Ein Dankeschön an Euch

Die Veröffentlichung eines zweiten Teils einer Geschichte von mir, die mir sehr am Herzen liegt, und trotzdem gleich darauf eine Ansprache an euch? Die, die meinen Blog schon länger verfolgen, wissen, dass ich gerade so etwas eigentlich nicht tue, weil ihr meine Beiträge einzeln wahrnehmen sollt, nicht voneinander überlagert. Aber vielleicht wisst ihr dann auch, dass ich bei einem Schreibimpuls schreiben muss, weil ich das später nicht mehr in dieser Form zusammen bekommen kann.

Mir ist eben etwas sehr Wichtiges klar geworden, beim Veröffentlichen des zweiten Teils. Seitdem ich mich mit diesem Blog an euch gewandt habe, habe ich mich auch gefragt, warum zum Henker ich das ausgerechnet mit solchen Geschichten tue, erotischen Geschichten, Sexgeschichten, also Geschichten, die am Rande der allgemeinen Leserakzeptanz stehen. Ich habe auch ganz andere Sachen geschrieben, die hätte ich euch auch präsentieren können. Aber aus irgendeinem Grund, den ich selber nicht nachvollziehen konnte bei mir, waren mir diese euch vorliegenden Geschichten als solche nicht so wichtig. Viel wichtiger war mir, wie ihr darauf reagiert, was ihr dazu zu sagen habt, wie ihr erstens meine Art, zu Schreiben findet und zweitens die Inhalte, über die ich schreibe. Dass ich diese Geschichten schreibe, weil ich mich selber auf einer Suche befinde, dürfte eigentlich jedem meiner Leser klar sein, denke ich mir mal. Ich schreibe nicht für ein bestimmtes Klientel an Lesern immer dieselbe Art von Geschichten, die dieses Klientel lesen möchte, und ich versuche auch nicht, dadurch in der Öffentlichkeit bekannter zu werden. Ich produziere also keine Geschichten, das habt ihr vielleicht bemerkt. Die Öffentlichkeit interessiert mich eigentlich nicht, aber eure individuelle Meinung schon. In meinen Geschichten vollzieht sich eine Entwicklung, meine Entwicklung, an der ich euch einfach teilhaben lasse. Deswegen auch immer die genaue Datierung und das Geschichten-Verzeichnis. Ihr sollt verstehen können, was in mir vorgegangen ist. Natürlich soll es euch auch beim Lesen meiner Geschichten gut gehen, gar kein Zweifel, aber ihr wart in den vergangenen Monaten auch so freundlich, mir eure Rückmeldung zu geben.

Bis auf einen Kommentar bin ich euch auch keine Antwort schuldig geblieben. Ein Kommentar ist sehr gewichtig und kritisch, da steht meine Antwort noch aus, und das habe ich auch nicht vergessen. Die kommt auch noch. Das Problem mit mir ist, dass ich mich nicht zu etwas zwingen lasse. Jeder, der mich persönlich kennt, weiß das auch ganz genau. Ich habe die Antwort auf diesen Kommentar zwar in mir und auch bereits geschrieben, hatte aber bisher nicht den rechten Impuls, mich damit abschließend so zu befassen, dass ich euch das alles vorlegen könnte. Wenn die- oder derjenige meinem Blog noch folgen sollte, deine Antwort auf deine Anmerkungen kommt noch 🙂 .

Ich hatte in den letzten zwei Monaten das Gefühl, du kannst mit dem Blog eigentlich aufhören. Was ich von euch wissen wollte, habt ihr mir eigentlich gesagt, und damit endet eigentlich auch meine Intention, diese Art von Geschichten weiter zu schreiben. Dann habe ich aber auf den Zähler gesehen und einmal bei mir richtig registriert, dass die Anzahl eurer Aufrufe höher geworden ist und jetzt die 100.000er-Marke knackt. Das finde ich für einen Blog, der so eigenwillig ist wie meiner und der im Großen und ganzen nur längere Geschichten, also viel Schreiberei beinhaltet, wirklich eine ganze Menge. Das wäre jetzt eher ein Grund, Sektkorken knallen zu lassen, und keineswegs einer, damit aufzuhören. Also erzähle ich euch einfach, was mir klar geworden ist.

