerl nicht gerade zimperlich mit ihr umgegangen war. Ihr Schritt war gerötet, die großen und kleinen Schamlippen rot angeschwollen. So sah eine Frau nicht nach seiner triebhaftesten Durchnahme aus, dachte er ärgerlich bei sich. Er stellte die Schüssel mit Wasser zwischen ihre Beine und wusch sie dort erst einmal gründlich sauber. Zwischendurch sah er immer wieder auf und begegnete ihren braunen, lebhaften Augen.

„Tue ich dir weh, Kleines?“, fragte er sanft zwischen, als sie stockte. Sie nickte und schüttelte gleichzeitig den Kopf, sie war verwirrt. „Ich muss dich noch mit Salbe abtasten, Liebes, damit ich weiß, dass du nicht verletzt bist. Erzähle weiter, was passiert, wenn man sich überschätzt?“

„Wenn die Welle zu hoch ist, musst du springen“, fuhr sie leicht lächelnd fort. Matt sah, jetzt begann die Wirkzeit ihrer Erzählung, sie entspannte auch ihren Unterleib. „Tust du es nicht, reißt sie dich mit einer Urgewalt von den Füßen, du kannst ihr absolut nichts entgegen setzen. Sie wirbelt dich um und um, du weißt nicht mehr, wo oben und unten ist, denn die Bläschen wirbeln ja auch. Du hoffst nur noch, dass du deinen Kopf nicht an einem Stein stößt. Du weißt, bei dieser Kraft ist das sehr gefährlich. Dann lässt die Welle dich wieder los. Du musst schnell sein dann, dich zur nächsten Welle drehen und wieder springen, sonst reißt sie dich erneut um. Die Waschmaschine, so haben wir das genannt.“

Matt hatte derweil die pflegende Kortisoncreme genommen und damit ihre äußeren und inneren Schamlippen sanft streichelnd eingecremt. Er sah Schwellungen, rot und recht ödematös, Rötungen dort, wo der Mistkerl auf ihr Becken geschlagen hatte, aber keine Abschürfungen. Als Julia davon sprach, wie die Welle sie durchwirbelte, schob er einem Finger und viel Creme vorsichtig tastend in ihre Scheide vor, cremte sie ein und betrachtete erst kurz die Öffnung ihrer Scheide, die ebenfalls rot verschwollen war, und dann Julias Gesicht, auf dem sich die Begeisterung für die Kraft der Wellen malte, keine Schmerzen. Er tastete eine überall weich aufgeriebene Schleimhaut, nahm mehrfach Creme nach und fand an seinem Finger kein Blut. Er war erleichtert, sie war nicht verletzt. Er erregte sie nicht, fühlte aber ihren Blick auf sich ruhen. Er wusste, seine sanft mit ihr hantierenden Finger in diesem intimen Bereich berührten sie, nach diesem entsetzlichen Vorfall öffneten sie ihm das Tor in ihre Seele, ihre geheimen weiblichen Gefühle, denn er hatte Zugang in ihr Allerheiligstes, er zwang sie nicht, er kümmerte sich um sie, sowohl um ihren Körper wie auch um ihre Seele, die genauso verwundet war. Weder in ihrem Minenspiel noch ihre Körperhaltung spiegelte sich Gelassenheit, und sie ließ ihn weiter nicht aus den Augen.

Er griff sich ein seidiges, schwarzes Tuch. „Laufe durch die heiße Mittagssonne zum Strand, Liebes“, griff er dieses Thema wieder auf, „lasse dich vornüber fallen lassen und tauche unter, ist es auf einmal still, wie aus weiter Entfernung ist das Platschen der Tropfen auf der Wasserfläche über dir zu hören. Schwimme mit geschlossenen Augen“, er unterbrach sich und wartete, dass sie seiner Anweisung folgte, und das tat sie auch. Er zog ihr die Augenbinde über den Kopf. „Das ist so schön wie früher, als du noch unbefangener warst, nicht wahr?“ Sie lächelte und nickte nur, ihre Körperhaltung weiter entspannt. „Lasse deine Schwimmbewegungen flach werden, denke nur noch an die türkisfarbene Weite in dir.“ Teufel, ihre Lippen waren wunderschön, wenn sie so verträumt lächelte und den Kopf jetzt leicht schräg legte.