Ich habe 2009 mit einem Roman begonnen, den ich 2010 im Großen und Ganzen fertig gestellt habe. Dann habe ich 2010 mit der Fortsetzung begonnen, und in einem Kernstück dieses zweiten Teiles befindet sich eine sexuelle Erlebens- und Leidensgeschichte der Art, wie auch meine Geschichten sind. Ich war damals, also 2010, selbst erschrocken, was da aus mir heraus gebrochen ist, und habe dann gedacht, na ja, was raus muss, muss raus. Dann schreib eben weiter. Dann war ich aber von meinem eigenen Geschriebenen so angefasst, dass ich begonnen habe, das Ende zu variieren, der Lebensgeschichte der Protagonistin und Protagonisten eine ganz andere Richtung zu geben. Es sind quasi andere Protagonisten ins Rampenlicht getreten und haben auf ihre eigene Art die Geschichte weiter geschrieben. Ich habe, glaube ich, insgesamt drei bis 4 verschiedene Fortsetzungen geschrieben. JETZT seid ihr neugierig geworden, was?? 😀

Ja, das tut mir ehrlich leid, aber ich werde diese Geschichte, die ja eigentlich Teil eines Romans ist, hier nicht veröffentlichen, auch wenn mit ihr meine Schreiberei in diesem Bereich eigentlich begonnen hat. Diese Geschichte ist die klarste, die ich geschrieben habe. Und die Frage, die ich an euch eigentlich hatte, war die, ob ich so etwas überhaupt veröffentlichen kann. Mit den verschiedenen Szenarien der Handlungsabläufe hat eigentlich meine Suche nach mir selbst und nach dieser Frage begonnen. Ich bin dann von meinen Romanen völlig abgekommen und habe sie beiseite gelegt, also eigentlich abgelegt, weggelegt, nicht mehr daran gedacht, regelrecht vergessen. Das tut einem Roman wahrscheinlich ganz gut, wenn ich das so rückwirkend sehe. Ich habe damit begonnen, andere Romane anzufangen, aber diese Anfänge wurden immer kürzer. Gleichzeitig hab ich begonnen, mich im Bereich der erotischen Literatur um zu sehen, einfach um zu lesen, was andere so schreiben. So habe ich zum Beispiel auch den Krystan kennen gelernt. Krystan hat mich auch dazu inspiriert, einfach Geschichten zu schreiben, in denen ich meine Fantasien genau benenne. Er hat damals echt nicht locker gelassen, er meinte, ich sollte irgendwas veröffentlichen, ganz egal, was und wie viel, Hauptsache ein Stückchen. Dazu habe ich mich dann schließlich auch entschließen können, und herausgekommen ist dieses Projekt von mir, dieser Blog. Wir, also der Krystan und ich, waren zu diesem Zeitpunkt sehr eng befreundet und beieinander, das hat sich jetzt etwas oder sogar eine ganze Menge gelockert, nicht die Freundschaft, das muss ich immer wieder dem Krystan gegenüber betonen, sondern dieses Zusammensein.

Das kann ich in einem Bild besser benennen. Man geht ein Stück seines Lebensweges gemeinsam, und auf einmal kommt eine Weggabelung oder eine Kreuzung. Da kann es dann durchaus sein, dass ich einen eigenen, anderen Weg einschlage als mein Gefährte und mich oberflächlich gesehen von ihm entferne, ganz offensichtlich alleine bleiben will auf meinem Weg. Ich habe halt meinen eigenen Kopf und viele Wege gehe ich spontan, aus dem Bauch heraus, ohne dass ich mich selbst verstehe. In aller Regel verstehe ich das dann aber später auch rational, was ich rein intuitiv begonnen habe. In aller Regel habe ich im Nachhinein gesehen einen wirklich guten Grund, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Dem Krystan mag es im Moment vielleicht so vorkommen, als hätte ich ihn an einer Kreuzung weggehen lassen, aber dazu kann ich dann nur sagen, dass ich der festen Überzeugung bin, dass wir beide auch wieder enger zusammen finden werden in unserer Freundschaft. Ich mag jetzt nicht sagen, alle Wege führen nach Rom, das ist mir zu abgedroschen, aber alle Wege führen zu einer weitergehenden Erkenntnis seiner selbst, wenn man bereit ist, sie auch zu gehen. Diese Erkenntnis ist meiner Ansicht nach das eigentliche Ziel im Leben, und wenn der Krystan und ich wieder zusammen gehen werden, werden wir uns, glaube ich, verdammt viel zu berichten haben 🙂 .

Ihr habt mir also diese Frage beantwortet, und mir war gar nicht klar, dass ich sie überhaupt gestellt habe, bis jetzt. Das lag einfach zeitlich zu weit auseinander für mich, der 2. Roman ist von 2010 und dieser Blog ist von 2013. Für mich liegen da Welten dazwischen, ich hab da keine Beziehung hergestellt. Ich werde also den 2. Roman in diesem betreffenden Teil etwas „entschärfen“, (und jetzt sagt ihr: Och, wie schade, wieso das denn?? 😀 ), und ja, vielleicht werde ich das auch nicht tun, und dann versuchen, beide Teile nacheinander zu veröffentlichen. Ob mir das dann auch gelingt, steht auf einem ganz anderen Blatt, aber ich bin euch allen überaus dankbar, dass ihr mir über diese Schwelle geholfen habt mit eurer Aufmerksamkeit und euren Kommentaren.