„Und nun denke dich in den Fischotter hinein, der schnell und verspielt ist, lebensfroh, tauche als Fisch auf der Suche nach anderen Fischen, drehe dich auf den Rücken, um dich auf den Wellen treiben zu lassen, mit geschlossenen Augen und ausgebreiteten Armen, halte ganz still und genieße das Brennen der Sonne auf deiner Haut. Dir kann nichts passieren.“

Mit diesen leisen Worten ging er zur Tür und verließ das Schlafzimmer, schloss die Tür mit einem hörbaren Klicken und öffnete sie gleichzeitig wieder, so dass sie lautlos wieder aufschwang. Julia hatte ihn nicht in der Tür stehen hören können, sie dachte, die Tür wäre hinter ihm geschlossen worden. Er beobachtete sie. Sofort wurde sie unruhig, sah mit ihren blinden Augen in verschiedene Richtungen, ihr Gesicht rötete sich, ihre schönen Züge verzerrten sich. Entsetzen vielleicht, und vielleicht sogar schon einsetzende Resignation. Er würde das Versprochene nicht wahr machen, sie hier alleine und gefesselt nackt auf ihrem Bett ihren Gedanken und ihrem Finder überlassen. Ihre zunehmende Verzweiflung ob dieser unklaren Lage war deutlich zu erkennen. Sie war rasch schon wieder verzweifelt, und er vermutete, sie dachte, er würde sie wirklich in dieser Abgelegenheit allein lassen. Sein Herz schlug schneller, er starrte sie an, um nichts davon zu versäumen. Sie ließ ihren Kopf hängen, aber er hatte keine Eile, weil er sie noch ein wenig in dieser Verfassung haben wollte. Er machte ein paar kleine, fast lautlose Schritte auf das Bett zu, da hörte sie überhaupt erst, dass es neben ihr Bewegungen gab. Sie rief seinen Namen, doch er antwortete nicht, denn der Klang ihrer Stimme war leise und doch so verzweifelt, und er blieb erst noch stehen, wo er war, war nun kaum noch einen Meter von ihr entfernt. Sie konnte ihn nicht hören und stimmte für ihn völlig unerwartet ein erschütterndes Wehklagen an, ein atemgreifendes leises Weinen, ein Weinen, das sie ihres Atems beraubte.

Er empfand ihre Verzweiflung, als wäre es seine, spürte ihre wieder neu aufkommende existenzielle Not, bis ihre Resignation vollständig in ihrem Bewusstsein angekommen war. Jetzt war sie fast still, und er lauschte ihrem verzweifelten Schluchzen, das kaum hörbar, ganz leise war, bis er dann an sie heran trat und ihrem Brustkorb wortlos mit beiden Händen umfasste, ihn anhob und sämtliche Kleidung der Länge nach ihren schmalen Körper herunter streichelte, den zerrissenen Stoff vor seinen Händen her schob, ihren Körper immer in seinen kräftigen Händen und angehoben dabei. Es war eine sehr sinnliche Art und Weise, eine sehr gefühlvolle, als er ihren leichten Körper so hochhob, ihn dabei leicht streckte. Seine Berührung kam unerwartet für sie, sie erstarrte für einen kleinen Moment, war nun ganz Tier, das mit allen Sinnen sicherte, ob wieder Gefahr für sie drohte. Dann ließ sie zitternd ihren Atem entweichen, als sie ihn erkannte. Sie streckte sie sich in seinen Händen, als würde sie sich in der Schwerelosigkeit des Wassers strecken, lang und grazil, und ihr Sein wurde ebenso schwerelos. Ihre letzten Schluchzer verklangen, als er ihre zerrissene Kleidung wegwarf.

Er entkleidete sich nicht vollständig, zog sich nur rasch und möglichst leise Hemd und Hose aus. Sie sollte diese Geräusche eines Mannes, der sich entkleidete, nicht mit dem eben Geschehenen assoziieren. „Ich… ich dachte….“, wimmerte sie leise, und er unterbrach sie sofort.

„Ich weiß, Kleines. Nicht mehr denken, fühle nur noch, und ich habe dich nicht fühlen lassen, dass ich dich verlassen wollte. Vertraue deinen Gefühlen jetzt, denn jetzt kannst du das auch“, mit diesen leisen Worten legte er sich vorsichtig auf sie, schützte ihre Nacktheit mit seinem Körper, schützte sie vor der Welt.

Ihr Körper wurde weich und nachgiebig, überließ sich vertrauensvoll seinem Körper, seinen Händen, die sie gleichsam wieder nach oben trugen, der Wasseroberfläche und der Luft entgegen, und sie hielt still, als sie seine Hände spürte, die ihren Bauch berühren, ihren Rücken, ihre Brüste, warm, fest, beruhigend und besitzergreifend. Dann schlangen sich seine Arme um sie, die Stille um sie herum ließ sie ihn ganz spüren, nur er und sie waren hier, nur noch Körper auf Körper. Seine Hände ertasteten ihr Haar, weich lag es um ihren Kopf, er strich sanft hindurch, dachte daran, dass dieser Kerl sie daran über den Fußboden gezogen hatte. Sie spürte seinen Mund, der sich warm und fordernd über ihre Lippen legte, ihre Brüste pressten sich an seine mit seinem Hemd bedeckte Brust, und sie bedauerte es auf einmal, dass es nicht immer so bleiben konnte.

Er spürte sie, ihr Körper lag weich und vertrauensvoll an den seinem gepresst, sie schlang ihre schlanken Beine lockend um sein Becken, öffnete ihm so ihren Schoß. Und wie von selbst schob sich sein Schwanz in den Eingang ihrer Scheide, schmiegt sich in sie, warm, zuckend, und sie hörte wieder seinen Atem, schneller diesmal. Sie war vertraut mit dem Wasser, es fiel ihr leicht, sich dem Wasser hinzugeben, und so fiel es ihr auch leicht, sich ihm hinzugeben. Vorsichtig erkundeten sie sich, teilen miteinander die Ruhe des Wassers, er gab ihr sicheren Halt an seiner Haut, sie schnupperten und atmeten einander, ihre Augen verschlossen, seine ebenfalls. Seine Zunge fing Tränen aus ihrem Gesicht, seine Lippen fuhren mit fliegenden kleinen Küssen über ihr Gesicht, haschten dann nach ihrer Unterlippe, und sie wich nicht aus.