Und was den Blog angeht, den werde ich bei jetzt fast 100.000 Aufrufen NICHT einstampfen, keine Sorge. Geschichten fallen mir immer welche ein, die schreibe ich sozusagen am Wegesrand auf, wenn ich Pause mache, und lasse euch daran teil haben :). Also wundert euch bitte nicht, schreiberisch bin ich durchaus vielseitig, fast wie ein Chamäleon. Aber es soll ja auch nicht langweilig werden, weder euch noch mir. Das ist mir ausgesprochen wichtig, ich möchte nicht, dass ihr euch bei mir langweilt 🙂 . Macht euch also auf Überraschungen gefasst, auch hier.

Und ein Versprechen gebe ich euch dann doch. Wenn diese Romane tatsächlich veröffentlicht werden, werde ich euch das hier auch wissen lassen. Das bin ich euch schuldig, denke ich.

Liebe Grüße, euer Matt

Und jetzt bitte zum zweiten Teil der Geschichte um Josephine, dass ihr mir den nicht zu lesen vergesst!! 😀

Geschichten, die immer gut ausgehen, Teil 2

Ooooops, da hab ich meine Gedanken noch gar nicht wieder richtig beisammen, da ist schon die erste Rückmeldung da! Vielen Dank, jetzt muss ich mal sehen, ob ich das überhaupt schon formuliert bekomme, was ich mir gestern beim Einschlafen noch dazu gedacht habe….

Also, die Analogie, die ich da zwischen Horror und Erotik gezogen habe, hinkt etwas. Horrorgeschichten lese und sehe ich gerne, weil ich eben weiß, dass die Realität die wirklich gruseligsten und blutrünstigsten Geschichten schreibt. 🙂 Erotikgeschichten lese und sehe ich aus demselben Grund eben nicht gerne mit einem wirklich realistischen Ende, ich werde nicht gerne daran erinnert, was da in der Realität so alles wirklich passiert, mir ist da mein eigener Kontext lieber, in dem ich mir sicher sein kann, dass alles einen Sinn hat, auch, wenn ich mit der in der letzten Geschichte aufgegriffenen Thematik durchaus das Risiko eingehe, dass mancher Leser, der vielleicht auch selber betroffen ist, gar nicht gerne lesen wird, wie ich diese Thematik verarbeite. Das ist mir sehr bewusst, und ich möchte damit auch niemandem zu nahe treten. Ich würde an dieser Stelle in einem solchen Falle übrigens Vorsicht empfehlen und vielleicht auch, dass der betreffende Leser die Geschichte nicht weiter liest! Und Grundsatzdiskussionen über dieses Thema werde ich hier nicht unterstützen, es ist völlig klar, dass eine Vergewaltigung eine sehr ernste Sache ist. Jeder, der das hier posten möchte, möge das doch bitte an einem geeigneteren Ort tun, für Eigenprojektionen und Selbstdarstellungen biete ich hier nicht wirklich das geeignete Forum, so wichtig solche Statements auch sind, aber hier geht es um Geschichten und eben nicht um die Realität völlig außerhalb meiner Geschichte (was immer das jetzt auch genau heißen mag! 🙂 ). Ich betone es noch einmal, hier geht es nur nur um Geschichten und die konstruktive Auseinandersetzung mit ihnen, und das sehr gerne besonders dann, wenn das Thema an sich schon kontrovers diskutiert wird und Sprengstoff bietet! Aber das war jetzt nur als Einschub gedacht.

Ich habe aber überhaupt keine Lust dazu, selber Horrorgeschichten zu schreiben, auch keine mit einem bösen Ende, obwohl mir das da leicht fallen würde. Tatsächlich hab ich, seitdem ich mit dem Schreiben angefangen habe, auch noch keine geschrieben, wie ich festgestellt habe, und das, obwohl mich Horror mein ganzes Leben lang schon begleitet. Eine ernsthafte Horrorgeschichte würde ich im Moment als langweilig empfinden, und wenn ich dann eine erotische Komponente hineinbringen würde, dann wäre sie für mich zwar nicht mehr langweilig, aber eben auch keine Horrorgeschichte mehr! 🙂 Erotikgeschichten sind Geschichten, mit denen ich mich ernsthaft auseinander setze, und das Ergebnis ist für mich in diesem Kontext bisher, dass ich mich gegen einen realitätsnahen bösen Ausgang sperre, obwohl ich die beiden Aussagen mit derselben Ruhe betrachte: Es gibt keine schlimmeren Horrorgeschichten als die, die das Leben schreibt, und es gibt auch keine schlimmeren Sexgeschichten als die, die das Leben schreibt.