Und dann schlüpfte er langsam in sie hinein. Es war nicht ganz einfach, ihr Eingang war zwar weit offen und bereit, aber auch sehr angeschwollen, genauso wie das Innere ihrer Scheide, und er war nicht eben klein gebaut. Er schob sich langsam vor, Millimeter um Millimeter, keine schnelle, heißblütige Vereinigung, wie er sie sonst so liebte, diesmal ließ er sich unendlich viel Zeit, wusste er ja, alles andere würde sie weiter verletzen. Und nun war sie für ihn auch wirklich bereit. Nach ihrer wieder ausgestandenen Angst, diesmal aber der, dass er wortlos fort gegangen sein könnte, so unerwartet, wie er auch aufgetaucht war, dass er sie nicht mehr auffangen würde, wie er es bisher getan hatte, dass es nicht mehr seine Arme sein würden, die sie halten und umschließen würden, drückte sie ihren ganzen, nackten Leib an den seinen, suchte seine Nähe, so dicht, wie es ihr nur möglich war. Heiß war es in ihr, und eng, willkommen nach den letzten fürchterlichen Ereignissen. Er zog ihren filigranen Leib fest an den seinen, er wollte sie fühlen. Und dieses langsame Vorschieben löste in ihm ganz neue Empfindungen aus. Sie umschloss ihn, massierte ihn, presste ihn. Er konnte sich nicht schnell bewegen, auch, als er ganz vorgeschoben war, nicht. Aber dazu hatte er diesmal auch keinen Impuls. Er spürte ihre Anspannung, ihre Hingabe, er hielt ihren Kopf mit den verbundenen Augen und wusste doch, in ihnen stand nichts als Hingabe zu ihm. Langsam, ganz langsam bewegte er sich, kurz und tief, wenn die Spannung sich weiter aufbauen musste, wenn sie unruhig zu werden drohte, wenn ihre Lust explodieren wollte. So hatte er es noch nie getan, so hatte er noch nie die Lust einer Frau kontrolliert, aber so hatte er auch noch nie die völlige Hingabe einer Frau gefühlt. Lag es daran, dass er sie gerettet hatte vor einem schlimmen Schicksal, dass sie sich ihm so hingab? Oder hatte er das bei anderen Frauen noch nicht bemerkt, einfach damit nicht gerechnet? Er wusste es nicht, aber er fand es wunderschön, diese langsame, tiefe, innige Form der Verschmelzung. So schön, dass er ihre Augen dabei sehen wollte,  deswegen zog er ihr die Augenbinde wieder herunter. Ihre großen goldbraunen Augen waren dicht vor seinen, sie tauchte in seinem Blick ein, er konnte in ihnen die Sehnsucht nach ihm deutlich lesen. Sie umschmeichelte ihn, hörte ihn an ihrem Ohr schwer atmen, versuchte mehrfach, ihre Arme anzuspannen, um ihn zu erforschen, seinen Körper, seine Haut, ihn zu verwöhnen. Aber weiter ließ er das nicht zu, sie sollte es fühlen, wie schön es für sie sein konnte, von einem Mann gefesselt zu werden in jeder Beziehung, nicht nur körperlich von ihm dazu gezwungen zu werden, passiv zu bleiben, sondern sich auch geistig von ihm führen zu lassen. So entlud sich ihre ganze Zärtlichkeit in Hingabe, und gemeinsam stieg die Erregung in ihnen beiden weiter an, als sie wieder abtauchten in ein Meer aus Ekstase. Er blieb gedanklich in diesem Bild, das er zu ihrer Entspannung heraufbeschworen hatte, jetzt entspannte es auch ihn. Er bewegte sich, stieß langsam zu, und sie stieß zurück, im Einklang mit seinen Bewegungen, immer heftiger. Er spürte an ihrer Körperspannung, ihrem nur noch stoßweise kommendem Atem, wann es Zeit für den Gipfel war, und als er ihn nicht mehr bei ihr verhindern konnte, kam er tief in ihr, sein Körper und seine Seele waren von Feuer erfüllt. Ihre Schreie mischen sich, als sie die Oberfläche dieses Meeres wieder durchbrachen, er spürte ihre Scheide kräftig zucken, unkontrolliert, sie wollte nicht mehr aufhören, stemmte sich mit aller Macht gegen ihre Gedanken, ihre Augen waren verschleiert. Sie bog ihm ihren Körper vertrauensvoll entgegen, bäumte sich gegen seinen harten Körper auf. Dann wurden ihre Augen aber wieder klar, richteten sich auf seine, sie versuchte, seinen Namen zu sagen, immer noch von Schluchzern unterbrochen. Und auch er war tief erregt, angespannt, er legte eine Hand unter ihren Nacken und küsste sie lange und innig. Nur langsam fanden sie so gemeinsam in die Wirklichkeit zurück. Es war für ihn auch jetzt anders als sonst, liebevolle Berührungen, Küsse, Haut auf  Haut, seine leise, beruhigende Stimme, seine Hände, die sie weiter umschmeichelten und lustvoll erfühlten. Sie war nicht alleine. Jetzt erst löste sich bei ihr endgültig der Schock, bis zu diesem Zeitpunkt war sie noch auf der Adrenalinwelle geritten. Seine Zärtlichkeiten ließen sie in leise Tränen ausbrechen, er zog ihr Gesicht an seinen Hals und ließ sie weinen.

Schließlich hob er den Kopf. Er sah ihr lächelnd in die Augen, fokussierte sie, drang in sie ein. Er hatte ihre Fähigkeit gewaltig unterschätzt, sich ihren Ängsten, ihrem real erlebten Horror stellen zu können. Und er las in ihren Augen, dass er sich, obwohl er ihr völlig fremd war, für sie als tragfähig erwiesen hatte. Wasser, so hatte sie erzählt, war ihr tragendes Element, dort fühlte sie sich sicher und geborgen, und ihre strahlenden Augen verrieten ihm, dass er sich, gerade weil er in ihren Augen eben noch nicht vertraut und damit nicht tragfähig war, jetzt für sie trotzdem so anfühlte. Diese glücklichen, wieder unbelasteten, freien Augen, noch nie hatte er einen solchen Ausdruck in den Augen seiner Frauen gesehen. Vielleicht lag es daran, dass er seine Frauen führte und begleitete, nie alleine ließ, Julia dagegen hatte ganz alleine Todesängste ausgestanden, vernichtende Ängste, die gewaltige Kräfte in ihr mobilisiert zu haben schienen. Matt war tief berührt. Er löste rasch die Fesseln, ließ sich von ihr fest umarmen und umarmte sie ebenso fest. Für eine ganze Zeit dachte er nicht mehr, er fühlte nur noch. Er zog ihre Decke über sie beide, damit sie sich trotz seiner Bekleidung kuschelig warm fühlte, und trieb zusammen mit ihr in einen sanften Schlummer, immer noch miteinander vereinigt. Matt ließ seine Gedanken treiben. Hatte der brutale Eindringling sich auf ein Augenduell mit ihr eingelassen und verloren? Unwahrscheinlich, ihn hatte nur das interessiert, wofür er eine ihr überlegene Stärke besaß, geistige Stärke interessierte ihn wohl kaum. Matt hatte ihr nur helfen wollen, aber ihm schenkte sie freiwillig etwas, was er sich von ihr erwünscht hatte, ohne dass ihm das so bisher bewusst gewesen war. Reine, pure Hingabe. Das Leben ging manchmal schon wirklich seltsame Wege.

©Matt

Stimmungsbild: Striemen

Akt

Inspirierend….

Dazu ein Kommentar eines Lesers, den ich euch nicht vorenthalten wollte.Diese Striemung ist mehr als nur inspirierend, sie ist eine Zeichnung, also ein Zeichen, das eine submissive Frau oder Sklavin freiwillig und mit Stolz für ihren dominanten Herren trägt, und um das sie ihn sehr oft auch bittet. Diese Zeichnung besagt, dass sie ihm gehört, und je tiefer die Narben sind, desto stolzer trägt sie sie auch, denn damit zeigt sie, was sie für ihren Herren bereit ist, auszuhalten. Besonders intensiv wird der Akt des Zeichnens wohl, wenn der Mann beim Zeichnen selber mitfühlen kann, wie der Schmerz in den Bauch der Frau schießt. Dann hebt nicht nur die Frau ab, sondern auch der Mann. Der Fotograf dieses Bildes, so der Leser, wusste sehr gut, wie er diesen Inhalt in Szene setzen konnte.

(wenn ich das copyright des Fotografen verletzt habe, bitte melden, ich entferne das Foto umgehend)