Und da tritt bereits der nächste Punkt zu Tage: Ist eine Erotikgeschichte überhaupt für ein schlechtes Ende gedacht? Ist es so, dass Erotik die Lust im positiven Sinne meint und damit kein schlechtes Ende? Oder ist ein schlechtes Ende dann als ein gutes für den Autor zu verstehen? (Au, das führt auf Glatteis…) Gibt es da einen grundsätzlichen Unterschied zu einer Sexgeschichte oder gar einer Pornogeschichte, in der das Ende böse sein kann und auch oft mal ist? Ich lasse das hier mal als Frage offen stehen, ich bin mir da im Moment wirklich nicht sicher.

Jetzt zitiere ich mal zwei gegensätzliche Aussagen zweier Autoren. Sebastian Fitzek hat geschrieben, er müsse seine Thriller immer gut ausgehen lassen, das sei er seinen Lesern schuldig, Das Leben ist ja auch manchmal schon scheiße genug. (Ob er das jetzt wirklich genau so geschrieben hat, liebe Nadja, weiß ich nicht, tut aber auch nicht wirklich etwas zur Sache im Moment.) Stephen King hat sich übrigens auch so geäußert. Krystan schreibt, eine Geschichte sollte in erster Linie auch dem Autor gefallen.

Hmmm. Ich möchte mal fast wetten, da könnte man jetzt eine riesige Diskussion vom Zaun brechen unter Autoren. Welche Zielsetzung ist die Wichtigere, meine oder die des Lesers? Meine, weil ich die Geschichte schreibe, oder die des Lesers, weil er sie eventuell so durchlebt hat und einschlägig davon berichten kann? Bin ich als Autor gezwungen dazu, eine Geschichte gut enden zu lassen? Oder, anders herum, habe ich als Autor das Recht, dem Leser eine eventuell sehr schmerzhafte Wahrheit vor Augen zu führen? Eine, die ihn vielleicht in einen schweren Flashback treibt?

Okay, wenn ich das so provokativ formuliere, würde ich sagen, dass ich als Autor, wenn ich so eine Geschichte schreibe, eine Warnung vorweg setzen muss (was ich oben damit im Übrigen ja auch getan habe). Dann schließt meine Geschichte einen bestimmten Leserkreis aus. Und das ist gerade eine Sache, die Jane Austin ganz sicher kritisch anmerken würde. Ihre Geschichten waren für die Frauen der damaligen Zeit geschrieben, und zwar für alle, und das war ihr äußerst wichtig. Die Probleme der Frauen waren damals ebenso vielfältig wie heute, vielleicht noch größer, und Jane hat ihre Geschichten ganz sicher im vorrangigen Sinne für ihre Leserinnen geschrieben. Auch wenn man an der Tatsache nicht vorbei kommt, dass sie sich selbst ein solches Ende auch für ihre eigene Lebensgeschichte gewünscht hätte, Jane Austins Motor für ihre Geschichten war ihre persönliche kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, und heraus gekommen sind Geschichten für die (gehobenen) Frauen der Gesellschaft. Und diese Geschichten waren dann auch ein wirklicher Sprengstoff in der damaligen Gesellschaft und damit konstruktiv in ihrer Wirkung.

Hmmm. Soll das jetzt heißen, Literatur ist dem Zeitgeist unterworfen? Die Aussage schmeckt mir nicht. Wie sieht es bei mir im Moment aus? Ich habe persönlich primär für mich persönlich geschrieben, diese Geschichten waren erst nicht für eine Veröffentlichung gedacht. Deswegen hab ich sie ganz unverholen auch für mich geschrieben. Und ich habe schon häufiger Toleranz gefordert beim Lesen einer Geschichte. Dennoch, ich kann diese Frage für mich im Moment nicht endgültig beantworten, ich muss das offen stehen lassen. Mir ist die Meinung meiner Leser tatsächlich ebenso viel wert wie meine eigene beim Schreiben. Das muss ich erst mal einfach so stehen lassen.

Nur eines müsste ich noch einmal betonen: Ich unterscheide zwischen einer Geschichte, die eine gemischt fiktiv/realitätsnahe Anlage hat und einer, die eine streng realitätsnahe hat, gewaltig. Bei der ersteren habe ich da persönlich viel weniger Probleme.

Liebe Grüße!